Cuatro Palos in Mexiko: Lohnt sich der Sonnenaufgang?

Über der Sierra Gorda liegt eine dichte Nebeldecke. Am Himmel sind noch einige Sterne zu sehen, die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Gipfel aber schon in goldenes Licht. Ich atme die frische Bergluft ein und lasse den Blick schweifen – der Aussichtspunkt Cuatro Palos zeigt ein ganz anderes Mexiko: einsam, wild, bergig. Und erstaunlich kühl. Ich lege das Handy weg, vergrabe meine Hände unter meinem Poncho und genieße den Sonnenaufgang.

Lohnt sich der Besuch des Aussichtspunkts Cuatro Palos?

Cuatro Palos ist ein verstecktes Paradies im Herzen der Sierra Gorda, Mexikos wilder Bergwelt. Dieser spektakuläre Aussichtspunkt liegt auf 2.700 Metern Höhe und bietet einen atemberaubenden Blick über die zerklüfteten Bergketten und dichten Wälder. Besonders magisch wird es bei Sonnenaufgang, wenn der Nebel wie ein Ozean über den Tälern schwebt.

Damit ihr nicht zu früh aufstehen müsst, sucht euch eine Unterkunft im gleichnamigen Örtchen Cuatro Palos oder in der nächstgrößeren Stadt Pinal de Amoles. Früh aufstehen müsst ihr trotzdem, denn ihr solltet etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang beim Kassenhäuschen sein. Von dort aus ist es nur eine kurze Wanderung bis zum „Mirador“ (Aussichtspunkt).

Fototipp: Wenn sich die Nebelschwaden über die Bergtäler legen und die ersten Sonnenstrahlen die Hügel durchbrechen, entstehen einmalige Bilder. Die alte Regel „Vordergrund macht Bild gesund“ gilt auch hier: Also, Kaktus in den Fokus, und das Bild wird super!

Anreise zum Mirador Cuatro Palos

Höchster Punkt:2.700 m
Höhenmeter:125 hm
Gehzeit:50 min
Strecke:2,3 km
Besonderheit:Bargeld mitbringen

Mit dem Auto startet ihr zum Beispiel in Querétaro. Von dort fahrt ihr auf der Bundesstraße 57 in Richtung Norden bis nach Pinal de Amoles. Der Ort liegt etwa 30 Minuten Fahrt auf einer Schotterstraße von Cuatro Palos entfernt. Die Autofahrt dauert insgesamt etwa 2,5 Stunden und bietet unterwegs einige fantastische Ausblicke. Ein Geländewagen wird empfohlen, da die Straße steil und uneben ist – es geht aber auch ohne.

Es gibt auch direkte Busverbindungen von Querétaro nach Pinal de Amoles. Von dort könnt ihr euch ein Taxi organisieren, oder ihr nehmt den Bus bis Jalpan de Serra. Lokale Guides bieten von dort aus Touren an, bei denen ihr mehr über die Region erfahren könnt.

Im Zwiebellook & Sneakers zum Aussichtspunkt

Für diesen Ausflug solltet ihr euch einigermaßen gut vorbereiten. Wenn ihr direkt in Cuatro Palos übernachten möchtet, fahrt früh los, um euch eure Unterkunft zu sichern. Hier bucht man nicht online, sondern fragt an der Tür nach einer Cabaña (kleine Hütte, meist für 400 bis 1000 mexikanische Pesos pro Nacht). Unsere Unterkunft hatte übrigens nur eine Trockentoilette – sie hatte zwar eine echte Kloschüssel, funktionierte aber wie ein Katzenklo (also mit Streu und Spänen). Definitiv ungeeignet für bestimmte Geschäfte!

Vergesst nicht, ausreichend Wasser und Snacks mitzunehmen, denn oben gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten. Vergesst dabei nicht die Wanderung und die Zeit am Gipfel. Da ihr auf über 2.700 Metern Höhe seid, kann das Wetter schnell umschlagen, und es wird kühl – packt also auch warme Kleidung ein. Am besten ist Zwiebel-Look, sodass ihr euch mit den ersten Sonnenstrahlen etwas entkleiden könnt.

Zudem solltet ihr an Sonnenschutz denken, denn die Sonne ist in dieser Höhe oft intensiver, als man denkt. Der Weg selbst ist nicht besonders anspruchsvoll, da reichen Sneakers völlig aus. Vergesst aber nicht eure Kamera oder euer Smartphone, um die beeindruckende Aussicht festzuhalten – die Fotomotive dort oben sind wirklich einzigartig!

Auch interessant: Bacalar – Wunderschöne Lagune auf Yucatan in Mexiko

Um 5 Uhr klingelt der Wecker

Der Wecker klingelt. Das muss ein Irrtum sein. Ich drehe mich noch einmal um. Mein Freund weckt mich – immerhin hat er sich auch zu so früher Stunde an unseren Plan erinnert: Um 5 Uhr morgens aufstehen, damit wir den Sonnenaufgang von Cuatro Palos erleben können. Über uns blinken noch die Sterne, als wir uns im Zwiebellook auf den Weg machen.

Unsere Unterkunft ist nur fünf Minuten Fußweg vom Startpunkt der kleinen Wanderung entfernt. Ein Kunststück ist das nicht, der Ort Cuatro Palos ist nämlich winzig klein und auch nicht besonders gut an die Infrastruktur angebunden. Nach oben führt bloß eine rumpelige Landstraße. Handyempfang gibt es nur, wenn ihr an der richtigen Stelle steht, und einen Supermarkt sucht ihr auch vergeblich.

Mexikanerinnen verkaufen warmes Frühstück

Dafür gibt es zu dieser frühen Stunde schon Frauen, die vor dem Eingang Kaffee, Tee, Kakao und Atole (ein süßes, milchiges Maisgetränk) verkaufen. Ein paar süße Teilchen und warme Tamales (eine mexikanische Spezialität aus Maisbrei) gibt es auch. Mexikaner legen großen Wert auf ein warmes Frühstück – ein kaltes Sandwich hat hier keine guten Karten.

Ich kaufe ein paar Sachen für uns, dann gehen wir zum Eingang und kaufen unsere Tickets. Der Eintritt lag bei 20 Pesos, als ich da war. Umgerechnet ein Euro. Wer möchte, kann auch einen Guide dazubuchen, das ist aber absolut nicht nötig. Folgt einfach den anderen Besuchern, wir sind hier nämlich absolut nicht alleine. Die meisten anderen Touristen sind aber Mexikaner, ein Geheimtipp ist es also in gewisser Weise immer noch.

Die Wanderer über dem Nebelmeer

Die Wanderung zum Aussichtspunkt Cuatro Palos ist relativ kurz und führt über einen ausgeschilderten und breiten Weg. Ich bleibe immer wieder stehen und bewundere die Natur. Für einen Mexikaner ist das nichts Besonderes, aber ich wandere nicht alle Tage vorbei an Palmen, Agaven und Ohrenkakteen.

Die Sierra Gorda befindet sich im Bundesstaat Querétaro und umfasst dichte Nebelwälder, steile Canyons, karge Berglandschaften und üppige tropische Vegetation. Insgesamt ist das Gebirge etwa 3.800 Quadratkilometer groß. Vom Aussichtspunkt aus sollte ich eigentlich auf endlose Gipfel blicken können, darunter den imposanten Cerro de la Media Luna und den Peña de Bernal. Stattdessen: eine dichte Wolkendecke.

In gewisser Weise ist das auch magisch, man fühlt sich hier oben nämlich fast wie im Himmel, komplett abgeschnitten von der Außenwelt. Zurück geht es nicht auf demselben Weg, sondern in einer kleinen Runde durch einen niedrigen Eichenwald mit magisch verschlungenen Ästen und Zweigen. Ich sage es euch, das Herr-der-Ringe-Feeling wird man hier nicht mehr los. Erst recht nicht, als wir, zurück im Ort, kleinen Eselchen begegnen, die hier noch für die Arbeit eingesetzt werden.

Auch interessant: Arco del Tiempo – Der berühmte Steinbogen im Dschungel von Mexiko

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von México Travel Channel (@mexicotravelchannel)

Fazit

Der Aussichtspunkt Cuatro Palos ist ein echtes Panorama-Highlight in Mexiko, mitten in der Sierra Gorda mit ihrer reichen Flora und Fauna. Natürlich müsst ihr richtig früh aufstehen und die Nacht davor in einer sehr einfachen Unterkunft verbringen, dafür werdet ihr aber mit einer wirklich magischen Erfahrung belohnt.

Zugegeben – den Ausflug macht man nicht mal eben so. Am besten sucht ihr euch noch ein paar andere interessante Orte in der Nähe („Nähe“ ist in Mexiko alles bis zu drei Autostunden Distanz). Wir waren zum Beispiel am selben Tag noch bei der Puente de Dios, der „Brücke Gottes“, einer natürlichen Felsformation mit kristallklaren Wasserbecken. Noch ein Tipp ist der Peña de Bernal, ein riesiger Felsmonolith neben dem superhübschen Ort Bernal, den ihr erklimmen und sogar erklettern könnt.

Lage

Praktische Links

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Auch interessant

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Entdecke mehr von HOME of TRAVEL

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Weiterlesen