Exotik, Tradition und Moderne treffen sich auf Taiwan. Diese faszinierende Insel liegt dem chinesischen Festland vorgelagert. Zu den herausragenden Attraktionen des asiatischen Landes zählen futuristische Wolkenkratzer ebenso wie malerische Tempel und atemberaubende Naturlandschaften. Besondere Sehenswürdigkeiten finden sich sowohl im bergigen Landesinneren als auch an den abwechslungsreichen Küsten. Einige dieser besonders interessanten Orte stellen wir euch in unseren Reisetipps zu Taiwan vor.
Top-Sehenswürdigkeiten in Taiwan im Überblick
Formosa, der alte Name Taiwans, heißt auf Portugiesisch „Wunderschöne Insel“: Ihr dürft euch hier auf einen unvergesslichen Urlaub freuen. Die ehemalige niederländische, später japanische Kolonie nennt sich offiziell „Republic of China“. Die kaiserlichen Schätze Chinas könnt ihr im Nationalen Palastmuseum in der Hauptstadt Taipeh bewundern. Und dort befindet sich auch das höchste Gebäude des Landes: der Taipei 101, einer der schönsten Wolkenkratzer der Welt.
Jahrtausendealte Bäume könnt ihr im Alishan-Gebirge erleben und eine spektakuläre Schlucht im Taroko-Nationalpark auf euch wirken lassen. Bezaubernde Strände findet ihr im Kenting-Nationalpark ganz im Süden, nicht weit von der alten Hauptstadt Tainan mit ihren jahrhundertealten Tempeln. Dieses farbenfrohe Land mit seinen 23,5 Millionen Einwohnern wartet nur darauf, von euch entdeckt zu werden.
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#taiwan
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1. Taipei 101: Modernes Wahrzeichen Taiwans


| Höhe: | 508 m |
| Errichtet: | 1998 bis 2004 |
| Bester Blick: | vom Elefanten-Felsen |
Bis ins Jahr 2007 war der Taipei 101 das höchste Gebäude der Welt. Die architektonische Form ist wirklich einzigartig und soll an eine Bambusstange erinnern. Am Taipei 101 vereinen sich Natur, Tradition und die hypermoderne Architektur unserer Tage.
101 Stockwerke hat dieser Wolkenkratzer – ihr kommt mit dem Aufzug bis hinauf auf die Aussichtsplattform. Am besten fahrt ihr am späten Nachmittag nach oben, dann könnt ihr den magischen Sonnenuntergang über der Metropole erleben. Es ergibt Sinn, sich vorab online ein Ticket zu besorgen. Übrigens wohnt in dem Turm niemand – es befinden sich vor allem Büros im Taipei 101.
2. Nationales Palastmuseum: Schatzkammer Chinas

| Lage: | Nördlicher Stadtrand Taipehs |
| Gegründet: | 1925 in Peking |
| Thema: | 8000 Jahre Geschichte Chinas |
Wenn ihr besondere Prachtstücke des kaiserlichen China erleben wollt, dann ist Taiwan eine erste Adresse. Denn als die Truppen der chinesischen Nationalarmee auf dem Festland von den Kommunisten besiegt wurden, setzten sie auf die Insel Formosa über. Sie nahmen die wertvollsten Schätze des Kaiserlichen Palastmuseums in Peking mit.
5000 Jahre überspannen die etwa 697.000 Exponate des Palastmuseums Taipeh heute. Unersetzliche Meisterwerke aus Jade, jahrhundertealtes Porzellan sowie Gemälde und Bronzen könnt ihr bestaunen. Besonders berühmt sind der Jadekohl und der Fleischstein aus Jaspis.
3. Taroko-Nationalpark: Atemberaubende Schlucht Taiwans

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| Lage: | Nahe Hualien |
| Länge: | 19 km |
| Fläche: | 920 km² |
Die Taroko-Schlucht gehört zu den spektakulärsten Naturwundern Taiwans. In den Nationalpark pilgern viele Reisende, um den ultimativen Nervenkitzel zu erleben und die Schlucht über eine Hängebrücke zu überqueren. Der Liwu-Fluss hat sich mit unbändiger Wasserkraft durch Marmor und Granit gefräst und das tief eingeschnittene Tal mit seinen Steilhängen geformt.
Die umliegenden, imposanten Berggipfel ragen bis über 3.400 Meter in den Himmel. Vom tosenden Fluss steigt Nebel auf, über dem sich zauberhafte Tempelchen und Schreine erheben. Von Hualien aus könnt ihr Tagestouren hierher unternehmen.
4. Sonne-Mond-See: Romantischer Bergsee


| Größe: | 11,6 km² |
| Höhe: | 760 m |
| Heute: | Aufgestaut |
An den Westhängen des Zentralgebirges Taiwans erstreckt sich der größte Binnensee der Insel. Seinen Namen soll der Sonne-Mond-See nach dem sichelförmigen Westufer und dem sonnenförmigen Ostufer erhalten haben – oder nach den unterschiedlichen Färbungen des Wassers.
Wie auch immer: Poetisch sind die Namen für diesen zauberhaften See allemal, der auch Drachensee genannt wird. Die romantische Schönheit des Bergsees und seiner umgebenden Landschaft wird durch fotogene Bauwerke wie die 46 Meter hohe En-Pagode vervollständigt, von der ihr einen grandiosen Ausblick auf den See habt. Besonders fürs Heiraten ist diese Location bei Taiwanesen sehr beliebt.
5. Alishan National Scenic Area: Gebirge mit heiligen Bäumen



| Größe: | 415 km² |
| Höchster Berg: | Data Chan (2.663 m) |
| Must-Do: | Fahrt mit der Alishan Forest Railway |
Das Alishan-Gebirge gehört zu den spektakulärsten Attraktionen des Landes. In den Tälern findet ihr tropische Vegetation, und eine Wanderung kann euch bis hinauf ins Hochgebirge führen.
Von den Gipfeln habt ihr einen sagenhaften Blick auf das Wolkenmeer oder auf üppig grüne Landschaften in der Ferne. Im Alishan-Gebirge gibt es heilige Taiwan-Zypressen, die 2300 Jahre alt sind. Das Naturreservat Alishan Goujia Fengjing Qu bietet herrliche Teeplantagen im Hochland, die ihr erkunden könnt. Und wenn ihr dieses scharfe Gefühl in der Nase liebt, dann werdet ihr den Alishan-Wasabi besonders schätzen.
6. Jiufen: Stadt des Goldes und der Traurigkeit


| Lage: | Nahe Neu-Taipeh |
| Must-See: | Teekannenberg |
| Must-Eat: | A-Zhu, Erdnuss-Eisrolle |
Hoch über dem Ostchinesischen Meer thront die alte Bergbaustadt Jiufen im Norden Taiwans. Die kleine Siedlung erlebte 1893 einen Goldrausch. Zur Zeit der japanischen Kolonialherrschaft entstanden imposante Bauwerke.
Im Zweiten Weltkrieg mussten britische Kriegsgefangene in den Kupferbergwerken schuften. Später fiel Jiufen in einen Dornröschenschlaf, bis hier der Film Stadt der Traurigkeit (1989) gedreht wurde. Wenn ihr durch die farbenfrohen Gassen geht, erstehen die alten Zeiten wieder auf. Es lohnt sich, die besondere Atmosphäre dieses Ortes, die kupferfarben schimmernde Yinyang-Bucht, den Goldenen Wasserfall und den Ausblick hinunter auf das Meer zu genießen.
7. Kenting-Nationalpark: Strandidyll an der Südspitze


| Gegründet: | 1984 |
| Fläche: | Knapp 333 ha |
| Beste Reisezeit: | Winter |
Ganz im Süden erstreckt sich eine der schönsten Küstenlandschaften Taiwans: Im Kenting-Nationalpark gedeiht eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Hier auf der Hengchun-Halbinsel zeigt sich Taiwan am ausgeprägtesten tropisch. Zum Nationalpark gehören nicht nur weitläufige Küstenlandschaften, sondern auch große Meeresgebiete.
Im Kenting-Nationalpark leben die Formosa-Makaken und der erfolgreich wieder ausgewilderte Formosa-Sikahirsch. Es gibt farbenprächtige Korallenriffe, und im Winter könnt ihr sogar Buckelwale oder Delfine erspähen. Verpasst nicht den schönen, aber ziemlich bevölkerten Nanwan-Strand oder den 26 Meter hohen Segelfelsen. Der beeindruckende Wasserfall Jiale Shuh ergießt sich direkt ins Meer.
8. Fo-Guang-Shan-Buddha-Museum: Modernes buddhistisches Monument


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| Lage: | Kaohsiung |
| Eröffnet: | 2011 |
| Must-See: | Goldener Buddha |
Die Zahnreliquie, die im Fo-Guang-Shan-Tempel aufbewahrt wird, hat einen langen Weg hinter sich. Der Zahn soll von Buddha Shakyamuni selbst stammen und wurde von einem tibetischen Lama nach Indien geschmuggelt. Der taiwanesische Ordensgründer Hsing Yun brachte den Zahn auf die Insel und errichtete ihm zu Ehren einen riesigen Tempel.
Das Fo-Guang-Shan-Buddha-Museum in Kaohsiung ist wahrhaft spektakulär. Links und rechts einer breiten Prozessionsstraße erheben sich acht mehrstufige chinesische Pagoden. Und vor dem goldenen Buddha und dem Reliquienschrein verkörpern Pagoden im indischen Stil die Ursprünge des Buddhismus. Dieser weihevolle Ort lädt zur Meditation ein.
9. Tainan: Ehemlige Hauptstadt und älteste Stadt Taiwans


| Lage: | Südwesten Taiwans |
| Must-See: | Wufei-Tempel der 5 Konkubinen |
| Einwohner: | 1,9 Millionen |
In Tainan könnt ihr die Historie der Insel inmitten von Originalbauten erahnen. Hier im Südwesten, auf der Halbinsel Tayouan, haben die Niederländer im 17. Jahrhundert eine Kolonie errichtet. Teile ihrer Festung Fort Zeelandia sind bis heute erhalten.
Zwar ist Tainan heute eine moderne Millionenstadt, aber es lohnt sich, in der Old Anping Street alte chinesische Gebäude zu bestaunen. Einige der faszinierenden Tempel des 17. Jahrhunderts solltet ihr unbedingt besuchen: Dazu gehören der Konfuzius-Tempel und der Tempel der Großen Himmelskaiserin mit ihren wunderschönen Holzschnitzereien. An die japanische Kolonialzeit erinnert der idyllische Tainan-Park (Zhongshan-Park).
10. Beitou Hot Springs: Blauschimmernde Schwefelquellen

| Lage: | Nahe MRT-Station Xinbeitou |
| Must-Do: | Heißes Schwefelbad nehmen |
| Nacktbaden: | Longnice Hot Spring |
Nur an zwei Orten Asiens könnt ihr Schwefelquellen erleben, die durch das darin enthaltene Radium bläulich oder grünlich gefärbt sind. Überseht auf dem Weg zu den Quellen von Beitou nicht den über 100 Jahre alten, hölzernen Bahnhof.
Ebenfalls historisch ist das Beitou Hot Spring Museum, untergebracht im ehemaligen öffentlichen Badehaus von 1913. Das Millennium Hot Spring ist ein Badehaus mit 38 bis 45 Grad heißen Becken. Es gibt jedoch auch echte Luxusbäder, in denen ihr wirklich Privatsphäre genießen könnt. Und wer nur Fußbäder nehmen will, kann dies kostenlos im Fuxing- oder Quanyuan-Park tun.
11. Maokong Seilbahn: In der Gondel hinauf auf den Berg

| Länge: | 4,3 km |
| Must-Try: | Crystal Cabins |
| Eröffnet: | 2007 |
In Taipeh könnt ihr euch nicht nur von der bequemen MRT durch die Stadt kutschieren lassen, sondern auch mit einer Gondel auf den Berg Maokong hinauf gelangen.
Die Maokong-Gondel wurde 2007 eröffnet und bietet einen sagenhaften Ausblick auf der 4,3 Kilometer langen Strecke. Ihr passiert fünf Stationen, bevor ihr an der Maokong-Station ankommt. Mittags kann es in einer vollen Gondel recht heiß werden – dafür gibt es Gondeln mit Glasboden, ein echter Adrenalinkick. Auf dem Maokong habt ihr schöne Möglichkeiten, spazieren zu gehen.
12. Rainbow Village: Farbenfrohes Regenbogendorf in Taichung


| Lage: | Taichung |
| Must-See: | Bunte Fassaden |
| Anfahrt: | Halbe Stunde ab Bahnhof |
Wer es knallbunt mag, ist in Taichung genau richtig. Im Viertel Nantun liegt das Rainbow Village. Mit seinen Fassadenmalereien erinnert das Dorf an uralte VW-Busse der 1970er-Jahre. Insofern hat es auch etwas Nostalgisches, wenn ihr die bunten Fabelwesen und die üppigen Ornamente in Pop-Art-Farben betrachtet.
Ursprünglich wurden die Fassaden von Huang Yung-Fu, einem Veteranen der alten chinesischen Nationalarmee, bemalt, der 2024 im Alter von 100 Jahren starb. Beinahe überflüssig zu sagen, dass das Rainbow Village ein echter Instagram-Hotspot ist. Macht euch auf die Suche nach eurem Lieblingsmotiv – und dann ab geht der Post.
13. Pingxi Himmelslaternen-Festival: Glücksbringer Taiwans

| Zeitraum: | Februar |
| Must-See: | Papierlaternen am Nachthimmel |
| Besonderheit: | Soll Glück bringen |
Vor Jahrhunderten haben die Menschen im ländlichen Taiwan Laternen gen Himmel geschickt. Sie wollten dadurch weithin sichtbar machen, dass sie in Sicherheit sind. Aufs Papier geschriebene Segenswünsche sollten sicherstellen, dass das so blieb.
In Pingxi, einem Bergdorf in Nordtaiwan, hat sich diese Tradition bis heute erhalten. Das Himmelslaternenfest ist bei Taiwanesen wie bei Reisenden gleichermaßen beliebt. Glück, Hoffnung und Gesundheit verspricht es bis heute, eine Laterne steigen zu lassen. Dieses Symbol des taiwanesischen Kulturerbes schenkt euch magische Momente, wenn all die leuchtenden Laternen zu den Sternen emporgleiten.
Weitere Reisetipps in China
Schon gewusst? Taiwan hat im 20. Jahrhundert nie zu China gehört. Trotzdem wird die Insel von der Volksrepublik China als Teil ihres Territoriums angesehen und gelegentlich mit Drohgebärden überzogen. Ganz pragmatisch haben die Volksrepublik und die Republik China einen direkten Fährverkehr über die 180 Kilometer breite Straße von Taiwan eingerichtet. Direktflüge von Deutschland nach Taiwan dauern etwa 13 Stunden. Ihr benötigt nur einen gültigen Reisepass, wenn ihr nicht länger als 90 Tage im Land bleibt.
Von Mai bis September ist in Taiwan Sommer, und es kann bis zu 35 Grad heiß werden – es herrscht Südwestmonsun. Die Winter sind relativ mild und dauern von November bis Februar. Das Klima gilt als subtropisch, im äußersten Süden als tropisch-feucht. Im Gebirge im Landesinneren kann es auch kalt werden.
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