Hoch über dem Leinetal, im kleinen Ort Pattensen bei Hannover, thront zwischen dichten Bäumen ein besonderes Bauwerk, das wirkt, als wäre es einem Märchen entsprungen. Schon von Weitem sind die spitzen Türme und die majestätischen Mauern von Schloss Marienburg sichtbar. Einst wurde es als Liebesgeschenk eines Königs erbaut, heute erzählt das Schloss die Geschichte von Glanz, königlicher Romantik und dem letzten hannoverschen Königshaus. Eine kurvige Straße schlängelt sich den Berg hinauf bis zum Schloss. Führt sie tatsächlich zu einem der beeindruckendsten Bauwerke in Niedersachsen?
Lohnt sich der Besuch von Schloss Marienburg?









Schloss Marienburg liegt rund 30 Kilometer südlich von Hannover in der Kleinstadt Pattensen und gilt als eines der schönsten neugotischen Bauwerke Deutschlands. Errichtet wurde es zwischen 1858 und 1869 im Auftrag von König Georg V. von Hannover. Der Bau war ein Geschenk an seine Frau, Königin Marie, nach der das Schloss später benannt wurde.
Marienburg war als Sommerresidenz und Rückzugsort der Königsfamilie gedacht. Königin Marie und ihre Tochter wohnten darin allerdings nur von 1866 bis 1867, vor ihrer Flucht ins Exil. Heute steht auf dem dicht bewachsenen Berg ein beeindruckendes Zeugnis der königlichen Geschichte in Niedersachsen, in die Besucher eintauchen können.
Fototipp: Einen der schönsten Blicke auf das Schloss habt ihr von der Straße, die vom Ort Nordstemmen zum Marienberg führt. Von hier aus sieht man das Schloss in seiner ganzen Pracht sowie den bewaldeten Hang darunter. Durch die Allee und die Straße entsteht Tiefe im Bild, und das Schloss wirkt besonders imposant.
Anreise zum Schloss Marienburg
| Lage: | Pattensen bei Hannover |
| Erbaut: | 1858 bis 1869 |
| Baustil: | Neugotik |
| Höhenlage: | 135 m (auf dem Marienberg) |
| Filmkulisse: | bekannt aus „Maxton Hall“ |
Schloss Marienburg ist am besten über den Ort Nordstemmen, unterhalb von Pattensen, zu erreichen. Wer mit dem Auto von Hannover anreist, folgt einfach der B3 in Richtung Hildesheim und fährt bis zur Abfahrt Nordstemmen. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer über Schulenburg bis zum Schloss. Kurz vor dem Ziel weist eine gut sichtbare Beschilderung den Weg direkt zum Schloss. Parkmöglichkeiten finden sich am Fuß des Marienbergs oder oben vor dem Schlosspark.
Mit der Bahn erreicht ihr Nordstemmen bequem über die Strecke Hannover–Göttingen. Vom Bahnhof Nordstemmen aus benötigt ihr zu Fuß rund 30 Minuten bis zum Marienberg. Wer mit dem Fahrrad anreist, kann die Leine-Heide-Route nutzen, die direkt am Schloss vorbeiführt.
Die magische Anfahrt zum Schloss Marienburg
Wir starten am frühen Morgen von Hannover. Je näher man Nordstemmen kommt, desto deutlicher erhebt sich das Schloss über dem Tal. Die Straße führt uns vorbei an Feldern und kleinen Dörfern, bis der Marienberg direkt vor uns auftaucht. Wir fahren durch die Allee, die uns direkt an den Fuß des Berges bringt.
Von hier unten betrachtet wirkt das Schloss in der Kulisse fast unwirklich. Die hohen Türme ragen über den Wald hinaus – eben so, wie man sich ein Schloss in Märchen vorstellt. Nach der letzten Kurve öffnet sich der Blick, und wir sehen das Schloss in seiner vollen Pracht. Es macht einen majestätischen Eindruck, ist aber dennoch ruhig in die Landschaft eingebettet.
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Empfangen von kunstvollen Fenstern
Wir folgen der kurvigen Straße auf den Marienberg bis zum Schlossparkplatz. Von hier aus führt ein breiter Weg direkt auf Schloss Marienburg zu. Die großzügige Anlage ist von Bäumen gesäumt, und obwohl wir nur wenige Meter von den Schlossmauern entfernt stehen, sind sie immer wieder durch die dichten Äste verdeckt. Als sich der Wald lichtet, baut sich das Schloss in seiner vollen Größe vor uns auf. Die hellen Sandsteinmauern werden sanft vom Sonnenlicht angestrahlt.
Nun laufen wir direkt auf das Haupttor zu, das von zwei runden Türmen eingerahmt ist. So nah am Schloss werden die Details in den Mauern deutlich sichtbar. Die schweren Türen sind mit dunklen Verzierungen geschmückt, und zu unserer Linken erhebt sich die Schlosskapelle. Bereits von außen lassen sich die kunstvollen Fenster erkennen, die durch die Sonne in allen Farben leuchten.
Der Royal Pfad: Einmal um das Schloss Marienburg wandern
Auf dem Royal Pfad lässt sich die gesamte Anlage einmal umrunden. Hier wird deutlich, wie groß Schloss Marienburg wirklich ist. Zuerst führt der Weg durch den Schlosspark, wir kommen an alten Türen und weiteren Türmen vorbei. Dann wird der Weg schmaler und schlängelt sich durch den dichten Wald unterhalb des Schlosses, dicht entlang der Mauer. Immer wieder geht unser Blick nach oben zu den Zinnen, die sich majestätisch über uns erheben.
Von hier aus sieht man das Bauwerk aus einer anderen Perspektive, erkennt die feinen Steinornamente und die kleinen Erkerfenster, die wie Beobachtungsposten über den Hang wachen. Auf dem Rundweg laufen wir direkt am Fuß der Schlossterrasse entlang und umrunden die Anlage, bis wir am alten Erdkeller ankommen. Eine Infotafel erklärt, wie hier früher Vorräte gelagert wurden. Nun stehen wir auch am Fuße der Schlosskapelle. Der Turm mit den hohen Fenstern ragt über uns hinaus.
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Fazit
Hier oben auf dem Marienberg thront tatsächlich eines der beeindruckendsten Bauwerke Niedersachsens. Die märchenhafte Lage, die neugotische Architektur und die filigranen Details machen den Besuch von Schloss Marienburg zu einem echten Erlebnis. Durch den Spaziergang um das Schloss und die (digitale) Führung durch die Innenräume bekommt man die Möglichkeit, für einen Moment in ein echtes Märchen einzutauchen. Und das ist garantiert nicht nur etwas für Architekturbegeisterte oder Geschichtsfans.
Ein weiteres architektonisches Highlight wartet übrigens direkt im Stadtzentrum von Hannover: das Neue Rathaus. Mit seiner prächtigen Fassade erinnert es mehr an ein Schloss als an ein Verwaltungsgebäude.
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