Geißstein: Schönster Aussichtsberg der Kitzbüheler Alpen?

Viele Gipfel liefern einen tollen Ausblick. Aber der Geißstein in den Kitzbüheler Alpen lässt andere Panoramen beinahe klein aussehen. Denn am höchsten Punkt des Grasbergs oberhalb von Mittersill fühlt es sich an, als hätten wir die komplette Bergwelt Österreichs im Blick. Von hier oben sehen wir alle namhaften Berge der Alpenrepublik. Und das nach einer eher moderaten Anstrengung.

Lohnt sich die Wanderung auf den Geißstein bei Mittersill?

Der Geißstein gilt als einer der schönsten Aussichtsberge in den Kitzbüheler Alpen und ist mit einer Höhe von 2.363 m auch einer der höchsten Grasberge Europas. Von unten lässt sich nur schwer erahnen, wie spektakulär und abwechslungsreich die Tour werden wird. Rund 650 Höhenmeter gilt es zu meistern. Dabei ist die Tour zwar steil, aber für geübte Wanderer sehr gut machbar. Unterwegs begleiten euch pfeifende Murmeltiere, neugierige Almtiere und ein spannender Gratweg, der bereits wundervolle Ausblicke verspricht.

Wenn ihr die Tour als Überschreitung wagt, erwartet euch nach dem Gipfelkreuz ein kleiner Adrenalinkick. Denn der Geißstein wirkt von unten harmlos und hügelig, aber hier oben ist es plötzlich ganz schön schroff und abschüssig. Und anschließend gibt’s die wohlverdiente Einkehr auf der Bürglalm. Neben der genialen Lage punktet die Hütte vor allem durch ihren lecker fluffigen Kaiserschmarrn.

Fototipp: Auf dem schmalen Gratrücken kurz hinter dem Gipfelkreuz eröffnet sich ein genialer Blick. Dann seht ihr vor euch den schmalen Pfad vor dem Gipfelkreuz und im Hintergrund ragen die mächtigen, vergletscherten Hohen Tauern auf.

Anreise nach Mittersill zur Bürglalm

Strecke:6,5 km
Höhenmeter:656 hm
Gehzeit:4 Stunden
Einkehrtipp:Bürglhütte
Beste Reisezeit:Juni bis Oktober

Der Geißstein liegt oberhalb von Mittersill und ist am besten über die Bürglhütte zu erreichen. Ihr könnt entweder von unten direkt hochwandern oder ihr startet sofort an der Alm. Vor der Hütte gibt es einige Parkmöglichkeiten. Und die Parkgebühr könnt ihr am Ende sogar verrechnen lassen, wenn ihr später vor Ort einkehrt.

Um hierhin zu kommen, geht’s allerdings über eine teils sehr schmale Forststraße. Gerade an kurvigen Stellen muss man etwas Vorsicht walten lassen. Einerseits, weil’s eng wird, wenn Gegenverkehr kommen sollte, und andererseits, weil hier auch Kühe grasen. Als wir hochgefahren sind, standen plötzlich mehrere Kühe mitten auf der Fahrbahn, die wir erst einmal freundlich zur Seite treiben mussten. Das ist Alm-Feeling pur, noch bevor die Tour überhaupt richtig gestartet ist.

Übrigens: Auch ohne Auto ist Mittersill gut erreichbar. Von München aus geht es mit dem Zug über Wörgl bis nach Kitzbühel und dann mit dem Bus bis Mittersill. Für die Strecke braucht man rund 3,5 Stunden.

Steiler Anstieg über die Gras-Flanke

Der Weg selbst beginnt direkt knackig. Schon ab der Hütte schlängeln wir uns durch saftige Wiesen hindurch, einen steilen Grashang nach oben. Teilweise ist die Wegfindung hier gar nicht so easy. Solange man direkt auf dem Pfad steht, sieht man ihn gut, aber nur ein paar Meter abseits verschwindet er förmlich in der grünen Wiesenlandschaft. Achtet also unbedingt auf die rot-weißen Markierungen.

Neben festem Schuhwerk mit griffiger Sohle und ausreichend Trinkwasser im Gepäck solltet ihr vor allem die Augen offen halten. Der Aufstieg ist voll von tierischen Begegnungen. Wir haben unterwegs Pferde und Kühe passiert, und überall hört man das typische Pfeifen von Murmeltieren. Wenn man genau hinschaut, erspäht man sie auch immer mal zwischen den Felsen und Graspolstern. Wir haben bestimmt fünf oder sechs verschiedene Tierchen gesehen.

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Viel schroffer als gedacht

Richtig toll wird es auf den letzten Metern des Aufstiegs, wenn wir schließlich den Grat erreichen. Zum ersten Mal können wir auch auf die andere Seite des Berges blicken. Und auch das Gipfelkreuz am Geißstein ist bereits in Sichtweite. Dieser Abschnitt ist definitiv der schönste der ganzen Tour. Zu beiden Seiten geht es steil bergab, während wir dem schmalen, aber dennoch gut begehbaren Pfad immer weiter dem Gipfel entgegen wandern.

Vor allem wird es plötzlich regelrecht schroff und abschüssig. Das sieht man dem Grasberg von unten gar nicht an. Aus der Ferne wirkt der Geißstein harmlos und hügelig. Hier oben zeigt er dann sein wahres Gesicht und das ist viel wilder als zuerst gedacht. Aber ich finde, genau das macht die Tour am Ende auch so spannend!

360-Grad-Panorama am Geißstein mit Blick über ganz Österreich

Am Gipfelkreuz angekommen, verschlägt es uns erst einmal den Atem. Der 360-Grad-Blick ist absolut sensationell! Gefühlt haben wir vom Geißstein alle bekannten Gipfel Österreichs im Blick. Das Panorama reicht vom Wilden Kaiser über die Loferer und Leoganger Steinberge sowie den Watzmann bis hin zu den riesigen Hohen Tauern mit Kitzsteinhorn, Großglockner und Großvenediger. Selbst die Zillertaler und Stubaier Alpen lassen sich am Horizont erblicken.

Wer wie wir die Überschreitung macht, braucht für den Abstieg allerdings noch etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Das erste Stück ist ziemlich luftig und sogar mit einem Drahtseil gesichert. Das ist eindeutig die Schlüsselstelle der Tour. Und danach wird’s auf dem Rundweg über die Sintersbachscharte auch wieder sanfter. Falls euch dieser Abschnitt zu heikel sein sollte, könnt ihr aber auch über den Aufstiegsweg wieder zurück zur Bürglalm wandern.

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Fazit

Die Wanderung auf den Geißstein hat mich positiv überrascht. Ohne das negativ zu meinen, dachte ich zuerst es wird „langweiliger“. Ich habe mir eine gemütliche Tour über schöne Almwiesen vorgestellt. Eine Tour zum Genießen und Runterkommen. Stattdessen ist es am Ende doch noch richtig alpin geworden. Das war das i-Tüpfelchen. Und damit finde ich die Runde noch empfehlenswerter.

Und ich finde den Einkehr in die Bürglalm sehr lohnenswert am Ende. Auf den Kaiserschmarren wartet man einige Minuten, der wird nämlich frisch zubereitet. Und es ist einer der besten, die ich jemals gegessen habe. Richtig fluffig, sehr teigig und nicht zu süß.

Lage

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