Vom Aussichtspunkt Grätle, auf über 1.200 Metern Höhe, eröffnet sich ein Rundumblick, der sprachlos macht: Unter dir liegt der Plansee – glasklar, in unglaublichem Türkis. Wie ein Fjord schmiegt er sich zwischen die steilen Berghänge, eingerahmt von den Gipfeln der Ammergauer Alpen. Der Blick reicht bis zum benachbarten Heiterwanger See, während sich der Plansee in voller Länge vor dir ausbreitet. Ein Panorama, das an Norwegen erinnert – nur eben mitten in Tirol!
Lohnt sich die Wanderung zum Aussichtspunkt Grätle?





Einer der beeindruckendsten Aussichtspunkte in der Naturparkregion Reutte ist das Grätle: eine kleine Plattform auf über 1.200 Metern Höhe, von der sich ein atemberaubender Blick auf den türkisblauen Plansee und den benachbarten Heiterwanger See eröffnet. Umgeben von steilen Hängen und schroffen Gipfeln liegt dir das fjordähnliche Tal zu Füßen – ein Panorama, das an Norwegen erinnert, nur eben mitten in Tirol.
Die Wanderung dorthin startet am Campingplatz Seespitz und führt zunächst direkt am Ufer entlang, bevor es dann steil wird. Rund 330 Höhenmeter sind auf knapp 3,5 Kilometern zu überwinden. Der schmale Pfad windet sich durch schattigen Bergwald, bis sich nach und nach der Blick öffnet und der Plansee in kräftigem Türkis unter dir auftaucht. Nach rund einer Stunde erreichst du das Grätle, den wohl schönsten Aussichtspunkt auf den Plansee, einen der eindrucksvollsten Seen Tirols.
Fototipp: Der beste Spot liegt direkt am Grätle. Von hier aus hast du freie Sicht auf den Plansee und den Heiterwanger See – ideal bei Morgen- oder Abendlicht!
Anreise zum Plansee
| Ausgangspunkt: | Campingplatz Seespitz |
| Strecke: | 3,4 km |
| Höhenmeter: | 331 hm |
| Gehzeit: | 2 Stunden |
| Höchster Punkt: | 1.200 m |
Der Ausgangspunkt zur Wanderung aufs Grätle liegt am Campingplatz Seespitz, direkt am Südwestufer des Plansees bei Reutte in Tirol. Die Anfahrt erfolgt am einfachsten mit dem Auto über die Fernpassstraße (B179). Von Deutschland aus ist keine Vignette erforderlich. Ihr könnt euer Auto entweder direkt am See oder auf dem kostenpflichtigen Parkplatz bei den Stuibenfällen abstellen.
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, fährt zunächst mit dem Zug bis Reutte in Tirol und steigt dort in den Regionalbus 9624 Richtung Plansee um (Haltestelle: Seespitz). In nur elf Minuten erreicht ihr so bequem den Startpunkt der Tour.
Immer am See entlang zum Anstieg
Wir parken unser Auto direkt am Ufer des Plansees und starten unsere Tour über die neu eröffnete Seespitzbrücke, die im Juli 2024 fertiggestellt wurde. Die geschwungene Holzkonstruktion ist ein echter Blickfang und führt uns über den Abfluss des Plansees – der übrigens später zu den Stuibenfällen wird. Dahinter glitzert bereits das türkisfarbene Wasser des Sees – einfach wunderschön.
Ein schmaler Pfad führt nun in sanften Wellen immer am Ufer entlang. Der Plansee schimmert neben uns so klar, dass man bis auf den Grund sehen kann. Am liebsten würden wir sofort hineinspringen. Doch der Aussichtspunkt wartet. Nach etwa 20 Minuten zweigt der Weg nach rechts ab und führt uns hinein in die wildere Natur. Jetzt beginnt der Anstieg zum Grätle.
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Steil bergauf mit tollem Blick auf den See
Puh, so entspannt die ersten zwanzig Minuten auch waren – jetzt wird es schnell anstrengender. Der Weg steigt deutlich an, bleibt aber gut begehbar und ist technisch nicht schwierig. Nur bei der Beschilderung merkt man, dass das Grätle noch ein echter Geheimtipp ist. Haltet also gut Ausschau nach den rot-weißen Markierungen an den Bäumen. Und keine Sorge: Selbst wenn ihr mal kurz vom Weg abkommt – verlaufen könnt ihr euch kaum. Das Ziel ist klar: einfach weiter nach oben.
Zwischendurch lohnt sich ein Blick zurück, denn der Plansee zeigt sich immer wieder in seiner ganzen Pracht. Nach rund dreißig Minuten erreichen wir aber schließlich das Grätle.
Das Grätle verschlägt mir den Atem
Noch eine letzte Kurve, dann ist er da: der Aussichtspunkt Grätle. Eine kleine, natürliche Plattform – davor breitet sich der Plansee aus und zieht sich bis zum Horizont. Jetzt wird klar, warum mir dieser Spot empfohlen wurde. Der See liegt majestätisch im Tal, eingerahmt von den steilen Flanken der Ammergauer Alpen, als wäre er direkt in die Landschaft gemalt. So stelle ich mir einen norwegischen Fjord vor. An den Ufern schimmert das Wasser karibisch blau.
Zur rechten Seite liegt der Heiterwanger See – etwas kleiner als der Plansee, aber genauso schön. Die beiden Seen sind übrigens durch einen Kanal miteinander verbunden. Wir setzen uns auf einen alten Baumstumpf, essen eine Kleinigkeit und genießen die Aussicht – und die unglaubliche Stille, die uns sofort aufgefallen ist.
Danach geht es auf demselben Weg gemütlich zurück zum Ufer des Plansees. Dort springen wir ins klare Wasser und blicken vom kühlen Nass hinauf zum Aussichtspunkt auf 1.220 Metern – wo wir eben noch standen.
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Fazit
Die Tour zum Grätle ist kurz, knackig – und einfach wunderschön. Der Ausblick vom Aussichtspunkt ist einmalig. Wer danach noch ins glasklare Wasser des Plansees springt, macht das Erlebnis perfekt. Geübte und trittsichere Wanderer können die Runde über den Schrofennas, das Tauern und den Zunterkopf verlängern. Diese Variante ist deutlich anspruchsvoller, bietet aber spektakuläre Gratpassagen und großartige Fernblicke. Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung sind dabei unbedingt erforderlich.
Wer noch mehr in der Region erleben möchte: Ganz in der Nähe lohnen sich auch die imposanten Stuibenfälle oder die spektakuläre Highline 179 – eine der längsten Fußgängerhängebrücken der Welt!
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