Loserfenster: Wanderung zum Felstor im Salzkammergut

Wir haben den idyllischen Augstsee gerade hinter uns gelassen, als der Weg deutlich steiler wird und mit ein paar leichten Kletterstellen auch anspruchsvoller. Das Tote Gebirge zeigt sich hier als Mischung aus sanften Almwiesen und schroffen Felswänden, die sofort dieses typische Salzkammergut-Feeling aufkommen lassen. Der einmalige Ausblick, der sich mir jetzt eröffnet, lässt die Anstrengung im selben Moment wieder vergessen. Ich blicke durch das sogenannte Loserfenster auf die steil abfallenden Nordwände des Loser-Massivs. Die Wanderung zum Felstor hier im Ausseerland versetzt euch ins Staunen – versprochen!

Lohnt sich die Wanderung zum Loserfenster?

Das über zwei Meter große Loserfenster befindet sich auf einer Höhe von etwa 1.780 Metern im Toten Gebirge im Salzkammergut. Es ist einer der markantesten Fotospots im Ausseerland und bietet einen beeindruckenden Blick auf die steil abfallenden Nordwände. Die Wanderung ist technisch einfach bis mittelschwer und überwindet als Rundweg über den Loser-Gipfel etwa 440 Höhenmeter auf 5,1 Kilometern.

Dank der Möglichkeit, mit der Gondel oder dem Auto über die Panoramastraße zum hoch gelegenen Ausgangspunkt zu gelangen, ist die Tour auch für weniger konditionsstarke Wanderer gut machbar. Wer im Loser-Massiv wandert, dem fallen sofort die aufliegenden Schichtungen im Felsen auf und man fühlt sich wie auf einer Reise durch ein Stück Erdgeschichte.

Fototipp: Der ideale Fotospot am Loserfenster befindet sich ein paar Meter vor dem Felstor. Achtet darauf, dass der Berg im Hintergrund schön durch das Fenster zu sehen ist. Haltet die Kamera dazu einfach etwas tiefer. Am besten fotografiert ihr bei leichtem Seitenlicht am Vormittag oder am späten Nachmittag, dann kommen die Strukturen der Felsen richtig schön zur Geltung.

Anreise nach Altaussee

Lage:Totes Gebirge, Ausseerland
Höhenmeter:440 hm
Strecke:5,1 km
Schwierigkeit:mittel
weiterer Top-Spot:Augstsee

Die Wanderung zum Loserfenster startet in Altaussee, im nördlichen Teil der Steiermark, direkt an den Grenzen zu Salzburg und Oberösterreich. Von München aus fährt man knapp drei Stunden über Salzburg, am Fuschlsee und Wolfgangsee vorbei, bis man kurz vor dem Hallstätter See nach Bad Aussee abbiegt.

Wer vor 8 Uhr bei der Loser-Panoramabahn ist, kann quasi vor Betriebsbeginn für 25,00 € pro Pkw (Stand 2025) über die Mautstraße zur Loseralm und Bergstation auffahren. Danach muss man ein Berg- und Talfahrt-Ticket für 29,00 € pro Person kaufen, was bei einem voll besetzten Auto ganz schön ins Geld geht. Eine öffentliche Anreise ist meiner Meinung nach nur zu empfehlen, wenn man sich bereits in der Region aufhält. Die nächstgelegenen größeren Bahnhöfe sind Bad Ischl und Bad Aussee.

Auffahrt mit der Loser-Panoramabahn

Leider haben wir das Zeitfenster für die Panoramastraße verpasst, weshalb wir mit der Gondel hinauffahren mussten. Da wir zu viert im Auto waren, ging das ganz schön ins Geld; also klarer Tipp: Wer selbst hochfahren möchte, sollte besser früh dran sein. Der Panoramablick auf das Loser-Massiv von der Gondel aus ist aber immerhin auch ein toller Start.

Die Wanderung beginnt an der Bergstation der Loser-Panoramabahn auf 1.600 Metern Höhe. Da die Tour nicht besonders lang ist, war ich etwas unsicher, was ich alles mitnehmen soll. Ich empfehle euch auf jeden Fall eine warme Jacke, denn spätestens am Höhenweg hinüber zum Loser-Gipfel weht oft der Wind.

Wasser und Snacks sind sowieso immer dabei, aber bei dieser Rundtour gibt es sowohl auf der Loseralm als auch auf der Loserhütte sehr nette Einkehrmöglichkeiten. Festes Schuhwerk ist Pflicht, denn der anfänglich gemütliche Weg über die Forststraße täuscht. Es kommen ein paar kurze, leichte Kletterstellen, bei denen Trittsicherheit gefragt ist.

Auch interessant: Nervenkitzel-Wanderung im Salzkammergut

Idyllischer Augstsee im Aufstieg zum Loserfenster

Bei den gelben Wegweisern entscheiden wir uns für den Aufstieg zum Loserfenster mit dem kleinen Umweg über den Augstsee. Nach nur zehn Minuten erreichen wir das Südufer des idyllischen Bergsees, der vom Wasser des Loserplateaus gespeist wird. Im klaren Wasser spiegeln sich die umliegende Landschaft und die Gipfel. Auch wenn einige Plätze zum Verweilen einladen, brauchen wir jetzt noch keine Pause. Wir wandern rechts um den See herum und steigen dann immer steiler Richtung Geländekamm hinauf.

Ich bleibe kurz stehen, atme die frische Bergluft ein und genieße die Aussicht auf den Augstsee, der von hier oben noch beeindruckender wirkt. In der Ferne leuchtet der Dachstein mit seinem Gletscher strahlend weiß herüber. Es ist richtig schön hier! Nun folgen die leichten Kletterstellen, bei denen Trittsicherheit gefragt ist, die aber nie richtig schwierig werden.

Vorsichtiger Blick durch das Loserfenster in steil abfallende Nordwände

Kurze Zeit später öffnet sich vor uns das Loserfenster in voller Pracht. Der Felsbogen ist über zwei Meter hoch, und wenn man aus etwas Distanz hindurchblickt, wirkt die Bergkulisse im Hintergrund wie von einem Maler platziert. Ein toller Fotospot! Ich wage mich ein paar Schritte weiter vor und blicke die steil abfallenden Nordwände des Loser-Massivs hinunter. Ein frischer Wind weht durch das Fenster, weshalb ich lieber gleich wieder einen Schritt zurückgehe, um nicht aus dem Fenster zu fallen; Sicherungen gibt es hier nämlich nicht.

Wir sind bei Weitem nicht die Einzigen, die das Felstor bewundern wollen, aber mit etwas Geduld kann jeder diesen eindrucksvollen Ausblick genießen. Danach geht es auf dem Höhenweg in leichtem Auf und Ab noch etwa 45 Minuten weiter zum Gipfel des Losers. Schaut dabei auf jeden Fall immer wieder vorsichtig die Nordwände hinunter. Das Panorama und die Felszacken sind beeindruckend!

Auch interessant: Wanderung zum Wächter des Salzkammergutes

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Bettina Brunauer (@bouncing_betti)

Fazit

Nach einer kurzen Rast am Gipfel geht es mit Blick auf den Altausseer See hinunter zur Loserhütte. Danach folgt ein kurzer Gegenanstieg direkt neben der Panoramastraße zurück zum Ausgangspunkt. Nach einer Wanderung schmecken Kaffee und Kaiserschmarrn gleich noch besser. Die Wanderung zum Loserfenster lohnt sich definitiv, denn die Kombination aus Bergsee, Felstor und interessanten Felsformationen ist einzigartig.

Das Salzkammergut begeistert mich immer wieder mit seiner Vielfalt. Das Tote Gebirge erstreckt sich bis nach Hinterstoder, wo sich mit dem Großen Priel der höchste Gipfel befindet. Wer im Ausseerland noch mehr entdecken möchte, kann auf die Trisselwand steigen oder auf der Heimreise das UNESCO-Weltkulturerbe Hallstatt besuchen.

Lage

Praktische Links

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Auch interessant

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Entdecke mehr von HOME of TRAVEL

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Weiterlesen