Möhnesee-Turm: Wanderung im Arnsberger Wald

Fichtenduft liegt in der Luft, als ich am Torhaus in den Arnsberger Wald eintauche. Die Holzfällerrunde am Möhnesee führt durch Laub- und Nadelwälder sowie durch weite Wiesenpassagen. Und irgendwann taucht ganz plötzlich eine schlanke Silhouette auf: der Möhnesee-Turm. Wie ein moderner Leuchtturm ragt er über das westfälische Wald-Meer. Ich erklimme die 260 Stufen hinauf und genieße das 360-Grad-Panorama.

Lohnt sich die Wanderung zum Möhnesee-Turm?

Die Holzfällerrunde im Sauerland beginnt am regional bekannten Torhaus. Neben einem Wanderparkplatz gibt es hier auch einen Skulpturengarten, ein Hotel und eines der besten Restaurants der Region. Das Essen ist sauerländisch bodenständig oder französisch fein. Zunächst aber wird gewandert.

Die Holzfällerrunde lebt von ihren abwechslungsreichen Abschnitten. Die Strecke führt entlang des Hevesees, durch das Tal der Neuen Schmalenau, vorbei an Waldarbeitersiedlungen wie Breitenbruch und Neuhaus und über aussichtsreiche Höhenzüge. Ein besonderes Highlight ist der Möhnesee-Turm, der seit 2015 als weithin sichtbares Wahrzeichen über Wald und Wasser des gleichnamigen Sees ragt.

Fototipp: Am eindrucksvollsten auf der Tour ist der hölzerne Möhnesee-Turm. Um ihn ganz aufs Foto zu bekommen, brauchst du ein bisschen Abstand. Wenn du oben bist, wirst du natürlich auch aus jeder Perspektive das 360-Grad-Panorama aufnehmen wollen.

Anreise zum Möhnesee

Strecke:20 km
Höhenmeter:408 hm
Gehzeit:5:15 Stunden
Einkehrtipp:Torhaus
Must-See:Möhnesee-Turm

Startpunkt der Holzfällerrunde ist das Torhaus am Möhnesee. Von den Bahnhöfen Arnsberg oder Soest aus erreicht ihr es unkompliziert in 20 bzw. 30 Minuten mit dem Schnellbus S11 (Ausstieg Delecke, Torhaus). Wer mit dem Auto kommt nimmt die B229; Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Für alle Leute in nächster Nähe bietet sich natürlich auch die Anreise mit dem Fahrrad an.

Direkt am Parkplatz befindet sich ein Zugang zur Sauerland-Waldroute, einem rund 240 Kilometer langen Fernwanderweg von Marsberg bis Iserlohn. Die Holzfällerrunde nutzt teilweise diese Markierung (weißes „W“ auf grünem Grund), wechselt jedoch unterwegs auf andere Wegzeichen. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert.

Durch den Arnsberger Wald

Meine Tour beginnt am Torhaus. Ich spare mir das außergewöhnliche Wirtshaus für den Rückweg auf und schnüre erstmal die Wanderschuhe. Nachdem ich eine Weile einem Pfad gefolgt bin, erreiche ich den Heveseedamm. Rechts glitzert das Wasser, links rauscht der Wald. Die Route nutzt den schmalen Streifen zwischen Straße und Ufer, bis sich der Weg weitet und in einen ruhigeren Waldabschnitt übergeht.

Nun geht es ein Stückt entlang des Baches Schmalenau, der mal träge fließt, mal lebhaft zwischen Steinen springt. Am Jännis-Steg staut sich das Wasser, umgeben von beinahe greifbarer Stille. An anderer Stelle führt ein Stück um den 370 Meter hohen Oerberg. Auf der Holzfällerrunde wechseln Laubwälder und Nadelwälder sich ab. Immer wieder erinnern Siedlungen wie Breitenbruch oder Neuhaus an die Geschichte der Waldarbeiter, die diese Region geprägt haben.

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206 Stufen auf den Möhnesee-Turm

Plötzlich ragt der Möhnesee-Turm zwischen den Baumwipfeln auf. Seit Mai 2015 steht er hier wie ein moderner Leuchtturm im westfälischen Wald-Meer. Die 75-Tonnen-schwere Stahlkonstruktion ist 42 Meter hoch und komplett mit Holz verkleidet. Ich beginne den Aufstieg über die 206 Stufen der Spindeltreppe.

Schon auf den Zwischenplattformen eröffnen sich erste Ausblicke durch Fensterausschnitte. Die Ausichtsplattform befindet sich auf 326 Metern über dem Meeresspiegel und bietet ein 360-Grad-Panorama über den Möhnesee, den Haarstrang und die endlosen Wälder des Arnsberger Waldes. Der Borkenkäfer, der aktivste Holzfäller von heute, hat auch hier seine Spuren hinterlassen.

Einkehr im rustikal-edlen Torhaus

Nach etwas mehr als fünf Stunden Weg komme ich zurück zum Torhaus. Ich schaue mir die schön renovierten Fachwerkhäuser etwas genauer an. Beim traditionsreichen Torhaus treffen ein Skulpturengarten, ein Hotel und eines der besten Restaurants der Region aufeinander. Durch ein rundes, gläsernes Tor trete ich ein. Unter einer Glasvitrine lockt ein üppiges Kuchenangebot.

Die Speisekarte bietet traditionell sauerländische Küche ebenso wie feine französische Speisen. Auch Frühstück, ein mehrgängiges Menü oder eine Übernachtung sind möglich. In der edel-rustikalen Gaststube werde ich von stylischen Sofas, viel Deko und einem lichtdurchfluteten Wintergarten begrüßt. Besonders schön ist die Terrasse mit Blick ins Grüne. Nach Stunden im Wald schmeckt hier selbst ein einfacher Kaffee wie eine kleine Belohnung.

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Fazit

Ich war wirklich schon viel in Südwestfalen unterwegs. Die Holzfällerrunde kann ich dabei besonders empfehlen, schließlich verbindet sie gleich mehrere Highlights auf einer recht langen Strecke: den Möhnesee, das tolle Panorama vom Möhnesee-Turm und natürlich das Torhaus – ein wirklich besonderes Ausflugslokal. Plant hier am Ende unbedingt Zeit für eine Pause ein. Nach Kilometern durch Wald und Wiesen schmeckt hier sowohl das deftige Sauerländer Gericht als auch das feine Menü doppelt so gut.

Wer nach der Tour noch Zeit hat, sollte einen Abstecher in die historische Altstadt von Soest machen. Einige der zahlreichen Fachwerkhäuser stehen hier schon seit dem 14. Jahrhundert. Markiert oder merkt euch dabei unbedingt euren Parkplatz – in den kleinen Gassen hier kann man sich leicht verlaufen!

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