Almenrunde am Tegernsee: Vielseitige Wanderung

Der Morgen liegt still über dem Tegernsee, als ich am Ufer starte und die ersten Schritte bergauf setze. Noch glitzert das Wasser zwischen den Bäumen hindurch, dann schluckt mich der Wald. Schritt für Schritt wird es ruhiger, weiter, freier. Oben warten weite Almwiesen, das Läuten von Kuhglocken und ein Panorama, das bis zum Alpenhauptkamm reicht. Und ganz am Ende: das kühle Wasser des Tegernsees, die perfekte Belohnung nach einem Tag in den Bergen.

Lohnt sich die Almen-Wanderung am Tegernsee?

Der Tegernsee gehört zu den schönsten Wanderregionen der bayerischen Voralpen, und diese Rundtour ist ein Beispiel dafür. Die abwechslungsreiche Strecke verbindet mehrere Almen miteinander und bietet unterwegs fantastische Ausblicke auf den Tegernsee, den Schliersee und die umliegende Bergwelt. Die Route führt zunächst durch schattigen Wald hinauf zum Berggasthof Neureuth. Danach öffnet sich die Landschaft zunehmend: Sanfte Almwiesen, weite Panoramablicke und die markanten Gipfel rund um den Wendelstein prägen den Weg. Über die Gindelalmschneid und die Kreuzbergalm führt die Tour schließlich wieder zurück nach Tegernsee. Das Besondere: Diese Wanderung verbindet Naturerlebnis, traditionelle Almkultur und Erfrischung, denn nach der Tour wartet der Tegernsee mit seinem klaren Wasser.

Fototipp: Versuche unterwegs, das Wandergefühl einzufangen: Weg aufs Bild, Alm aufs Bild, Bergkette aufs Bild. Besonders gut gelingt das zwischen Kreuzbergalm und Gindelalm. Noch ein Highlight: Kurz unterhalb des Berggasthofs Neureuth eröffnet sich von einer kleinen Bank aus ein perfekter Blick über den Tegernsee und die umliegenden Berge.

Anreise zum Tegernsee

Strecke:13,1 km
Höhenmeter:630 hm
Gehzeit:4:30 h
Einkehrtipp:Berggasthof Neureuth
Schwierigkeit:mittel

Startpunkt für diese Wanderung ist der Bahnhof in Tegernsee. Vom Münchner Hauptbahnhof fährt stündlich die Bayerische Regiobahn (BRB) direkt zum Bahnhof Tegernsee. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.

Mit dem Auto erreicht ihr den Tegernsee über die A8 in Richtung Salzburg. An der Ausfahrt Holzkirchen geht es weiter über die B318 bis nach Tegernsee. Vor Ort stehen mehrere Parkmöglichkeiten zur Verfügung, besonders rund um den Bahnhof und entlang der Uferstraße.

Durch Wälder hinauf zum Berggasthof Neureuth

Kaum steige ich aus dem Zug aus, tauche ich schon in die ruhige Bergwelt ein. Die Häuser verschwinden hinter mir, und der Weg schlängelt sich langsam bergauf durch lichten Wald. Der Bayernweg ist angenehm zu gehen, und immer wieder öffnen sich kleine Lücken zwischen den Bäumen. Durch sie blitzt das türkisfarbene Wasser des Tegernsees hervor, der tief unten in der Sonne glitzert. Mit jedem Höhenmeter wird der Blick weiter.

Der Wald duftet nach Harz und feuchter Erde, während das Rauschen der Blätter den Weg begleitet. Der Wanderweg ist nie monoton: Ein schmaler Pfad wechselt mit einem breiten Forstweg und dann wieder mit einem kurzen Anstieg. Der Berggasthof Neureuth liegt auf einer Lichtung. Dies ist die erste von drei Einkehrmöglichkeiten, vor allem berühmt für seinen fantastischen, leicht karamellisierten Kaiserschmarrn. Von der Terrasse aus sieht man den Tegernsee wie ein Postkartenmotiv.

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Almleben zwischen Tegernsee und Schliersee

Nach einer Pause auf der Neureuth führt der Weg weiter Richtung Gindelalmschneid. Der breite Forstweg wird ruhiger, die Wanderer verteilen sich, und die Landschaft wird immer offener. Kurz vor der Gindelalmschneid zweigt der Weg ab zur Gindelalm. Von der Sonnenterrasse aus erwartet mich eine Aussicht, die mich kurz sprachlos macht: Unter mir liegt der Schliersee, daneben erhebt sich der markante Wendelstein.

Dahinter ziehen sich die Gipfel der Alpenkette bis zum Horizont. Hier oben schmeckt die Brotzeit gleich doppelt so gut. Der Weg führt anschließend weiter über sanfte Almwiesen zur Kreuzbergalm, vorbei an einem Gipfelkreuz, bei dem man fast den Gipfel nicht ausmachen kann. Kühe grasen auf den Weiden, Glocken klingeln leise, und die Atmosphäre ist herrlich entspannt. Genau so stellt man sich eine Almwanderung in Bayern vor. Wer noch einmal etwas trinken will, hat auch hier die Gelegenheit.

Baden im Tegernsee

Der Abstieg führt schließlich über den Prinzenweg hinunter durch das grüne Alpbachtal. Der Wald wird dichter, das Gelände flacher, und langsam kündigt sich wieder das Tal an. Nach mehreren Stunden in den Bergen taucht plötzlich wieder der Tegernsee auf.

Das Wasser glitzert in der Sonne und wirkt fast unwiderstehlich. Also tausche ich die Wanderschuhe gegen Badesachen. Das kalte, klare Wasser ist die perfekte Erfrischung nach der Tour. Während ich auf den See hinausblicke, kann ich die Höhenzüge erkennen, über die ich gerade gewandert bin. Eine bessere Belohnung für eine Bergtour gibt es kaum.

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Fazit

Die perfekte Wanderung für Langschläfer, Genuss- oder Feierabendwanderer: Die Almenrunde über Neureuth, Gindelalm und Kreuzbergalm besticht mit traditionellen Almen, einer einfachen, aber abwechslungsreichen Strecke und grandiosen Ausblicken auf gleich zwei Seen. Besonders schön ist der Wechsel der Perspektiven: zuerst der Blick auf den Tegernsee, später der Schliersee und die Gipfel der Voralpen.

Wenn das Wetter mitspielt, ist der krönende Abschluss ein Sprung in den Tegernsee. Wer dann noch Durst hat, bekommt im Tegernseer Bräustüberl eine ziemlich günstige Halbe. Außerdem lohnt sich der einfache Uferweg, und für Kunstbegeisterte auch ein Blick ins Olaf Gulbransson-Museum.

Lage

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