Wer auf der Suche ist nach schönem Wetter ist, der sollte wohl lieber woanders hinfahren. Island ist eher etwas für harte Outdoor-Fans, denen lange Dunkelheit und niedrige Temperaturen nichts ausmachen. Eine gute Möglichkeit, das Land zu erkunden, ist die Ringstraße mit der Nummer 1, die einmal komplett um die Insel führt und damit wichtige Sehenswürdigkeiten abdeckt. Ich bin die Ringstraße im Süden von Island gefahren und berichte von meinen Erfahrungen.

Lohnt sich ein Roadtrip auf der Ringstraße in Island?

Die Ringstraße, Hringvegur auf isländisch, verläuft rund um die Hauptinsel von Island und ist rund 1.300 Kilometer lang. Sämtliche wichtig Städte liegen an der Straße, so auch Reykjavik oder Höfn. Die Ringstraße ist, abgesehen von einigen wenigen Kilometern asphaltiert und wird im Winter regelmäßig vom Schnee befreit. Zu den wichtigsten Sehenswüridigkeiten zählen etwa der schwarze Strand von Vík, die Gletscherlagune Jökulsárlón oder der Skógafoss, einer der schönsten Wasserfälle in Island. Die Ringstraße zu fahren dauert ungefähr 14 Stunden und ist daher theoretisch in zwei Tagen zu schaffen. Ob ihr dann aber wirklich etwas gesehen habt, ist fraglich.

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Instatipp: Der schwarze Strand von Vík ist ein wahrer Besuchermagnet in Island. Hier solltet ihr auf jeden Fall einen kurzen Stop einlegen. Unweit davon liegt ein altes, mysteriöses Flugzeugwrack in einer Steinwüste, das erkundet werden will.

Anreise nach Reykjavik

Da die meisten Reisenden per Flugzeug in Island ankommen, ist Reykjavik die erste Anlaufstelle. Vom Flughafen sind es knapp 45 Minuten Fahrzeit und in der Innenstadt ist die Ringstraße mit der Nummer 1 auch bereits ausgeschildert. Nach Reykjavik kommt ihr auch mit einem Bus, der vom Flughafen abfährt. Es werden in der Stadt allerdings keine Touren um die gesamte Ringstraße angeboten. Ein Mietwagen sollte also spätestens ab Reykjavik vorhanden sein.

Einfach sprachlos über die Natur

Schon auf dem Weg vom Flughafen nach Reykjavik wird ein Wort sehr oft wiederholt, nämlich Wow! Ich bin nicht oft sprachlos und auf Reisen sicher nicht mehr leicht zu beeindrucken, aber bei der tiefroten Sonne, die nur flach über dem Horizont steht und die eisige Weite zum Leuchten bringt, bin ich völlig hingerissen. Weit und breit ist keine Menschenseele. Nur zwei Personen, ein kleines Auto und mächtige Schneeflächen, blaue Gletscherseen, funkelnde Eiskristalle auf schwarzen Strand und Sonnenuntergangsstimmung den ganzen Tag. Ich bin mir schon jetzt sicher, ich bin verliebt.

Wann ist die beste Reisezeit?

Besonders schön für mich ist dabei, dass man sich in Island nichts aus Massentourismus macht, daher ist auch die Anzahl der Unterkünfte recht begrenzt. (Macht übrigens nicht den Fehler, zu glauben, dass das auch bedeutet, dass sie automatisch günstig sind). Wenn ihr einen festen Zeitplan habt, um die ganze Ringstraße zu schaffen, bucht eure Unterkünfte vorher. Kommt ihr nach Island, um beispielsweise wie ich die Nordlichter zu sehen, ist die beste Reisezeit im November. Fürs Whale Watching und das Beobachten von Papageientauchern eignen sich die Sommer-Monate von Juni bis August.

Nordlicht und endlosem Sonnenmeer

Ein Ort an der Ringstraße ist auch Höfn, ein echtes Nest. Es gibt eine Handvoll Häuser, eine Schule und das war’s. Trotzdem ist Höfn für mich einer der schönsten Orte von Island. Als ich nur kurz aus dem Haus gehen wollte, um etwas aus dem Auto zu holen, blieb ich wie angewurzelt stehen. Über mir erhob sich in strahlendem Grün eines der schönsten Geheimnisse der Natur – ein Nordlicht. Und als würde das nicht schon reichen, lugt die Sonne am nächsten Morgen nur knapp über den Horizont und verwandelt den gesamten Fjord in ein endloses Sonnenmeer.

Fazit

1.300 Kilometer ist schon eine ziemlich lange Strecke und sicher ist es nicht der Regelfall, wie bei mir, dass das Wetter durchgehend gut ist. Die Distanz also bei Regen, Schnee und Eis zu fahren, sollte man sich wohl gut überlegen. Auch nur ein Stück der Ringstraße reichte schon aus, um mich von den Füßen zu reißen. Mehr als ein ehrfürchtig gehauchtes Wow habe ich oftmals nicht mehr zustande gebracht, beim Anblick der Naturgewalten und den schier unendlichen Weiten. Und dabei habe ich nur knapp ein Viertel der Straße im Süden der Insel gesehen.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Mit dem Golden Circle, der übrigens nicht, wie viele glauben, Teil der Ringstraße ist, sind die Top-Sehenswürdigkeiten nahe Reykjavik gemeint, unter anderem den Wasserfall Gullfoss oder den großen Geysir. Die Strecke ist rund 300 Kilometer lang und mit einer Fahrzeit von 8 bis 10 Stunden an einem Tag zu schaffen. Für den Abend empfehle ich aber eine Runde Entspannung in der berühmten Blauen Lagune, unweit von Reykjavik, mit Blick in die Sterne. Dafür ist eine Reservierung unbedingt nötig.

Ein Kommentar

  1. Schockverliebt bin ich auch in das Land, und das ganz ohne Nordlichter. (Wir waren im Mai dort). Irgendwann will auch noch mal in den Wintermonaten hin, denn die Nordlichter muss ich auch unbedingt noch mal sehen. 👍😍

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