Lost Waterfalls Trail in Boquete: Durch den Dschungel Panamas

Wer den kleinen Ort Boquete im Hochland Panamas besucht, spürt schnell: Hier beginnt das Abenteuer. Rutschige Pfade, feuchte Luft, tropische Vegetation – und plötzlich: Wasserfälle mitten im endlosen Grün des Dschungels. Die kleine Wanderung auf dem Lost Waterfalls Trail führt tief in die Natur Panamas. Drei Wasserfälle liegen versteckt in diesem grünen Labyrinth und warten darauf, entdeckt zu werden. Aber verdient dieser Trail seinen geheimnisvollen Namen?

Lohnt sich der Lost Waterfalls Trail in Boquete?

Der Lost Waterfalls Trail, auch bekannt als Los Tres Cascadas, ist eine etwa 3,3 Kilometer lange Wanderung im feuchten Nebelwald oberhalb von Boquete in der Provinz Chiriquí. Die Gegend ist eingebettet in das idyllische Hochland im Westen Panamas, zwischen Kaffeeplantagen und Vulkanhängen.

Boquete befindet sich ein wenig abseits der Touristenmassen – und so auch die Wanderung. Der Name des Trails stammt von der einst kaum zugänglichen Lage der drei versteckten Wasserfälle, die lange nur Einheimischen bekannt waren. Erst später wurde der Pfad ausgebaut und zugänglich gemacht. Heute führt eine moderate Wanderroute durch den dichten Dschungel. Da sie Privatgelände durchquert, ist sie kostenpflichtig.

Fototipp: Ein tolles Motiv ergibt sich am ersten Wasserfall, den wir passieren. Positioniert euch einige Meter entfernt am Rande des seichten Flussbetts. Von hier könnt ihr die Gesamtwirkung mit den bewachsenen Felsen und den großen Steinen ideal einfangen. Rahmt den Wasserfall mit Farn oder Blättern im Vordergrund – das schafft Tiefe im Bild.

Anreise zum Lost Waterfalls Trail in Boquete

Lage:Boquete (Panama)
Strecke:3,3 km
Gehzeit:ca. 2 Stunden
Eintritt:kostenpflichtig
Must-Do:Baden unter den Wasserfällen

Der Eingang zur Wanderung liegt etwa 20 bis 30 Minuten vom Zentrum Boquetes entfernt. Die günstigste Möglichkeit ist die Fahrt mit dem Colectivo, einem lokalen Minibus. Diese starten von der Calle 1a Sur, nahe dem Supermarkt Casa Bruña. Je nach Fahrer werdet ihr entweder direkt am Eingang des Trails oder an der Kreuzung der Straße 41, wo sich eine kleine Bushaltestelle befindet, herausgelassen. Von dort aus führt ein etwa 20-minütiger Spaziergang zum Startpunkt der Wanderung.

Wir haben uns für ein Taxi entschieden. Diese sind in Boquete leicht an der Hauptstraße verfügbar und gerade für Gruppen zwischen zwei und vier Personen die flexiblere Option. Am besten vereinbart ihr mit dem Fahrer eine Abholzeit für die Rückfahrt, da Taxis in der Gegend um den Trail nicht regelmäßig verkehren.

Der nächste internationale Flughafen ist übrigens knapp 500 Kilometer entfernt: Panama City. Von dort könnt ihr bis David weiterfliegen. Bis Boquete ist es dann noch eine knappe Stunde mit dem Taxi oder einem Mietwagen.

In der Morgensonne geht es los

Es geht frühmorgens los, denn um 8 Uhr öffnet der Trail – dann wollen wir am Startpunkt der Wanderung sein. Während der gesamten Strecke sind uns nur vier weitere Personen begegnet, der frühe Start lohnt sich also! Die Anfahrt hatten wir am Abend zuvor organisiert – was sehr zu empfehlen ist, vor allem wenn man ein Taxi nimmt. Sobald wir Boquete verlassen, findet sich auf der Strecke weder ein Supermarkt noch eine Einkehrmöglichkeit. Versorgt euch daher mit ausreichend Wasser und Snacks für unterwegs.

Die Wanderung selbst ist nicht sonderlich anspruchsvoll, doch die teils rutschigen Wege machen sie stellenweise herausfordernd. Festes Schuhwerk ist ein Muss. Eine Regenjacke kann ich zwischen Mai und November ebenfalls empfehlen – denn der Nebelwald macht seinem Namen alle Ehre. Wichtig: Der Eintritt kostet knapp 10 USD in bar – also das Kleingeld nicht vergessen!

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Aufstieg durch den dichten Dschungel

Wir verlassen die geteerte Straße und gehen über eine Hängebrücke. Nach einem kurzen, aber steilen Aufstieg erreichen wir eine kleine Hütte, die den Eingang der Wanderung markiert. Wir bezahlen den Eintrittspreis und bekommen eine Karte der Wanderung. Uns wird empfohlen, zuerst zum zweiten und dritten Wasserfall zu wandern und den ersten als Abschluss auf dem Rückweg zu besuchen.

Schon wenige Schritte nach dem Eingangstor empfängt uns der Dschungel wie ein grüner Vorhang. Der eben noch blaue Himmel weicht dem dichten Blätterdach über uns. Der schmale Pfad ist feucht und mit Wurzeln übersät. Exotische Vogelrufe hallen durch das Dickicht, die Luft ist feucht und voller Leben. Links und rechts von uns wachsen Farne, bunte Blüten und gewaltige Bäume, aus deren Kronen Moos herabhängt. Wir lassen den ersten Wasserfall rechts liegen und folgen dem Wegweiser zum zweiten.

Immer dem Rauschen der Wasserfälle hinterher

Nach weiteren 30 Minuten öffnet sich der Blick auf den zweiten Wasserfall. Dieser ist etwas kleiner, aber romantisch eingebettet in sattgrünes Moos und Blätter. Ein idealer Ort für eine Pause und ein kurzes Bad in dem eiskalten Wasser.

Für den Weg zum dritten Wasserfall gehen wir einen großen Teil der Strecke zurück – jetzt geht es bergab. Dies ist der anspruchsvollste Teil der Wanderung. Seile helfen an den steileren Stellen. Aber das Ziel lohnt sich: Wir betreten eine kleine Lichtung, die magisch von Sonnenstrahlen beleuchtet wird und mit roten, exotischen Blüten übersät ist.

Die gesamte Kulisse wirkt fast ein wenig deplatziert mitten im Dschungel. Der dritte Wasserfall ist hoch und wild. Er wird eingerahmt von Felsen, die dicht bewachsen sind, und stürzt in eine kleine Schlucht. Hier muss ich an den Kinderbuch-Klassiker von Janosch denken: Oh, wie schön ist Panama. Jetzt weiß ich, dass das stimmt.

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Fazit

Nach dem letzten Wasserfall führt uns die Route zurück zum Eingang, den wir nach 20 Minuten erreichen. Der Lost Waterfalls Trail macht seinem Namen alle Ehre. Die Wasserfälle wirken wie ein versteckter Schatz mitten im dichten Nebelwald von Boquete. Verloren sind sie zwar nicht mehr – und dennoch haben wir auf der Wanderung etwas gefunden, das man sonst nur selten spürt: unberührte Natur und ehrliche Stille.

Für uns war es eines der eindrücklichsten Erlebnisse in Panama. Wer noch mehr Momente in der Natur rund um Boquete sammeln möchte, kann den Pipeline Trail wandern oder zum Sonnenaufgang den Vulkan Barú besteigen. Der höchste Berg Panamas ist definitiv eine Herausforderung, belohnt aber mit einem spektakulären Ausblick, der vom Pazifischen Ozean im Süden bis zum Karibischen Meer reicht.

Lage

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