Felsenmeer im Wental: Spektakuläre Felsformationen

Der Nebel liegt wie ein Schleier zwischen den Felsformationen und hüllt die Umgebung in eine fast mystische Atmosphäre. Ich stehe auf einem Vorsprung, unter mir türmen sich gewaltige Blöcke aus Dolomitgestein, die wie zufällig in die Landschaft gestreut wirken. Das Felsenmeer ist das Herzstück des Wentals und weit mehr als nur ein geologisches Highlight auf der Ostalb. Ich verrate euch, auf welcher Route ihr in diese einzigartige Landschaft eintauchen könnt.

Lohnt sich eine Wanderung durch das Felsenmeer?

Das Wental mit dem Felsenmeer liegt zwischen Steinheim am Albuch und Bartholomä auf der Ostalb und beeindruckt mit seiner markanten Karstlandschaft aus Dolomitfelsen. Entstanden ist das Tal vor etwa 150 Millionen Jahren durch jahrtausendelange Erosion, aus der bizarre Felsformen, Höhlen und Mulden hervorgingen. Sie verleihen dem Gebiet bis heute seinen märchenhaften Charakter.

Historisch war das Wental schon früh ein beliebter Ort für Naturforschung und Geologie. Heute führt ein gut ausgebautes Netz an Wander- und Radwegen durch die Landschaft, darunter auch der bekannte Wentallehrpfad (ca. 7 km), der interaktive Stationen und spektakuläre Blicke auf die freistehenden Steingebilde bietet.

Fototipp: Der beste Fotospot im Felsenmeer liegt leicht erhöht am Rand des Wentalwegs. Hier führen schmale Wege zu den Felsvorsprüngen hoch, von wo aus ihr einen freien Blick über die Dolomitblöcke habt. Von dieser Position aus könnt ihr die Dimensionen des Felsenmeers optimal einfangen. Die beste Zeit ist am frühen Morgen, wenn sich Nebel und Sonnenstrahlen zwischen den Felsen ausbreiten.

Anreise nach Bartholomä

Lage:Bartholomä im Ostalbkreis
Strecke:ca. 9,6 km
Gehzeit:2,5 Std.
Schwierigkeit:leicht
Einkehrtipp:Landhotel Wental

Der Ausgangspunkt zum Felsenmeer ist gut mit dem Auto erreichbar. Von Stuttgart aus führt euch die B29 Richtung Aalen, ab Mögglingen wechselt ihr auf die L1165 nach Bartholomä. Von dort ist das Wental gut ausgeschildert, und ausreichend Parkmöglichkeiten liegen gegenüber dem Landhotel Wental. Die Anfahrt dauert etwas über eine Stunde.

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist hingegen zeitaufwändig. Von Aalen könnt ihr mit dem Zug nach Heidenheim fahren und dort eine Busverbindung nach Steinheim am Albuch nehmen. Ab hier fährt die Linie 295 zur Haltestelle „Wental Gaststätte“. Die Verbindungen sind allerdings sehr unregelmäßig, überprüft daher stets die aktuellen Fahrpläne (hier).

Früher Start zwischen den Nebelschwaden

Das Wental bietet Besuchern verschiedene Start- und Parkmöglichkeiten. Ich empfehle den Parkplatz am Landhotel Wental, der direkt am Felsenmeer liegt. Am schönsten ist die Wanderung früh am Morgen, wenn es noch ruhig ist und das Licht die Felsen besonders eindrucksvoll erscheinen lässt. Ich starte mit den ersten Sonnenstrahlen um 8 Uhr morgens. Noch bedecken leichte Nebelschwaden das Felsenmeer zu meiner Linken, die sich jedoch bald lichten.

Die einzige Einkehrmöglichkeit auf der Strecke befindet sich mit dem Landhotel direkt am Parkplatz, denkt also an Proviant für unterwegs. Auch festes Schuhwerk ist Pflicht, nur so könnt ihr sicher auf die Felsvorsprünge im Felsenmeer klettern und die besten Fotospots erkunden. Übrigens lässt sich das Wental auch super mit dem Fahrrad erkunden, und ihr könnt die Strecke beliebig weit ausdehnen.

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Über den Wentallehrpfad durch die Felsformationen

Direkt vom Parkplatz aus folge ich der Beschilderung zum Wentallehrpfad. Hinter dem Landhotel beginnt die Strecke, und der ebene Weg schlängelt sich durch einen dichten Wald. Immer wieder ragen am Wegesrand spektakuläre Felsformationen empor. Durch die Morgensonne umgibt sie ein warmes Licht, und feiner Bodennebel lässt die Szenerie noch mystischer erscheinen. Einige der Felsen stehen etwas abseits, versteckt zwischen dichten Büschen, andere sind nicht zu übersehen und wirken wie riesige Wächter neben dem Wanderweg.

Besonders bekannt ist das Wental-Weible, das offizielle Wahrzeichen des Wentals. Laut einer Sage handelt es sich dabei um eine alte Frau, die von einem Blitz getroffen wurde und sich in Stein verwandelt hat. Bis heute steht der gigantische Fels mitten im Wental und ist eine der Hauptattraktionen der Wanderung. Von hier sind es noch etwas über einen Kilometer bis zum Ende des Lehrpfads, bevor es auf dem gleichen Weg zurück zum Parkplatz geht. Auf dem Rückweg wirken die Felsen noch einmal völlig anders, sodass der zweite Durchgang fast wie eine neue Entdeckungstour ist.

Highlight im Wental: Das impostante Felsenmeer

Direkt hinter dem Parkplatz liegt nun das eigentliche Herzstück der Wanderung: das Felsenmeer. In wenigen Schritten stehe ich mittendrin. Hier bietet sich mir ein völlig neuer Blick. Statt dichtem Wald öffnet sich vor mir eine weite Landschaft. Ein breiter Weg schlängelt sich zwischen unzähligen Dolomitblöcken in allen Größen und Formen hindurch. In der Sonne werfen sie lange Schatten, die die Formen noch dramatischer wirken lassen.

Zwischen den Felsen liegen breite Grasflächen, sodass man sich bequem seinen eigenen Weg durch das Felsenmeer bahnen kann. Ich folge einem schmalen Weg nach oben und stehe nun auf einem kleinen Vorsprung. Von hier wirkt das Felsenmeer wie ein Labyrinth aus Gestein – fast ein wenig chaotisch. Steht man hingegen unten zwischen den Felsen, fällt der Blick auf die Details: verwitterte Oberflächen, bewachsene Risse und kleine Höhlen.

Groß ist das Felsenmeer nicht, der Weg führt nur etwa 600 Meter entlang der Felsformationen. Doch durch die kleinen Abstecher zwischen die Felsen und auf die Vorsprünge kann man hier einiges entdecken.

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Fazit

Am Ende meiner Wanderung durch das Wental und das Felsenmeer bleibt für mich ein Gefühl der Verwunderung. Eine solche Landschaft habe ich auf der Ostalb nicht erwartet. Es wirkt wie ein Open-Air-Museum aus felsigen Kunstwerken, durch das man laufen kann und so plötzlich mittendrin ist. Jeder Schritt verändert die Sicht und lässt etwas Neues auftauchen. Diese Vielfalt macht den Weg durch das Felsenmeer so besonders. Es ist nicht einfach nur eine Wanderung, sondern ein stetiges Beobachten und Entdecken.<

Die Landschaft fühlt sich manchmal fast surreal an, als hätte man die Ostalb für einen Moment verlassen und wäre in eine andere Welt eingetreten. Für weitere versteckte Schätze auf der Ostalb lohnt sich ein Besuch auf dem nahegelegenen Rosenstein. Bei ausgiebigen Wanderungen könnt ihr die Burgruine und spektakuläre Höhlen besuchen – und das alles vor dem Panoramablick über die Ostalb.

Lage

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