Malerischer Seebachsee: Wanderung in den Hohen Tauern

Direkt vor uns liegt der kristallklare Seebachsee, mitten im Nationalpark Hohe Tauern in Österreich. Das Wasser ist eiskalt, es leuchtet je nach Sonnenstand in den verschiedenen Türkistönen und wenn es windstill ist, spiegelt sich die umliegende Bergwelt in der Wasseroberfläche. Eine wahre Perle in der Natur. Und obwohl der Bergsee so abgelegen scheint, ist er für geübte Wanderer ab Neukirchen am Großvenediger gut erreichbar.

Lohnt sich die Wanderung zum Seebachsee?

Das Obersulzbachtal im Nationalpark Hohe Tauern ist eigentlich als klassischer Ausgangspunkt für die Besteigung des mächtigen Großvenedigers bekannt. Doch das Tal erschließt nicht nur die hochalpine Bergwelt, sondern hält auch einen malerischen See versteckt. Wer vom Talboden hinauf zum idyllischen Seebachsee möchte, muss allerdings rund 1.000 Höhenmeter überwinden und auf dem steilen Weg werdet ihr garantiert ordentlich ins Schwitzen kommen.

Denn der Pfad schlängelt sich in vielen Serpentinen, exponiert unter der Sonne, immer höher hinaus. Erst zur Seebachalm und dann weiter zum gleichnamigen Seebachsee, mitten im Nationalpark. In den Sommermonaten ist hier einiges los. Schafe, Kühe und sogar Pferde grasen in unmittelbarer Ufernähe. Andere Wanderer gibt’s dafür nicht ganz so viele. Wenn ihr Glück habt, könnt ihr den Ausblick auf den türkisblauen See also sogar ganz für euch alleine genießen.

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Fototipp: Wenn der Wind für einen Moment stillsteht, spiegeln sich die umliegenden Berggipfel perfekt auf der dunkeltürkisen Wasseroberfläche des Seebachsees. Geht dafür am Ufer ein wenig in die Knie, um die Spiegelung noch besser einzufangen!

Anreise nach Neukirchen am Großvenediger

Höhenmeter:ca. 1.034 hm
Strecke:ca. 13,7 km
Gehzeit:6 Stunden
Einkehrtipp:Berndlalm
Beste Reisezeit:Juni bis Oktober

Los geht’s am kostenpflichtigen Parkplatz Hopffeldboden am Eingang des Obersulzbachtals. Falls ihr die öffentlichen Verkehrsmittel bevorzugt, gelangt ihr ab München mit dem Zug über Wörgl bis nach Zell am See. Von dort geht’s per Bus weiter bis Neukirchen am Großvenediger. Bis zum Ausgangspunkt am Wanderparkplatz kommt ihr dann per Wandertaxi.

Alternativ ist die Anreise mit dem E-Bike aus Neukirchen eine Überlegung wert. Wir haben etliche Radfahrer an uns vorbeisausen gesehen. Nicht nur bis zum Parkplatz, sondern auch noch ein Stückchen höher. Denn ab Hopffeldboden folgen wir zuerst noch rund 200 hm einer breiten, sanft ansteigenden Forststraße.

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Schweißtreibende Serpentinen in der Sonne

Nach dem ersten Waldstück biegen wir nach rechts ab und der Charakter der Tour ändert sich schlagartig. Es wird steil! In unzähligen Serpentinen schlängeln wir uns nach oben. Der Weg ist zwar weiterhin relativ breit und technisch gut zu begehen, aber er ist super anstrengend. Das liegt vor allem daran, dass sich die Serpentinen durch einen Grashang ziehen, der extrem sonnenexponiert ist. Ausreichend Sonnenschutz und reichlich Trinkwasser sind auf diesem Abschnitt unerlässlich.

Aber die Mühe lohnt sich. Je höher wir kommen, umso grandioser wird die Aussicht. Plötzlich ragen am Horizont schneebedeckte, vergletscherte Berge auf. Wir blicken direkt auf den Großen Geiger mit seinem markanten, hochalpinen Gipfel. Mit dieser Kulisse im Rücken schrauben wir uns weiter nach oben, bis wir die Seebachalm erreichen. Es gibt einen kleinen Holzbrunnen, in dem kühle Getränke zur Selbstbedienung bereitstehen. Bezahlt wird auf Vertrauensbasis in eine aufgestellte Kasse. Packt also ein bisschen Bargeld ein.

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Österreich wie aus dem Bilderbuch

Jetzt sind es nur noch rund 20 Minuten bis zum See. Und für mich ist das der schönste Teil der Tour. Wir folgen einem fröhlich plätschernden Bachlauf, spazieren an einem kleinen, malerischen Wasserfall vorbei und blicken auf Wiesen, die so sattgrün leuchten, dass man seinen Augen kaum traut. Das ist Österreich wie aus dem Bilderbuch.

Und dann erreichen wir unser Ziel. Vor uns, mitten in der majestätischen Bergwelt der Hohen Tauern, liegt der 14 Meter tiefe Seebachsee. Das glasklare Wasser leuchtet türkisblau und wenn es windstill ist, könnt ihr eine wunderschöne Spiegelung der umliegenden Gipfel in der Oberfläche bestaunen. So schön!

Wichtig zu wissen: Auch wenn das Wasser nach dem heißen Aufstieg vielleicht einladend aussieht, Baden ist hier leider nicht erlaubt. Wir befinden uns mitten im sensiblen Ökosystem des Nationalparks Hohe Tauern, und der Schutz der Natur hat hier oberste Priorität. Dafür lädt eine geschwungene Holzbank zum Rasten und Ausruhen an.

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Fazit

Für den Rückweg wählen wir nicht dieselbe Strecke, sondern machen eine Rundtour daraus und steigen in Richtung Berglalm ab. Auf den Tisch kommen fluffiger Kaiserschmarrn, eine wärmende Frittatensuppe und als süßes Finish frische Blaubeeren. Die Berglalm ist übrigens auch alleine schon ein lohnendes Tagesziel. Vor allem für Familien. Direkt nebenan gibt es einen süßen Streichelzoo, bei dem nicht nur Kinderaugen leuchten. Und als wäre das nicht genug, stürzt direkt neben der Hütte der beeindruckende Gamseckfall in die Tiefe. Ihr könnt euch ab hier übrigens per Hüttentaxi wieder zum Parkplatz shuttlen lassen. Meldet euch dazu einfach beim Hüttenwirt.

Insgesamt finde ich diese Rundtour absolut grandios. Die sich ständig verändernde Landschaft, vom farnbedeckten Wald über die harten Serpentinen bis hin zum sanften Hochtal, macht die Wanderung wahnsinnig abwechslungsreich. Und wenn ihr danach noch ein bisschen Zeit habt, lohnt sich im Nachbartal noch ein Besuch des Untersulzbachfalls.

Lage

Praktische Links

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