Ungezähmte Wellen, die immerfort gegen die schroffe Steilküste peitschen. Mit Moos bewachsene Felsriesen, die freistehend aus dem azurblauen Wasser empor ragen. Dramatische Abendröte, deren Zauber täglich in der Brandung leuchten. Die Rede ist von den Twelve Apostles – dem wohl bekanntesten Postkarten-Motiv an der Südküste Australiens. Dieses Naturphänomen endlich mit eigenen Augen zu sehen, übertrifft all unsere Erwartungen.

Lohnt sich ein Besuch der Twelve Apostles?

Die Twelve Apostles oder zu deutsch Zwölf Apostel belegen zu Recht zusammen mit dem Ayers Rock (roter Berg in der Mitte Australiens) den ersten Platz der am häufigsten fotografierten Motive des ganzen Kontinentes.

Vor ca. 10 Millionen Jahren wurden die Felstürme durch Meereserosion vom Festland isoliert. Seitdem bilden die 12 Apostel mit der Steilküste zusammen eine perfekte Naturkulisse.

Doch ist das Aussehen und der Umfang aller Steinformationen ständig im Wandeln. Durch die nie aufhörende Kraft des Ozeans werden jährlich 2 cm von den teils 60 Meter hohen Säulen abgetragen. Geologisch gesehen werden daher auch die übrigen Kalksteinfelsen irgendwann einmal ganz verschwunden sein.

Zuletzt im Jahr 2012 stürzte einer der vorderen Felsen in sich zusammen. Aber kein Grund zur Sorge, denn die wilden Wellen werden nicht nur für Zerstörung sorgen, sondern auch neue Steingebilde vor der Küste formen.

Anreise zu den Zwölf Apostel

Gewässer:Indischer Ozean
Lage:Victoria, Australien
Anzahl:8 Kalksteinsäulen
Höhe:Bis zu 60 Meter
Einwohner:Unbewohnt

Start und gleichzeitig Ziel für diese Gesteinssäulen im Süden des Bundesstaates Victoria ist für die meisten Besucher die zweitgrößte Stadt Australiens – Melbourne.

Man kann aber auch umgekehrt einen Roadtrip von der Stadt Adelaide aus planen. In beiden australischen Städten gibt es zahlreiche Agenturen, über die ihr einen Tagestrip zu den bekannten Twelve Apostles buchen könnt. Besser ist es jedoch, wenn ihr euch gleich für mehrere Tage ein Mietwagen bucht und die gesamte Great Ocean Road auf eigene Faust erkundet.

Great Ocean Road – der Inbegriff von Freiheit

Die etwa 243 Kilometer lange Panoramastraße namens Great Ocean Road ist viel zu schön, um sie einfach nur entlang zu fahren. Ihr Straßenverlauf führt von der Stadt Torquay entlang der spektakulären Kalksteinküste nach Allansford hin.

Auf diesem legendären Küstenabschnitt verkehren mittlerweile mehr als 7 Millionen Besucher pro Jahr und die Tendenz ist ganz klar steigend. Kein Wunder, denn sie gehört zweifelsohne zu den schönsten Panoramastraßen unserer Welt. Wegen des kulturellen und historischen Erbes wurde diese Scenic Road auch in die Australian National Heritage List aufgenommen.

Atemberaubender Blick auf die 12 Apostel

Die Zwölf Apostel zu übersehen, ist quasi unmöglich, da alle Sehenswürdigkeiten im Port Campbell Nationalpark und auf der restlichen Great Ocean Road bestens ausgeschildert werden.

Angekommen am Parkplatz stellen wir verblüffend fest, dass dieser verhältnismäßig ziemlich groß ist. Das kann nur bedeuten, dass wir mit einem hohen Ansturm an Touristen rechnen müssen. Vom Parkplatz aus führt ein mit Holzblanken befestigter Weg hin zur 500 Meter entfernten Aussichtsplattform. Dieser Pfad ist selbst mit Rollstuhl oder Kinderwagen passierbar.

Wir können es kaum glauben. Nur nur noch wenige Schritte bis wir zum erstem Mal die Twelve Apostles erblicken dürfen. Und dann stehen wir da. Sprachlos. Umringt von vielen weiteren Besuchern und das einzige Wort, was uns einfällt ist: WOW!

Wir sind immer wieder erstaunt darüber, welch pure Schönheiten Mutter Natur für uns bereithält.

Es gibt gar keine 12 Felstürme

Nein, wir haben uns nicht verzählt, als wir auf der Aussichtsplattform standen. Tatsächlich befinden sich hier nur acht Kalksteinsäulen. 12 Fels-Apostel gab es also noch nie.

Früher hatte das gesamte Gebilde sogar einen ganz anderen Namen und hieß „The Sow and Pigs“ zu deutsch „die Sau und die Schweine“. Wie es letztlich zu dem aktuellen Namen kam, weiß niemand so genau. Seit den Fünfzigern hat sich diese Bezeichnung jedoch durchgesetzt.

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang erleben

Sonnenuntergang Great Ocean Road

Zum Sonnenaufgang
Morgenstund hat Gold im Mund oder wie heißt es so schön? Gerade bei einer Attraktion wie die 12 Apostel können wir euch nur ans Herz legen, so früh wie möglich diese zu besuchen. Mietet euch idealerweise ein Camper oder Wohnmobil und übernachtet direkt am Ort des Geschehens auf dem Parkplatz der Zwölf Apostel. Zum Morgengrauen könnt ihr dann nämlich in Ruhe das Rauschen des Meeres hören und eure persönlichen Bilder knipsen ohne das Besuchermassen euch dabei stören. Allein der magische Sonnenaufgang ist das frühe Aufstehen wert.

Zum Sonnenuntergang
Für die Langschläfer unter euch haben wir natürlich auch noch ein Tipp parat. Was viele der Besucher der Twelve Apostles nämlich nicht wissen ist, dass dieser spektakuläre Ort auch Heimat einer Pinguin-Kolonie ist. Abends, wenn die Sonne untergeht und die letzten Strahlen den Kalkstein erleuchten lassen, kehren diese niedlichen Wesen an den Strand und in ihre Wohnungshöhlen zurück. Mit etwas Glück könnt ihr dazu den einen oder anderen Wal sichten.

London Bridge Australien

Fazit

Die Twelve Apostles und die vielen weiteren Highlights entlang der Great Ocean Road sollte bei keiner Australien-Reise fehlen. Da die Gesteinssäulen für Jedermann super einfach zu erreichen sind, ist es zu den Stoßzeiten am Viewpoint meist sehr voll, aber auch das kann man als Frühaufsteher umgehen.

Die Landschaft ist schlicht weg atemberaubend und sollte ohne Frage ganz oben auf eurer persönlichen Travel-Bucket-List für Australien stehen.

Im Port Campbell Nationalpark gibt es aber noch ein paar mehr Sehenswürdigkeiten und Felsformationen, die es zu besichtigen und fotografieren gilt. Besonders empfehlenswert sind die Gibson Steps, von wo aus ihr über steile Stufen zum Meer gelangt. Vom Strand habt ihr nochmal eine ganz besondere Perspektive auf die Steilküste und auf zwei Apostelbrüder.

Ihr habt immer noch nicht genug? Dann schaut euch Australiens schönste Küstenstraße von oben an. Bei einem Hubschrauberflug über die 12 Apostel könnt ihr die Dimensionen der Steilküste nochmal aus der Vogelperspektive aus bestaunen.

Lage

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