Allgäuer Bergbauernmuseum: Lohnt sich der Besuch?

Bei eurem nächsten Besuch im Allgäu dürft ihr dieses Museum nicht verpassen: Vor den malerischen Allgäuer Alpen ist das weitläufige Freiluftgelände des Allgäuer Bergbauernmuseums Immenstadt – Diepolz ideal, um mehr über das Leben der Allgäuer Bauern und das Landleben von früher und heute zu erfahren. Vor allem für Familien mit Kindern dürfte das interaktive Museum das perfekte Ausflugsziel im „Gäu“ sein.

Lohnt sich ein Besuch im Allgäuer Bergbauernmuseum?

Schon seit 2002 erfreut sich das Museum besonders bei kleinen Kindern und auch Erwachsenen großer Beliebtheit: Vor der malerischen Kulisse der Allgäuer Alpen, hat man hier eher das Gefühl in einem großen Naturpark zu sein, als in einem Museum. Auf dem weitläufigen Freiluftgelände erfahrt ihr in 11 interaktiv gestalteten Mitmach-Stationen mehr über das Leben der Allgäuer Bauern. Durch die vielen Quiz, die zu lösenden Aufgaben und die ausführlichen Informationen an den einzelnen Stationen vergeht die Zeit wie im Flug.

Das Museum widmet sich nicht nur den Allgäuer Bauern, sondern auch anderen Themen rund um das Landleben. In einer weiteren Ausstellung können die kleinsten Besucher beispielsweise mit traditionellem Spielzeug ihrer Eltern und Großeltern spielen. (Dosenwerfen, mit Holzkegelbahn kegeln, mit Steckenpferden auf den Außenspielplätzen reiten). Besonderes Highlight sind alte Tierrassen, die Besucher überall auf dem Hof sehen und streicheln können. Dazu gehören Esel, flauschige Schafe, Hühner und auch Schweine. Der große Traktorenparcour und der Heustadl, wo man von einer Plattform ins Heu hüpfen kann, sind besonders beliebt bei Kindern.

Fototipp: Alle Tiere auf dem Gelände sind Menschenkontakt gewohnt und lieben es gekrault zu werden. Perfekt für ein Foto, denn so nah kommt ihr Bauernhoftieren wohl nur selten.

Anreise nach Immenstadt-Diepolz

Lage:Immenstadt-Diepolz
Eintritt:Kinder < 7 Jahre, frei
Öffnungszeiten:tgl. März – Nov.
Must-Do:Durch den Kuhmagen laufen
Besonderheit:Sehr Familienfreundlich
Allgäuer Bergbauernmuseum

Das Allgäuer Bergbauernmuseum ist von vielen Richtungen aus gut mit öffentlichen Busverbindungen zu erreichen. Die Haltestelle „Diepolz Museum“ in Diepolz dient als Ausstiegsstelle. An Wochenenden und Feiertagen kann die Anreise mit dem ÖPNV allerdings etwas schwieriger sein, weil es nicht so viele Verbindungen gibt. Für diese Tage bietet sich eine Fahrradtour durch das Allgäu mit einem Zwischenstopp am Museum an.

Für die Anreise mit dem Auto: Ab Kempten folgt ihr der B19 und nehmt die Ausfahrt Richtung Missen/ Niedersonthofen. Anschließend folgt ihr der Straße bis nach Diepolz, wo ihr zwei große Parkplätze findet. Auf dem Weg genießt ihr die Aussicht auf den malerisch schönen Niedersonthofener See und den Grünten im Hintergrund (Wächter des Allgäus). Wenn ihr aus Lindau kommt, nehmt ihr die B32 bis nach Röthenbach und erreicht das Museum in etwa einer Stunde.

Von der Alm in den Kuhmagen

Im Haupthaus des Bergbauernmuseums mit großem Museumsshop erwerben wir zunächst unsere Tickets und steigen dann rechts die Treppe hinauf. Dort oben eröffnet sich uns sogleich die erste Ausstellung, die das Leben der Bauern auf der Alm thematisiert. Gleich begrüßt uns eine lebensgroße Kuhfigur sowie Produkte aus aller Welt, die aus Allgäuer Milch hergestellt wurden.

Anschließend führt unser Weg hinaus zum weitläufigen Gelände. Wir folgen dem beschilderten Rundweg, der uns vorbei an einem großen Spielplatz zum Wiedemann-Hof führt. Hier blöken uns schon gleich kleine Lämmchen an und wollen gekrault werden, während frei laufende Hühner nebenan im Gras picken.

In diesem Ausstellungsteil erfahrt ihr alles über alte Tierrassen und das wichtigste Nutztier der Bauern: der Kuh. Außerdem findet ihr hier mein persönliches Highlight: Von einer hohen Plattform könnt ihr hier ins duftende Heu springen! Im begehbaren Kuhmagen erfahren wir, wie der Verdauungsprozess einer Kuh abläuft und wie die Herstellung unserer Milchprodukte funktioniert. Ein kurioser Fakt aus der Ausstellung „Rund um die Kuh“: Wusstet ihr, dass eine Kuh täglich 80–120 Liter Wasser trinkt und dabei eine volle Badewanne Spucke produziert?

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Traktoren und niedrige Decken im Bergbauernmuseum

Danach folgen wir dem Weg und kommen an einem Bienenhaus vorbei. Hier summt es lebhaft und Rätsel über die Imkerei gilt es zu lösen. Im nächsten Haus, der Panoramaantenne, fahren die jüngsten Besucher des Museums auf Spiel-Traktoren, laden Heu auf und streicheln den Esel auf der angrenzenden Koppel.

Laufen wir den Weg ein Stück weiter nach oben, kommen wir zur nächsten Station am Sattler-Hof. Hier müsst ihr euch etwas bücken, denn dieser denkmalgeschützte Hof hat sehr niedrige Decken (in früheren Zeiten üblich). Dort erfahrt ihr, wie in der Vergangenheit gekocht, genäht, gefilzt und sich gekleidet wurde. Ein paar kleine Kinder haben sich in die traditionellen Gewänder der Station gekleidet und drehen sich vor dem Spiegel in den bunten Stoffen.

Hölzerne Bauernstube. Mehrere Möbelstücke stehen inmitten des Raumes, auch ein Spinnrad im rechten Bildrand.
Bauernstube @Silvano Rebai

Holzer in der Rosshütte und leckere Einkehr

Jetzt steigen wir einige Höhenmeter hinauf, vorbei am großen Waldspielplatz, bis zur Rosshütte. Dort bekommen wir einen Einblick, wie anstrengend die Arbeit der „Holzer“ (Waldarbeiter) früher war. Es fühlt sich fast so an, als sei das lebensgroße Holzrücke – Pferd im Stall lebendig und fängt jeden Moment an zu wiehern.

Von hier geht es dann geradeaus zur Höfle-Alpe, wo wir uns auf der großen Dachterrasse eine leckere Brotzeitplatte bestellen und den Kindern zuschauen, wie sie die Schweine von nebenan nachmachen. Einfach herrlich!

Auf dem Rückweg, vorbei an der Außenausstellung zum Thema „Bauern aus aller Welt“, geht es wieder hinunter in Richtung Haupthaus. Davor schauen wir aber noch einmal zum Wiedemann-Hof, wir haben da nämlich eine Station vergessen: Hier befindet sich mittlerweile die Dauerausstellung zum Thema „Spielen früher“.

Ihr könnt dort Dosenwerfen, Kegeln, mit einem Holzflipper und Steckenpferden spielen, angeln, malen und vieles mehr. Die Idee dahinter ist laut dem Museumsdirektor: Kinder, in einer von Reizen überfluteten Welt, das Spielen mit einfachen Dingen wieder näherzubringen. Es soll verdeutlichen, dass zur Unterhaltung nicht zwingend viele Spielsachen oder Handyspiele erforderlich sind; oftmals reichen simple Gegenstände.

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Fazit

Besonders schätze ich am Bauernhofmuseum die entspannte Atmosphäre und liebe es den ganzen Tag an der frischen Luft von Haus zu Haus zu flanieren und mich in den alten Stuben in vergangene Zeiten zurückzuträumen. Mit viel Liebe zum Detail werden die Museumsinhalte stetig erneuert.

Auch deshalb ist das Allgäuer Bergbauernmuseum ein lohnendes Ausflugsziel für euren nächsten Tag im Allgäu. Das große Freilichtgelände mit den einzelnen Stationen ist spannend für Erwachsene und vermittelt in den detailreichen Ausstellungsinhalten Wissen über das Leben der Allgäuer Bauern. Besonders aber Familien mit kleinen Kindern kommen hier regelmäßig zum Toben, Spielen und Tiere streicheln her. Empfehlenswert ist ein Blick in den Veranstaltungskalender. Bei schlechtem Wetter solltet ihr euch dementsprechend kleiden, weil man zwischen den Stationen viel unter freiem Himmel läuft. Dafür braucht ihr dementsprechend auch genügend Zeit, weshalb ihr euch am besten einen ganzen Tag dafür reserviert.

Lage

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