Die „Sommerhauptstadt Europas“ lockt bis heute Gäste aus aller Welt nach Baden-Württemberg. Baden-Baden hat auf engstem Raum außergewöhnliche Attraktionen und ein einzigartiges Flair zu bieten. Unsere Reisetipps helfen euch dabei, die herausragenden Sehenswürdigkeiten in der Kurstadt zu entdecken. Interessante Orte gibt es im historischen Stadtzentrum, aber auch in der umgebenden, zauberhaften Natur des Schwarzwalds. Egal, ob ihr einen stilvollen Wellnessurlaub, eine unvergessliche Kulturreise oder faszinierende Naturerlebnisse sucht, Baden-Baden ist seit zwei Jahrtausenden ein besonderes Reiseziel.
Top-Sehenswürdigkeiten in Baden-Baden im Überblick
Baden-Baden gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im 19. Jahrhundert trafen sich hier die gekrönten Häupter Europas, aber auch namhafte Künstler, Musiker und Literaten. Die Stadt an der Oos hat viel von der Eleganz und dem Savoir-vivre jener Zeit bewahrt: In der Lichtentaler Allee und im Kurpark könnt ihr wie einst flanieren. Die Trinkhalle, das Kurhaus oder das Friedrichsbad entführen euch in die glanzvolle Belle Époque.
Die Altstadt mit dem Neuen Schloss ist malerisch. Verpasst auch nicht die Burgruine Hohenbaden, die phänomenalen Battertfelsen und den Merkurberg. Fans moderner Kunst kommen im Museum Frieder Burda voll auf ihre Kosten. Musikenthusiasten pilgern zum Festspielhaus. Kommt mit nach Baden-Baden, in die charmante „kleinste Weltstadt“ mit ihren rund 57 000 Einwohnern.
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#baden-baden
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1. Lichtentaler Allee: Traumhafte Parkanlage an der Oos


| Fläche: | Vom Theater zum Kloster Lichtenthal |
| Länge: | 2,3 km |
| Must-See: | Gönneranlage |
Als sich Baden-Baden allmählich zur Sommerhauptstadt Europas wandelte, wurde das Tal entlang der Oos bis nach Lichtental zu einem wunderschönen Park ausgebaut. Dort kann man trefflich flanieren, bis heute.
Alter Baumbestand, der farbenprächtige Dahliengarten, die historische Gönneranlage oder eine ab und zu vorbeikommende Kutsche versetzen einen gleichsam ins 19. Jahrhundert zurück. Jede Jahreszeit in der Lichtentaler Allee ist ein Erlebnis: Im Frühjahr könnt ihr in ein Meer aus Krokussen eintauchen, und im Herbst leuchtet die Allee in allen Rot- und Gelbtönen. Bis heute ist die Lichtentaler Allee der Place to be in Baden-Baden.
2. Kurhaus & Casino: Treffpunkt der Haute Vollee

| Lage: | Kurpark |
| Errichtet: | 1824 |
| Baumeister: | Friedrich Weinbrenner |
Schon Dostojewski hat über Freud und Leid eines Glücksspielmaniacs geschrieben. Aber egal, ob ihr Roulette spielen oder einfach nur die herrlichen Räume des Baden-Badener Casinos im Kurhaus erleben wollt, ein Besuch lohnt sich definitiv.
Die Säle sind mit monumentalen Gemälden in neobarocken Szenen ausgemalt. Prachtvolle Möbel, Kristalllüster und eine exquisite Atmosphäre kennzeichnen diesen einzigartigen Ort. Der Rote Saal wurde im Stil von Schloss Versailles gestaltet, der Salon Pompadour erinnert an das Grand Trianon. Im Bénazet-Saal und im historischen Weinbrenner-Saal finden exklusive Veranstaltungen statt.
3. Caracalla-Therme: Thermenlandschaft, Spa und Saunieren

| Eröffnet: | 1985 |
| Fläche: | 5.000 Quadratmeter |
| Qualitätssiegel: | Wellness Stars Deutschland |
Die Caracalla-Therme bezieht sich auf einen antiken römischen Kaiser gleichen Namens. Dieser führte die bald zwei Jahrtausende währende Bädertradition in Aquae, heute Baden-Baden, ein.
Die an antike Tempel erinnernde zeitgemäße Thermenlandschaft mit Innen- und Außenbereich bietet die ultimative Erholung in großzügigem Ambiente. Eine gläserne Kuppel mit Säulen und spektakulären Marmorelementen fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild. Besondere Wellness-Angebote, wohltemperierte Badefreuden mit Whirlpool unter freiem Himmel und verschiedene Saunatypen lassen keine Wünsche offen.
4. Trinkhalle: Historische Wandelhalle mit Fresken


| Erbaut: | 1839 bis 1842 |
| Baumeister: | Heinrich Hübsch |
| Einkehrtipp: | Café Bar Trinkhalle |
Die Kurgäste des 19. Jahrhunderts versprachen sich von den Baden-Badener Thermalquellen Linderung und Heilung. Wenn ihr es probieren wollt: In der Trinkhalle gibt es einen kleinen Brunnen. Das Heilwasser schmeckt etwas salzig, und man spürt die wohltuende Wirkung.
Die spätklassizistische Trinkhalle besticht durch ihre offenen Säulenarkaden und die monumentalen Wandmalereien, die alte badische Märchen und Sagen des Schwarzwalds illustrieren. So erfahrt ihr von den singenden Töchtern des Seekönigs vom Mummelsee oder von der wundersamen Errettung des Klosters Lichtenthal.
5. Friedrichsbad: Historisches irisch-römisches Bäderhaus

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| Lage: | 1869 bis 1877 |
| Must-Do: | Baden |
| Baumeister: | Karl Dernfeld |
Das im Neorenaissance-Stil errichtete Friedrichsbad von 1877 lässt euch im wahrsten Sinne des Wortes in die Geschichte der Bäderkultur eintauchen. Gespeist von den heißen Thermalquellen des Florentinerbergs mit ihren etwa 300 äußerst wohltuenden Mineralien wirkt das Friedrichsbad wie ein wahrhaftiger Jungbrunnen.
Inmitten dieser spektakulären Architektur mit farbenfrohen historischen Majolikakacheln, anmutigen Säulen und einer an antike Tempel erinnernden Kuppel wird das Friedrichsbad zu einem unvergesslichen Erlebnis mit allen Sinnen. Beim Bau des Friedrichsbads wurden die erhaltenen Überreste eines antiken römischen Bades entdeckt.
6. Museum Frieder Burda & Staatliche Kunsthalle: Museumsmeile der Stadt

| Museum Frieder Burda: | Seit 2004 |
| Staatliche Kunsthalle: | Seit 1909 |
| Must-See: | LA8, Stadtmuseum |
Eingebettet in die Lichtentaler Allee steht ein Juwel zeitgenössischer Baukunst: Der amerikanische Architekt Richard Meier hat einen modernen weißen Kubus mit viel Glas errichtet, um der Kunstsammlung von Frieder Burda eine angemessene Bühne zu bieten. Wechselnde Sonderausstellungen zeigen unter anderem Werke von Impressionisten, Fotorealisten, Künstlern der Abstraktion oder der Pop Art.
Über eine Brücke ist das Museum Frieder Burda mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden verbunden. Dieser schlichte Bau ist ein Werk des Jugendstilarchitekten Hermann Billing. Zukünftig wird hier der interessante Ansatz verfolgt, hochkarätige kulturgeschichtliche Exponate aus vielen Jahrhunderten mit aktuellen zeitgenössischen Kunstpositionen in den Dialog treten zu lassen.
7. Altes Schloss: Burgruine mit Rundblick

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| Erbaut: | Um 1100 |
| Must-Do: | Bergfried besteigen |
| Einkehrtipp: | Restaurant Altes Schloss |
Schon vom Rheintal aus sichtbar, thront Schloss Hohenbaden hoch über der Stadt. Im Mittelalter residierten die Herrscher des Hauses Baden auf dieser weitläufigen Burg. Auf einem der westlichsten Gipfel des Schwarzwaldes gelegen, hatten die Markgrafen den großen Überblick, und eigentlich gilt das bis heute.
Bis zur Burg lauft ihr von Baden-Baden aus in einer Stunde hinauf. Auch eine Straße führt nach oben. Große Teile sind längst zur Ruine zerfallen, doch ihr könnt auf den Bergfried hinaufsteigen und von oben einen unfassbar schönen Ausblick auf das Rheintal, den Schwarzwald und die Vogesen genießen.
8. Merkurberg & Merkurbergbahn: Hausberg mit Panorama


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| Höhe: | 669 m |
| Must-Do: | Aussicht genießen |
| Standseilbahn: | Länge 1.192 m |
In der Antike war der Merkur, der Große Staufenberg, so etwas wie ein heiliger Berg. Denn oben auf dem Gipfel befand sich ein Altar, heute als Kopie, für den Gott Mercurius. Diese Gottheit, häufig mit Flügelhelm und geflügelten Schuhen dargestellt, war in römischer Zeit der Götterbote, der Gott der Reisenden, Kaufleute und Diebe.
Auf den 669 Meter hohen Gipfel kommt ihr entweder zu Fuß oder mit der historischen Merkurbergbahn. Diese grundlegend sanierte Standseilbahn stammt aus dem Jahr 1913. Auf dem Merkurturm habt ihr eine grandiose Aussicht auf die Burgen und Berggipfel rund um Baden-Baden und in die Rheinebene.
9. Stourdza-Kapelle: Mausoleum eines rumänischen Fürstensohnes

| Errichtet: | 1863 bis 1865 |
| Must-See: | Goldenes Kuppeldach |
| Baumeister: | Leo von Klenze |
Unmittelbar südwestlich der Trinkhalle führen Wege hinauf in einen abgeschiedenen Bereich des Kurparks. Majestätische, 150 Jahre alte Mammutbäume ziehen die Blicke auf sich. Richtung Michaelsberg sorgt die golden schimmernde Kuppel der Grabkapelle von Michael Stourdza für Staunen.
Der ehemalige Fürst der Moldau (1794–1884) lebte viele Jahrzehnte in Baden-Baden und hat sich von dem berühmten klassizistischen Baumeister Leo von Klenze hier das Grabmonument für seinen früh verstorbenen Sohn errichten lassen. Das Innere der Familiengruft ist prächtig geschmückt. Bis heute finden hier Gottesdienste der rumänisch-orthodoxen Kirche statt. Ein Ort der Kontemplation, während unten im Kurpark die Besuchermassen strömen.
10. Festspielhaus Baden-Baden: International renommiertes Konzerthaus

| Eröffnet: | 1998 |
| Kapazität: | 2.500 Menschen |
| Must-See: | Tanzfestival “The World of John Neumeier” |
Deutschlands größtes Opern- und Konzerthaus befindet sich in Baden-Baden. Bis zu 2.500 Gäste wohnen den international bedeutenden Musikern, Sängerinnen und Interpreten aus den Sparten Klassik, Jazz, Oper und Pop bei. Dieser weit über die Landesgrenzen hinaus bedeutende Kulturbetrieb residiert in einem Neubau.
Die ehemalige, prächtig historistische Schalterhalle des Alten Stadtbahnhofs bietet ein glanzvolles Entree für das Baden-Badener Festspielhaus. Das Konzertjahr wird von verschiedenen Festivals bestimmt: Beispielsweise geben sich zu Ostern häufig die Berliner Philharmoniker die Ehre und im Herbst präsentiert das New Pop Festival des SWR Newcomer aus der Rock- und Popmusik.
11. Battertfelsen: Wandergebiet zu atemberaubenden Felsnadeln



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| Lage: | Am Battert (568 m) |
| Must-Do: | Rundwanderweg (2.8 km) |
| Klettern erlaubt: | 1.8. bis 14.1. |
Am Alten Schloss beginnt die Rundwanderung um die spektakulären Battertfelsen, einem fulminanten Naturdenkmal und Klettergebiet. Diese am Südwesthang des Battert gelegenen Naturmonumente ragen unvermittelt und beinahe senkrecht aus dem Berg.
Auf einer romantischen Wanderung über Stock und Stein könnt ihr die Felsen umrunden, uralten knorrigen Eichen begegnen und zu zwei Aussichtspunkten an den Felsen gelangen. Das Panorama ist unvergleichlich, aber vor allem bei Glätte können die Felsen tückisch sein. Schon von der Stadt aus seht ihr die Felstürme im Abendlicht verführerisch rötlich leuchten.
Weitere Reisetipps im Schwarzwald
Schon gewusst? Baden-Baden lässt sich sehr schön als äußerst attraktiver Ausgangspunkt für die Erkundung des nördlichen und mittleren Schwarzwaldes nutzen. Von hier aus sind die Allerheiligen-Wasserfälle, die Hornisgrinde, der Mummelsee, das Murgtal oder auch der Karlsruher Grat gut zu erreichen. Seit 2021 ist Baden-Baden Weltkulturerbe. Neben der Kurstadt im Schwarzwald gehören zu den „Great Spa Towns of Europe“ u. a. auch die Städte Bad Ems, Bad Kissingen, Baden bei Wien, Bath in England, Karlsbad und Marienbad in Tschechien, Montecatini Terme in Italien, Spa in Belgien und Vichy in Frankreich. Das wäre also eine eigene, lohnenswerte Reise auf den Spuren der mondänen Badekultur des 19. Jahrhunderts.
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