Kilometerweit führen die Holzstege durch die Landschaft. Wir wandern auf weichen Moorpfaden, durch lichte Fichtenwälder und über bemooste Steine. Der Store-Mosse-Nationalpark zeigt die wilde, ungezähmte Seite Smålands und führt durch die größte Moorlandschaft Südschwedens. Hier entdeckt man eine Landschaft, die im Rhythmus der Jahreszeiten ständig ihr Gesicht verändert. Ich verrate euch, auf welcher Route ihr die besten Eindrücke des Nationalparks bekommt.
Lohnt sich die Wanderung im Store Mosse Nationalpark?









Der Store-Mosse-Nationalpark ist mit einer Fläche von 8.000 Hektar das größte zusammenhängende Moorgebiet südlich des schwedischen Lapplands. Er liegt nahe dem Ort Hillerstorp in der Provinz Småland in Südschweden. Übersetzt bedeutet „Store Mosse“ schlicht „großes Moor“ und genau das erwartet uns hier: eine einzigartige Landschaft aus weiten Torffeldern, kleinen Seen, Heideflächen und Kiefernwäldern.
Daraus entsteht ein echter Querschnitt der Natur Südschwedens. Mehr als 40 Kilometer markierte Wanderwege führen über Holzstege und schmale Pfade durch den Nationalpark. Bekannt ist die Gegend unter anderem bei Vogelbeobachtern, denn das Moorgebiet bietet Lebensraum für unzählige Vogelarten.
Fototipp: Ein besonderer Fotospot im Store-Mosse-Nationalpark sind die langen Holzstege, die sich schnurgerade durch das weite Moor ziehen. Platziert die Stege zentral im Bild, um Tiefe zu erzeugen, und nutzt sie als führende Linie, die den Blick des Betrachters in die Ferne lenkt. Die Heideblüte oder der Ast eines Baumes kann den Vordergrund spielerisch einrahmen.
Anreise nach Hillerstorp
| Lage: | Småland |
| Strecke: | 12 km |
| Gehzeit: | ca. 4 Stunden |
| Rastplatz: | Raststuga Södra Svänö |
| Fauna: | beliebt für Vogelbeobachtungen |
Der Store-Mosse-Nationalpark liegt etwa 70 Kilometer südlich der Stadt Jönköping und lässt sich sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen. Für die Anreise mit dem Zug eignet sich die Verbindung von Jönköping nach Värnamo. Nach einer einstündigen Fahrt steigt ihr in den Regionalbus in Richtung Hillerstorp. Die Haltestelle „Store Mosse fågeltornet“ befindet sich direkt am großen Parkplatz beim Naturum.
Wir fahren mit dem Auto von Jönköping auf der E4 Richtung Süden bis zur Ausfahrt Skillingaryd. Von dort führt die Straße 152 in Richtung Hillerstorp. Kurz vor dem Ortseingang folgen wir der 151 zum Naturum Store Mosse. Das Besucherzentrum ist gut ausgeschildert und bietet Parkplätze direkt am Eingang. Die Fahrt dauert rund eine Stunde.
Start der Rundwanderung durch die Moorlandschaft
Große Teile der Wanderung durch den Store-Mosse-Nationalpark führen über offene Moorflächen. Zwar sorgen die Holzbohlenwege für überwiegend trockene Füße, doch festes, wasserdichtes Schuhwerk sollte dennoch nicht fehlen. Besonders nach Regen sind die Stege rutschig. Unterwegs warten zwar sogenannte „Raststugas“ auf euch, bewirtschaftet sind diese jedoch nicht – sie bieten lediglich einen sicheren Unterschlupf auf der Wanderroute.
Unsere Wanderung im Store-Mosse-Nationalpark beginnt am Naturum, dem modernen Besucherzentrum. Im Inneren informiert eine interaktive Ausstellung über die Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark sowie über die verschiedenen Routen. Wir entscheiden uns für die längste: die Kävsjön Runt, einen 12 Kilometer langen Rundweg um den See.
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Auf Holzbohlenwegen durch das Moor
Direkt hinter dem Naturum öffnet sich der dichte Wald. Ein schmaler Holzsteg führt uns hinaus in die offene Landschaft, und zum ersten Mal liegt die weite Moorlandschaft vor uns. Wir wandern auf dem Holzbohlenweg zwischen jungen Sträuchern und über dunkle Wasserlöcher hinweg. Der Pfad führt in einem weiten Bogen um den Kävsjön-See, eines der Kernstücke des Nationalparks.
An einigen Stellen sind die Bretter morsch, und wir waten durch die sumpfige Landschaft. Schließlich verlassen wir die offenen Moorflächen und finden uns in einer völlig neuen Welt wieder: ein lichter Kiefernwald. Der Boden ist mit Nadeln, Graumoos und Beerensträuchern bedeckt. Im Gegensatz zur Moorlandschaft wirkt diese Etappe lebendiger – nun wachsen Pilze und Preiselbeeren am Wegesrand.
Zwischen blühender lila Heide und grünem Moos
Nach etwa zwei Kilometern wandern wir wieder über die weiten, offenen Moorflächen. Im Gegensatz zum Beginn der Tour zeigt sich das Gebiet hier von seiner ursprünglichen Seite: Torffelder, kleine Wasserflächen und vereinzelte Birkeninseln prägen die Szenerie. Neben den Holzbohlenwegen blüht die Heide, und die dürren Bäume ragen fast gespenstisch in den Himmel.
Bald erreichen wir Södra Svänö, ein kleines Areal für Camping und Übernachtungen. In den roten Schwedenhäuschen finden sich Schlafplätze und Unterschlupf an regnerischen Tagen. Nach einer kurzen Rast machen wir uns auf die letzte Etappe, die uns durch ein traumhaftes Waldgebiet führt. Der Boden ist dicht mit weichem Moos bedeckt. Spätestens hier ist uns klar, warum Trolle in der schwedischen Mythologie eine solch bedeutende Rolle spielen.
Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt steht der Store-Mosse-Fågeltornet, ein Aussichtsturm für Vogelbeobachtungen. Auf der kleinen Anhöhe am Rand des Moors kann man die gesamte Landschaft überblicken.
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Fazit
Die Wanderung durch den Store-Mosse-Nationalpark bietet eine Reise durch die vielfältige Landschaft Südschwedens. Die Weite des Moors, die dunklen Wasserflächen und der lichte Kiefernwald, durchzogen mit Moos und Preiselbeeren, machen die Route abwechslungsreich. So unterschiedlich die Etappen auch sind, sie verbindet vor allem eins: die für Schweden so typische Ruhe und Ursprünglichkeit.
Um das Bild von Südschweden zu vervollständigen, darf ein Besuch am Vätternsee nicht fehlen. Der zweitgrößte See des Landes überzeugt mit seinen netten Örtchen und idyllischen Wanderwegen. Besonders empfehlenswert ist eine Fahrradtour über die kleine Insel Visingsö in der Mitte des Sees.
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