Das Coronavirus breitet sich in Europa immer schneller aus. Vielerorts gelten Reise-Beschränkungen. Deutschland hat eine weltweite Reisewarnung für nicht notwendige touristische Reisen ausgesprochen. Diese gilt bis Ende April. Wir erklären, was Reisende jetzt wissen müssen und geben einen Überblick zur aktuellen Lage in den beliebtesten Urlaubsländern.

Die aktuelle Lage zum Coronavirus

Das Auswärtige Amt hat wegen der Corona-Pandemie eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Das Amt warnt bis Ende April 2020 vor sämtlichen nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland.

Man müsse mit starken und weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens rechnen. Das Risiko, dass man seine Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten könne, ist in vielen Destinationen derzeit hoch.

Zu den Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, zählen insbesondere Grenzkontrollen sowie Einreisestopp und Gesundheitsprüfungen und Temperaturmessungen. Laufend aktualisierte Informationen für alle Länder weltweit findet ihr auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Auch innerhalb von Deutschland sind Reisen beschränkt. In Bayern und in einigen Großstädten gibt es Ausgangs-Beschränkungen. Hotels sind für touristische Zwecke geschlossen. Außerdem gibt es Grenzkontrollen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz. Man müsse damit rechnen, zurück geschickt zu werden. Ausnahmen gibt es für Berufspendler und den Warenverkehr.

Reisende, die sich in einem Risikogebiet aufhielten und grippeartige Symptome zeigen, sollen sich auf die Atembewegserkrankung COVID-19 testen lassen.

Risikogebiete

  • Ägypten
  • Italien
  • Iran
  • In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan)
  • In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
  • In Frankreich: Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne)
  • In Österreich: Bundesland Tirol
  • In Spanien: Madrid
  • In USA: Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York
  • In Deutschland: Kreis Heinsberg in NRW

Quelle: Robert-Koch-Institut

Echtzeitkarte zur Ausbreitung des Coronavirus

Interaktive Karte

Wie entwickelt sich die weltweite Ausbreitung? Welche Länder sind außerdem betroffen? Wo gibt es die meisten Infizierten und Todesfälle sowie Genesungen? Im Internet finden sich verschiedene Karten, die auf interaktive Weise die Ausbreitung des Coronavirus in Echtzeit zeigen.

Hier gelangt ihr zur interaktiven Karte mit weltweiten Angaben. Mehrmals täglich werden die Karten mit Daten aktualisiert, die die Johns Hopkins University weltweit sammelt.

Rückholaktion für gestrandete Urlauber

Aufgrund der vielen länderspezifische Einreise-Restriktionen kann es jederzeit zu Flugstreichungen kommen. Einige Airlines haben mittlerweile ihren Flugbetrieb komplett eingestellt, darunter LOT, Brussels, Austrian und Air Baltic. Andere Fluggesellschaften reduzieren ihre Kapazitäten.

Lufthansa teilte mit, dass bis zum 19. April nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge stattfinden. Europas größter Billigflieger Ryanair streicht wegen der Corona-Krise sein Flugprogramm um bis zu 80 Prozent zusammen.

Viele Urlauber sitzen aufgrund verschärfter Einreisebestimmungen in aller Welt fest. Außenminister Heiko Maas hat deshalb eine Rückholaktion gestartet und Flugzeuge auf Kosten des Staates gechartert. Gestrandete Urlauber sollen sich zunächst in die Krisenvorsorgeliste eintragen und die Registrierungsmöglichkeit Condor.com/flyhome nutzen.

Über das Online-Formular der Webseite können Reisende mitteilen, wo sie sich gerade befinden und von welchem Flughafen Sie nach Deutschland geholt werden müssen.

Kostenlose Stornierung oder Umbuchung

Einige Reiseveranstalter wie Tui, FTI oder DER Touristik bieten Urlaubern unter bestimmten Voraussetzungen kostenlose Stornierungen und Umbuchungen an. Auch bei vielen Fluggesellschaften, darunter Lufthansa, Eurowings und Condor, können Kunden kostenlos ihren Flug umbuchen.

Bei einem behördlichen Einreiseverbot liege ein Fall von höherer Gewalt vor, sagen Rechts-Experten. Eine Pauschalreise, die Unterkunft oder der einzelne Flug ließen sich danach kostenfrei stornieren. Schadensersatz sind nach der EU-Fluggastrechteverordnung aber ausgeschlossen.

Anspruch auf eine kostenlose Stornierung haben Reisende nicht, wenn es keine außerordentlichen Umstände gibt. Hier müssen Urlauber auf die Kulanz der Betreiber hoffen.

Sonderfahrplan bei der Deutschen Bahn

Neben den bestehenden Erstattungsregelungen gewährt die Deutsche Bahn weitgehende Kulanz-Regelungen. Reisende, die aufgrund des Coronavirus ihre Reise innerhalb Deutschlands verschieben möchten, können ihr bis zum 13.03.2020 gebuchtes Ticket bis zum 30.06.2020 flexibel nutzen. Die Zugbindung bei Sparpreisen und Super Sparpreisen ist aufgehoben.

Kunden, die aufgrund des Coronavirus ihre Reise nicht mehr antreten möchten, können ihre gebuchten Tickets mit Reisetag bis zum 30.04.2020 kostenfrei in einen Reisegutschein im Wert ihres Tickets umwandeln lassen. Das gilt ebenfalls für Super Sparpreise und Sparpreise.

Das Unternehmen betonte, es sei auf eine Ausbreitung des Virus vorbereitet. Im Fernverkehr gäbe es keine Einschränkungen, allerdings hat die Bahn im Regionalverkehr einen Notfall-Fahrplan eingerichtet. Da Mitarbeiter aufgrund der Kita-Schließungen ihre Kinder selbst betreuen müssten, würde Personal fehlen. Auch Fahrkarten-Kontrollen sollen wegfallen.

Sollten die Behörden in einem Zug einen Corona-Verdacht feststellen, werde der Bereich gesperrt und nach der Fahrt gereinigt und desinfiziert.

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Wie soll ich mich jetzt verhalten?

Das Bundesministerium für Gesundheit rät, auf Reisen zu verzichten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu meiden und von zu Hause aus zu arbeiten, wenn die Möglichkeit besteht. Im Allgemeinen sollten jegliche Kontakte reduziert werden. Auch ein Mindestabstand von 1,50 Meter sei einzuhalten.

Wer innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz, in Österreich oder in einem anderen Risikogebiet war, sollte freiwillig zwei Wochen zu Hause bleiben, und zwar unabhängig davon, ob Symptome da sind oder nicht. Weitere Verhaltens- und Schutzhinweisen findet ihr auf der Webseite des Ministeriums.

Stand: 21.03.2020, 10:21 Uhr

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