Schon lange steht der Hohe Ifen auf meiner persönlichen Bucket-List. Nun ist es endlich so weit und ich werden den Gipfel mit der markanten Form erklimmen! Eindrucksvoll erhebt er sich über dem Kleinwalsertal. Der felsige Aufbau des Tafelbergs fällt zu allen Seiten steil ab und von oben soll man einen wundervollen Blick über die Allgäuer Alpen haben.
Lohnt sich die Wanderung zum Hohen Ifen im Kleinwalsertal?
Die Wanderung zum Hohen Ifen könnt ihr wahlweise mit oder ohne Seilbahn unternehmen. Wenn ihr die ersten Höhenmeter mit der Bergbahn zurücklegt und bis zur Mittelstation nach oben schwebt, spart ihr euch rund 300 Höhenmeter. So gilt es insgesamt noch rund 660 Höhenmeter aus eigener Kraft zu bewältigen. Das ist überschaubar. Trotzdem sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit wichtig. Denn teilweise geht es direkt an der abschüssigen Felswand nach oben. Die schwierigsten Passagen sind immerhin durch Drahtseile zum Festhalten entschärft.
Anschließend könnt ihr natürlich über den selben Weg auch wieder absteigen. Ich empfehle allerdings die Rundtour, die sich am Schwarzwasser entlang wieder gen Tal schlängelt. Damit ist die Wanderung insgesamt 13 Kilometer lang. Hier warten noch einige urige Hütten, die zu einem Einkehrschwung einladen. Darunter die Alpe Ifersgunt, die Schwarzwasserhütte und die Melköde Alpe.
Fototipp: Direkt hinter dem Gipfelkreuz befindet sich ein zweites, etwas tiefer gelegenes Plateau. Hier kann man wundervolle Bilder mit dem Gipfelkreuz auf der steil abfallenden Felswand machen.
Anreise zur Ifenbahn im Kleinwalsertal
| Strecke: | 13,1 km |
| Höhenmeter: | 659 hm |
| Gehzeit: | 5 Stunden |
| Einkehrtipp: | Schwarzwasserhütte |
| Schwierigkeit: | Mittelschwer |
Die Tour startet in jedem Fall an der Talstation der Ifenbahn bei Riezlern. Hier gibt es einen großen, gebührenpflichtigen Parkplatz. Allerdings ist das Verkehrsaufkommen im Tal immer relativ hoch. Um nicht im Stau zu stehen, empfehle ich eine frühe Anreise. Alternativ ist die Anreise auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich.
Bis nach Oberstdorf kommt man super mit dem Zug. Von München dauert die Bahnfahrt etwas mehr als 2 Stunden. Es gibt sogar Verbindungen ohne Umstieg. Ab dem Bahnhof geht es per Bus weiter. Die Busse pendeln regelmäßig in die einzelnen Orte und zu den jeweiligen Talstationen. Bis zu Ifenbahn sind es nochmals weitere 40 Minuten Busfahrt.
Steiler Anstieg unterhalb der Felswand
Die erste Bergfahrt ist um 8:30 Uhr. Ich würde euch auch empfehlen, nicht viel später zu starten. Zwar ist die Tour gut schaffbar, sodass ihr keinen Zeitdruck haben müsst, aber der Anstieg zum Ifen verläuft oberhalb der Baumgrenze unter der prallen Sonne. Der erste Teil führt noch über eher mäßig ansteigend über Almwiesen hinweg. Dann wird es allerdings bald richtig steil. Somit ist der Weg nach oben super schweißtreibend.
Außerdem ist Trittsicherheit wichtig. Die Haupt-Höhenmeter legen wir in schroffem Blockgelände zurück. Weiter oben benötigt man zusätzlich Schwindelfreiheit. Hier gibt es sogar einige drahtseilversicherte Passagen. Dafür wird die Landschaft auch immer spektakulärer. Eines meiner Highlights ist der Blick über das Gottesackerplateau, das sich vor uns erstreckt. Diese riesige Karstlandschaft könnt ihr euch wie einen Schwamm vorstellen. Es gibt etliche Risse, Löcher und teils große Höhlen.





Genialer 360-Grad-Blick vom Hohen Ifen
Die letzten Meter zum Gipfelkreuz des Hohen Ifen führen über ein Hochplateau und sind wieder ein wenig leichter. Und dann stehen wir ganz oben auf dem Tafelberg. Obacht am Abgrund! Denn direkt hinter dem Kreuz geht es meterweit senkrecht in die Tiefe. Ich wage mich lieber nicht so nah ran. Für den genialen Rundumblick ist das aber auch gar nicht nötig. Die Aussicht ist sensationell.
Wir blick weit übers Allgäu hinweg, sehen Riezlern unter uns im Tal liegen. Außerdem sind die Gipfel der Schweizer Alpen sichtbar. Diese sind teilweise sogar schneebeckt. Und der Blick wandert über die Bergwelt Vorarlbergs hinweg. Direkt vor uns ragt ganz markant auch der Große Widderstein auf. Und auch die Trettachspitze und der Hochvogel ist zu erkennen. Wow!
Bester Kaiserschmarrn im Kleinwalsertal
Zurück geht es nicht über den selben Weg, sondern wir laufen eine schöne Rundtour. Dazu steigen wir über etliche Almen ab. Die Landschaft ist hier herrlich ruhig und einsam. Ich genieße die Ruhe und wir haben die Bergwelt ganz für uns alleine. Nur einige zirpende Grillen am Wegesrand sind deutlich hörbar. So schlängeln wir uns, vorbei an der urigen Alpe Ifersgunt, zur Schwarzwasserhütte bergab.
An der DAV-Hütte herrscht Selbstbedienung. Wir haben Kaiserschmarrn bestellt und werden nicht enttäuscht als der Chefkoch meinen Namen laut ausruft. Essen ist fertig! Die Portion ist riesig und der Kaiserschmarrn ist super fluffig. Meiner Meinung nach gibt es hier einen der besten im gesamten Tal. Den müsst ihr auf jeden Fall probieren!





Fazit
So sind wir gestärkt für die letzten Kilometer zurück zur Talstation der Ifenbahn. Die ziehen sich allerdings noch mal ein bisschen. Kurz vorm Ziel kommt ihr am Herzsee vorbei. Bei windstillen, sonnigen Bedingungen spiegelt sich die umliegende Bergwelt richtig schön im Wasser.
Ich finde die Wanderung insgesamt richtig schön und würde sie als Must-Do-Tour in der Gegend bezeichnen. Vor allem, weil sie nicht zu anstrengend ist, aber dennoch die eine oder andere spannende Passage bereit hält. Wenn ihr länger rund um Oberstdorf und im Kleinwalsertal unterwegs seid, gibt’s noch viele weitere lohnenswerte Touren. Zu meinen Favoriten gehört der Aufstieg zum Rubihorn. Und auch die Gratwanderung zwischen Fellhorn und Kanzelwand fand ich super.
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