Versteckte Bergtäler, smaragdgrüne Seen und jahrhundertealte Karawanenrouten: Kirgisistan ist das Abenteuer-Reiseziel schlechthin für Aktivreisende. Zwischen China, Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan gelegen, offenbart das Land spektakuläre Attraktionen und interessante Orte abseits bekannter Pfade. Kirgisistan hat eine große natürliche Vielfalt, die sowohl Gipfelstürmer als auch kulturelle Schatzsucher begeistert. Besonders in den Sommermonaten bietet das zentralasiatische Land zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die darauf warten, entdeckt zu werden.
Top-Sehenswürdigkeiten in Kirgistan im Überblick
Kirgisistan (auch bekannt als Kirgisien oder Kirgistan) mit rund 7,2 Mio. Einwohnern erstreckt sich über knapp 199.900 km² Hochgebirgslandschaft im Herzen Asiens. Geprägt von den mächtigen Tien-Shan-Gipfeln, bietet das Land spektakuläre Seen wie den Issyk-Kul, endlose Sommerweiden und historische Karawanenstationen.
Die Nähe zu China und Kasachstan spiegelt sich in wechselhaften Klimazonen wider: heiße und trockene Sommer im Tiefland, während der Winter in den Bergen sehr rau ausfällt. In den Bergen wanderst du entlang uralter Pfade, während in Städten wie Bischkek und Osch pulsierendes Leben und Basare locken. Kirgisistan ist ein Paradies für alle, die Natur und Abenteuer abseits der ausgetretenen Pfade suchen.
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#kirgistan
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1. Ala-Archa Nationalpark: Gletscher, Schluchten und Bergabenteuer

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| Lage: | südlich von Bischkek |
| Must-See: | Gletscherzunge |
| Beste Reisezeit: | Mai bis September |
Rund 30 km südlich von Bischkek führt die schroffe Schlucht des Ala-Archa-Nationalparks direkt in die hochalpinen Tien-Shan-Pässe. Gipfel wie der Pik Semjonow-Tjan-Schanski (4.895 m) und zerklüftete Gletscher prägen das Landschaftsbild.
Beliebte Wanderungen, etwa zur Ak-Sai-Gletscherzunge oder zur Chong-Kemin-Schlucht, dauern vier bis sechs Stunden. Ambitionierte Bergsteigerinnen und Bergsteiger können Gipfeltouren planen oder in einfachen Berghütten übernachten. Der Nationalpark gilt als ideales Ziel für alle, die alpine Landschaften und Ruhe fern der pulsierenden Hauptstadt schätzen.
2. Traveler’s Pass: Eine der eindrucksvollsten Wanderungen Kirgistans


| Höhe: | 4.150 Meter |
| Beste Reisezeit: | Juni – September |
| Notwendig: | Akklimatisierung |
Die Tour vom Tulpar-See hinauf zum Traveler’s Pass auf 4.150 Metern zählt zu den eindrucksvollsten Wandererlebnissen in Kirgistan. Auf rund 7 Kilometern und nach etwa vier Stunden Aufstieg eröffnet sich ein Panorama, das jeden Schritt belohnt: farbenprächtige Berghänge und – bei klarer Sicht – der majestätische, schneebedeckte Lenin Peak.
Alternativ lässt sich die Strecke auch hoch zu Ross bewältigen. In den Jurtencamps am Startpunkt der Route werden Pferde verliehen, sodass man die Rückkehr gemütlich und aus einer ganz neuen Perspektive genießen kann.
3. Issyk-Kul-See: Das Meer in den Bergen

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| Lage: | Ost-Kirgistan |
| Ausdehnung: | 6.236 km² |
| Must-Do: | Schwimmen |
Der Issyk-Kul, der zweitgrößte Gebirgssee der Welt, liegt auf 1.607 Metern Höhe inmitten einer beeindruckenden Bergkulisse. Der See ist rund 180 Kilometer lang und bis zu 60 Kilometer breit. Aufgrund seines salzhaltigen Wassers und warmer Unterwasserquellen friert er selbst im Winter nicht zu. In den Sommermonaten ist das Wasser an den Ufern von Städten wie Cholpon-Ata und Karakol warm genug zum Baden.
Neben Sonnenuntergangsfahrten und Ausflugsbooten bietet die Region Sehenswürdigkeiten wie antike Petroglyphen und heilsame Mineralquellen in Barskoon, die den See zu einem besonderen Reiseziel machen.
4. Song-Köl-See: Natur-Idylle bei Nomaden


| Gebirge: | Naryn |
| Höhenlage: | 3.016m |
| Must-See: | Jurtenlager mit lokalen Speisen |
Auf 3.016 Metern Höhe liegt der abgelegene Song-Köl-See im Naryn-Gebirge. Jedes Jahr im Frühsommer treiben Hirten ihre Herden zu den satten Weiden rund um den See und errichten Jurtenlager. Die klare Bergluft, das türkisfarbene Wasser und die Stille machen den Song-Köl zu einem der idyllischsten Ausflugsziele Kirgisistans.
Übernachtungen im Jurtencamp, Ausritte in die umliegenden Hügel oder der Genuss traditioneller Speisen ermöglichen einen authentischen Einblick in das Leben der Nomaden. Die Anreise erfolgt idealerweise mit dem Auto von Sarybulak, während der Ritt mit dem Pferd von Kyzart als Geheimtipp gilt.
5. Tash Rabat: Massive Karawanenstation aus Stein

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| Höhenlage: | ca. 3.100 m |
| Eintritt: | 150 SOM (1,50 €) |
| Baujahr: | 15. Jahrhundert |
Versteckt im At-Baschatal auf rund 3.100 Metern Höhe ist Tash Rabat ein gut erhaltenes Relikt aus der Zeit der Karawanen im 15. Jahrhundert. Das massive Steingebäude umfasst 31 Räume rund um einen Innenhof und diente Händlern auf der Seidenstraße als Rastplatz.
Die karge, alpine Umgebung verstärkt die mystische Atmosphäre. Der Weg dorthin – ob zu Fuß oder mit dem Fahrzeug – führt über Hochweiden und entlang klarer Gletscherbäche. Tash Rabat zählt zu den außergewöhnlichen historischen Sehenswürdigkeiten des Landes.
6. Kel-Suu-See: Verborgener Bergsee

| Lage: | Südost-Kirgistan |
| Must-Do: | Camping am Ufer |
| Zufahrt: | Nur mit Geländewagen |
Kel-Suu liegt tief im Inneren des Kok-Kiya-Tals auf rund 3.514 Metern Höhe. Der entlegene Gletschersee erstrahlt in leuchtendem Blau und ist nur nach einer mehrtägigen Trekkingtour oder mit einem Geländewagen erreichbar.
Mit seinen Eisrändern, die bis in den Sommer hinein sichtbar bleiben, hinterlässt der See einen bleibenden Eindruck. Camping am Ufer und Angeln zählen zu den gängigen Aktivitäten. In den Wintermonaten wird Kel-Suu meist nur von Einheimischen besucht, doch die Fahrt über das gefrorene Wasser gilt als spektakuläres Erlebnis.
7. Skazka Canyon: Farbenfrohe Märchenlandschaft

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| Lage: | Südlich des Issyk-Kul-Sees |
| Must-Do: | Wanderung durch den Canyon |
| Beste Reisezeit: | Mai bis September |
Nahe dem südlichen Ufer des Issyk-Kul-Sees erstreckt sich der Skazka Canyon, auch „Märchenschlucht“ genannt. Bizarre Felsformationen in leuchtenden Rot-, Orange- und Gelbtönen prägen die Landschaft.
Über Jahrhunderte hat die Erosion durch Wind und Wasser diese einzigartigen Sandsteinskulpturen zu Türmchen, Säulen und Bögen geformt. Kurze Wanderwege mit einer Dauer von ein bis zwei Stunden führen durch die faszinierende Schlucht. Die eindrucksvolle Farbenvielfalt und die surrealen Formen machen den Canyon zu einem beliebten Motiv, insbesondere für Fotografie und Naturbeobachtung.
8. Burana-Turm & Balasagun: Relikte der Karawanenzeit

| Entstanden: | 11. Jhd. |
| Höhe: | knapp 24 m |
| Eintritt: | 110 Som (1,10€) inkl. Museum |
Ungefähr 80 Kilometer östlich von Bischkek befinden sich die Überreste der mittelalterlichen Stadt Balasagun mit dem Burana-Turm, einem Minarett aus dem 11. Jahrhundert. Ursprünglich war der Turm 45 Meter hoch, doch ein Erdbeben reduzierte ihn auf seine heutige Höhe von rund 24 Metern.
Eine gewundene Treppe ermöglicht den Aufstieg, von dem sich ein weiter Blick über die kirgisische Steppe eröffnet. Im angrenzenden Freilichtmuseum sind zahlreiche Steinmänner und Grabstätten zu sehen. Der Ort verbindet kulturelle Bedeutung mit landschaftlicher Reizwirkung und eignet sich besonders für Zwischenstopps auf der Strecke zwischen Bischkek und Karakol.
9. Jeti-Oguz-Schlucht: Das rote Paradies in Kirgistan

| Must-See: | Seven Bulls |
| Entfernung: | Rund 35 Minuten von Karakol |
| Gestein: | Rote Sandsteinfelsen |
Die Jeti-Oguz-Schlucht ist bekannt für ihre sieben roten Felsblöcke („Jeti-Oguz“) und die Formation des „Gebrochenen Herzens“. Die markante rote Farbe des Sandsteins geht auf einen hohen Anteil an Eisenoxiden zurück.
Wanderungen mit einer Dauer von zwei bis vier Stunden führen durch Wälder und zu Wasserfällen. In der Nähe laden heilende Thermalquellen zur Erholung ein und bilden einen Kontrast zu den körperlich fordernden Touren. Während der Sommermonate besteht die Möglichkeit, bei lokalen Gastfamilien in Jurten zu übernachten und traditionelle Speisen zu genießen.
10. Barskoon-Schlucht: Wunderschöne Landschaften und Weltraumgeschichte

| Lage: | Südseite des Issyk-Kul-Sees |
| Gebirge: | Tianshan |
| Besonderheit: | Denkmal an Kosmonauten |
Am Südufer des Issyk-Kul-Sees zweigt die Barskoon-Schlucht in das Tianshan-Gebirge ab. Die Region beeindruckt mit steilen Hängen, dichten Kiefernwäldern und mehreren markanten Wasserfällen.
Besonders bekannt ist der Wasserfall „Tears of the Snow Leopard“, der über einen kurzen, aber steilen Wanderweg erreichbar ist. Ein Denkmal am Eingang erinnert an den Kosmonauten Juri Gagarin, der die Gegend nach seinem historischen Raumflug besucht haben soll. Die eindrucksvolle Natur und die ruhige Atmosphäre machen Barskoon zu einem lohnenden Zwischenstopp auf der Strecke zwischen Karakol und Skazka.
11. Altyn-Arashan: Heißes Wasser in rauer Bergwelt


| Must-Do: | Baden in den heißen Quellen |
| Unterkunft: | Jurten oder Gasthäuser |
| Fauna: | Schneeleoparden und Bären |
Das abgelegene Altyn-Arashan-Tal in der Nähe von Karakol gilt als Rückzugsort für alle, die Ruhe und heiße Quellen schätzen. Das Hochtal ist von schneebedeckten Gipfeln und dichten Wäldern umgeben.
Die alpine Landschaft lässt sich auf Wanderpfaden erkunden, während natürliche Thermalbecken zur Entspannung einladen. Übernachtet wird meist in einfachen Gästehäusern oder traditionellen Jurten, die häufig über eigene Thermalbecken verfügen. In den Wintermonaten ist das Tal mit Ski oder Schneemobil erreichbar, während es im Sommer auch zu Fuß oder mit dem Geländewagen zugänglich ist.
Weitere Reisetipps in Zentralasien
Schon gewusst? Für die Einreise nach Kirgisistan genügt deutschen Staatsangehörigen ein Reisepass, da für Aufenthalte bis zu 60 Tagen kein Visum erforderlich ist. Der internationale Flughafen Manas bei Bischkek ist gut an europäische Drehkreuze angebunden. In abgelegenen Regionen verkehrt der öffentliche Transport nur unregelmäßig, weshalb Autostopp und Sammeltaxis gängige Alternativen darstellen.
Die Landeswährung heißt Som und steht in etwa im Verhältnis von 100:1 zum Euro. Kartenzahlungen sind meist nur in Bischkek und Osch möglich. Kirgisisch und Russisch sind Amtssprachen, während Englisch nur vereinzelt verstanden wird. Wildcampen ist in der Regel erlaubt, jedoch sollte insbesondere in der Hochsaison Rücksicht auf Weideflächen und Jurtenlager genommen werden. In den Wintermonaten können Gebirgspässe durch Eis und Schnee unpassierbar sein.
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