Steirischer Bodensee: 3-Seen-Wanderung in Schladming

„Gut, dass es so steil ist“ – diesen Satz habe ich bei einer Wanderung noch nicht oft gesagt. Aber genau deshalb brauchen wir eine Verschnaufpause und haben einen atemberaubenden Blick hinunter auf den Steirischen Bodensee. Neben mir höre ich das Grollen des Wasserfalls, dem wir beim weiteren Aufstieg ganz nahekommen werden. Die 3-Seen-Wanderung zeigt, wie unglaublich vielfältig die Natur in dieser Region der Steiermark ist – und ich bin gespannt auf die beiden nächsten Bergseen, die noch vor uns liegen.

Lohnt sich die Wanderung vom Steirischen Bodensee zum Obersee?

Die 3-Seen-Wanderung in den Schladminger Tauern führt vom Steirischen Bodensee über den Hüttensee bis zum Obersee. Die Tour zählt zu den beliebtesten Wanderungen in der Region Schladming-Dachstein und verläuft entlang mehrerer Wasserfälle. Insgesamt ist die Strecke etwa 8,5 Kilometer lang, und man überwindet bis hinauf zum dritten See einen Höhenunterschied von rund 590 Höhenmetern.

Der Wanderweg ist gut ausgeschildert und größtenteils anspruchsvoll – vor allem der Anstieg zum Hüttensee ist sehr steil. Kaum bei einer anderen Wanderung erlebt man die Magie der wasserreichen Natur so intensiv wie hier. Warum? Großteils kein Handyempfang.

Fototipp: Der beste Fotopunkt liegt mitten im steilen Anstieg zwischen dem Steirischen Bodensee und dem Hüttensee. Von hier aus öffnet sich der Blick weit ins Tal, und man hat den gesamten Steirischen Bodensee perfekt im Bild. Im Panoramaformat kommt der See – umgeben von bewaldeten Berghängen und im Hintergrund die schroffe Bergkette des Dachsteingebirges – besonders gut zur Geltung. Die Sonnenstrahlen fallen besonders schön am Vormittag ein und lassen die Wasseroberfläche glitzern.

Anreise nach Aich bei Schladming

Start:Aich
Strecke:8,5 km
Höhenmeter:590 hm
Gehzeit:4:15 Stunden
Schwierigkeit:mittelschwer

Der Startpunkt der 3-Seen-Wanderung ist der Parkplatz Steirischer Bodensee oberhalb der Gemeinde Aich, unweit von Schladming in der Steiermark. Von München aus fährt man mit dem Auto über die A8 nach Salzburg, weiter auf der A10-Tauernautobahn (Vignettenpflicht!) und biegt bei Radstadt auf die B320 Richtung Graz/Schladming ab. Von Schladming sind es dann noch rund 20 Minuten über eine mautpflichtige Straße direkt bis zum großen Wanderparkplatz.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, nimmt von München die EC-Direktverbindung mit Endstation Graz und steigt in Schladming auf den Wanderbus 976 zum Steirischen Bodensee um. Dieser fährt in den Sommermonaten viermal täglich direkt vom Bahnhof los, und die Mautstraße ist im Ticket inklusive.

Ausrüstung für die Wanderung ohne Handyempfang

Die Wanderung zu den drei Bergseen in der Steiermark ist technisch und alpinistisch zwar nicht schwierig, aber sie ist ziemlich steil und erfordert einiges an Kondition – vor allem der erste Aufstieg zum Hüttensee. Da der Weg direkt neben imposanten Wasserfällen und somit stellenweise über nasse, rutschige Wurzeln und Steine führt, sind feste Wanderschuhe mit gutem Profil Pflicht. Im Sommer wird es vor allem im unteren Bereich schnell schwül, denkt also bitte an ausreichend Wasser, Sonnenschutz und ein paar Snacks.

Am Hüttensee liegt die bewirtschaftete Hans-Wödl-Hütte, in der man sogar übernachten kann. Wanderstöcke können im steilen Anstieg sehr hilfreich sein. Aufgrund des schlechten Handyempfangs empfiehlt sich außerdem eine Offline-Karte oder ein GPS-Gerät. Wie immer sollte auch Regenschutz im Rucksack sein, da Wetterumschwünge in den Schladminger Tauern schnell kommen können.

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Wasserfälle zum Greifen nah

Kaum haben wir den Parkplatz verlassen, befinden wir uns auch schon mitten in einer beeindruckenden Naturkulisse aus Bergsee, Wasserfall und Berggipfeln. Der Steirische Bodensee liegt spiegelglatt vor uns und ist von dichten Wäldern und Almwiesen eingerahmt. Während wir noch gemütlich am flachen Seeufer entlanggehen, hören wir schon aus der Ferne das Donnern des Bodensee-Wasserfalls. Der Anstieg am anderen Seeufer auf der Südseite wird schnell richtig steil. Mit jedem Höhenmeter kommen wir dem tosenden Wasser näher.

Der Steig führt stellenweise so nah am Wasserfall vorbei, dass wir ihn fast berühren könnten. Immer wieder spritzt feiner Wassernebel in unser Gesicht – erfrischend, und gleichzeitig schwitzen wir durch die hohe Luftfeuchtigkeit aber auch ganz schön. Nach knapp 400 Höhenmetern erreichen wir den Hüttensee, der in einer kleinen Mulde liegt. Direkt am Ufer und etwas oberhalb steht die Hans-Wödl-Hütte, wo wir uns kurz stärken und den Blick auf das glasklare Wasser genießen. Oberhalb stürzt ein weiterer Wasserfall, der Schleierwasserfall, über die Felsen. Die Geräuschkulisse bleibt eindrucksvoll – überall rauscht und plätschert es laut.

Mein Highlight: Beste Aussicht auf den Steirischen Bodensee

Der Pfad führt anschließend noch 150 Höhenmeter weiter Richtung Obersee, dem dritten See der Tour. Dort angekommen, erwartet uns ein wildromantisches Bergpanorama: Der Bergsee liegt ruhig da, ringsum Felsen, dahinter thront die imposante Hochwildstelle als höchster Gipfel der Umgebung. Kaum zu glauben, aber mein persönliches Highlight der 3-Seen-Wanderung liegt im Abstieg.

Als wir über die kleine Anhöhe bei der Hans-Wödl-Hütte wieder nach unten steigen, haben wir die wohl beste Aussicht auf den Steirischen Bodensee. Wie von einem Landschaftsmaler auf Leinwand gemalt, liegt er in seiner vollen Pracht vor uns, dahinter erhebt sich majestätisch ein Ausläufer des Dachsteinmassivs. Beim Aufstieg waren wir so auf den Wasserfall fixiert, dass wir den Blick zurück nach unten völlig vernachlässigt haben.

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Fazit

War das schön heute! Die Kombination aus tiefblau-grünen Bergseen, tosenden Wasserfällen und traumhaften Ausblicken macht diese Tour unglaublich abwechslungsreich. Wer den steilen Aufstieg nicht scheut, wird mit eindrucksvollen Fotospots und echter Naturidylle belohnt.

Ihr wollt noch mehr Bergseen? Ähnlich imposante Wanderungen gibt es zu den Giglachseen und zum Riesachsee in Schladming. Wer mehr alpines Feeling spüren möchte, kann über die Steinernen Jungfrauen zum höchsten Briefkasten am Dachstein wandern oder sogar hochalpin auf den Dachsteingipfel steigen. Wir bleiben noch ein paar Tage in der Region und werden morgen auf den Gipfel des Stoderzinkens steigen, um einen Blick über das gesamte Ennstal zu bekommen.

Lage

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