Verstecktes Naturjuwel: Klammsteig zur Neuen Alplhütte

Es gibt sie noch – diese besonderen Orte, die nicht auf jeder Bucket-List stehen, aber einem für immer im Gedächtnis bleiben. Versteckt zwischen schroffen Felswänden und dichten Wäldern, abseits der großen Wanderströme, liegt ein kleines Paradies: der Telfer Klammsteig in der Mieminger Kette. Wer sich auf diese mittelschwere Tour einlässt, taucht ein in eine fast vergessene Welt aus wildromantischen Schluchten, imposanten Bergmassiven und herrlichen Ausblicken.

Lohnt sich die Wanderung über den Telfer Klammsteig?

Die Wanderung über den Telfer Klammsteig zur Neuen Alplhütte ist eine mittelschwere Rundtour in der Mieminger Kette. Auf rund 11 Kilometern Länge gilt es etwa 750 Höhenmeter zu überwinden. Die Route führt zunächst durch die beeindruckende Telfer Klamm mit ihren steilen Felswänden und wildem Wasser, wobei ein besonderes Highlight die spektakuläre Hängebrücke über den Griesbach ist.

Weiter geht es durch das sogenannte Steinerne Meer – eine faszinierende Landschaft aus Felsen – bis hinauf zur malerisch gelegenen Neuen Alplhütte. Die Hütte ist vor allem bei Einheimischen beliebt und noch ein echter Geheimtipp. Gut zu wissen: Der Startpunkt der Wanderung befindet sich hinter dem Thöni-Werk in Telfs, wo ihr kostenlos parken könnt. Die Straße ist nicht in Google Maps verzeichnet.

Fototipp: Die Hängebrücke am Ende der Klamm bietet einen spektakulären Fotospot. Unter euch rauscht der Griesbach, links und rechts ragen steile Felswände empor, und im Hintergrund zeichnen sich eindrucksvoll die Berge ab – ein perfektes Motiv für dramatische Landschaftsaufnahmen!

Start:Hinter dem Thöni-Werk in Telfs
Strecke:11,5 km
Höhenmeter:754 hm
Gehzeit:5 Std.
Schwierigkeit:Mittel

Anreise nach Telfs

Los geht’s am Ortsrand von Telfs. Das Städtchen liegt rund 25 Autominuten von Innsbruck entfernt, ist aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Per EC geht’s dann zum Innsbrucker Hauptbahnhof und ab da verkehrt die S-Bahn bis Telfs-Pfaffenhofen. Wenn ihr mit Bus und Bahn anreisen möchtet, müsst ihr aber ein paar Meter Fußweg mehr einplanen.

Wir sitzen im Auto und düsen am Thöni-Aluwerksgelände vorbei zu einer kleinen Parkfläche. Die Plätze zum Parken sind begrenzt und am Wochenende oftmals voll. Auch unter der Woche lohnt sich eine frühe Anreise. Oder ihr macht es wie die Einheimischen, die vor uns die Parkflächen erreicht haben. Diese Wanderer haben sich von einem Taxi bringen und absetzen lassen. Dadurch geht man der Parkplatzsuche natürlich komplett aus dem Weg.

Entlang des Griesbachs über Treppen & Stege

Wenige Meter später stehen wir inmitten wilder Natur. Ein schmaler Pfad führt uns tiefer hinein in die Klamm, immer am fröhlich plätschernden Griesbach entlang. Anstelle von Straßenlärm und Menschengemurmel sind hier nur noch das Zwitschern der Vögel, das Rauschen der Blätter und unsere eigenen Schritte zu hören. Und bald auch unsere Atmung. Denn es geht erstmal flach los, doch bald schon werden wir uns viele kleine Serpentinen hinaufschlängeln.

Die steilste Stelle führt nahezu senkrecht eine Felswand nach oben. Diese Wand wäre unbezwingbar, hätte man nicht eine Konstruktion aus hölzernen Treppen an ihr befestigt. Die Stiegen gibt’s erst seit 2018. Nach einem Felssturz war die Klamm einige Zeit unbegehbar. Jetzt wartet diese spannende (und fotogene) Passage auf Wanderer.

Schaukelnde Hängebrücke und mächtiges Felsenlabyrinth

Mein persönliches Highlight ist die luftige Hängebrücke, die kurz darauf folgt. Sie spannt sich über das weitläufige Flussbett des Griesbachs. Beim Drüberlaufen schwankt sie bei jedem Schritt. Und sobald ich den Blick senke, wird mir ein bisschen mulmig zumute. Denn durch den Gitterrost hindurch kann ich den Boden erkennen. Hui, gar nicht easy für Menschen mit Höhenangst.

Es bleibt aber auch danach noch weiter spannend. Wir spazieren über die weitläufigen Almwiesen am Straßberghaus (leider geschlossen) vorbei und steigen dann durch das sogenannte Steinerne Meer auf. Hier befinden wir uns in einem Labyrinth aus kleinen und großen Felsbrocken. Der Weg schlängelt sich mitten hindurch und so ist es, als spazieren wir über eine Mondlandschaft.

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Fazit

Schließlich erreichen wir das Neue Alplhaus. Hier wartet der verdiente Einkehrschwung auf einer riesigen Sonnenterrasse und ihr könnt euch von österreichischen Spezialitäten verwöhnen lassen. Die Lage der Hütte ist super. Umgeben von den schroffen Gipfeln der Mieminger Kette. Und gut zu wissen: Falls die Hütte mal geschlossen sein sollte, gibt es einen Kühlschrank mit Getränken zur Selbstbedienung auf Vertrauensbasis.

Mir persönlich hat die gesamte Tour richtig gut gefallen. Wir waren ganz einsam in der natürlichen Bilderbuchkulisse unterwegs. Wer also auf der Suche nach einer mittelschweren Tour mit viel Naturgenuss ist, ist hier genau richtig. Die Runde eignet sich auch super für fitte Kids.

Karte

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