Paragleiten: Tandem-Flug über dem Ossiacher See

Auf einer Länge von 11 Kilometern erstreckt sich der Ossiacher See vor mir. Silbern glitzert der drittgrößte See Kärntens vor den Gipfeln der Karawanken, die sich blau und dunstig am Horizont erheben. Gleitschirm, Sitzgurt und Helm – mehr braucht es nicht, um die Szenerie von oben zu genießen. In der Phase des Abhebens, wenn die meiste Konzentration und Aufmerksamkeit gefordert sind, übernimmt bei einem Tandemflug der Pilot die Verantwortung. So wird Paragliding zu einem unvergesslichen Erlebnis für jedermann. Ich zeige dir, warum Fliegen eben doch schöner ist!

Lohnt sich ein Tandem-Paragliding-Flug in Villach?

Paragleiten am Ossiacher See bietet eine einzigartige Möglichkeit, die atemberaubende Landschaft Kärntens aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben. Dieser See, umgeben von den majestätischen Gipfeln der Gerlitzen Alpe, bietet ideale Bedingungen für Paragleiter jeder Erfahrungsstufe und eben auch jene, die nur den Tandemflug wagen möchten. Rund um Bodensdorf und Villach findet ihr mehrere Schulen und Fluganbieter für den Tandemflug.

Auch ich wollte mich einmal im Leben vollkommen frei fühlen! Wie ein Vogel durch die Lüfte gleiten, sich von der Thermik treiben lassen und alles um sich herum vergessen. Ich habe mich für den Tandemflug bei Adventure-Wings in Bodensdorf am Ossiacher See in Kärnten entschieden.

Fototipp: Eine Action-Cam lohnt sich hier natürlich. Bei den meisten Tandemanbietern ist sie zwar verfügbar, kostet jedoch meistens extra.

Anreise zum Ossiacher See

Lage:Ossiacher See in Kärnten
Ausrüstung:feste Schuhe, Jacke, Sonnenbrille
Körpergewicht:mind. 20 kg / max. 110 kg
Beste Zeit:Sommer
Flugstart:Gerlitzer-Gipfel (1.909 m)

Mit dem Pkw erreichst du den Ossiacher See über die A10, Abfahrt Villach. Von hier aus gelangst du direkt über die B94 in den Ort. Da der Flugstart am Gerlitzer liegt, müsst ihr früher oder später in die Bergbahn steigen. In Annenheim findet ihr einen Parkplatz direkt an der Kanzelbahn.

Aufgrund des gut ausgebauten Schienen- und Autobahnnetzes in Deutschland und Österreich ist die Anreise nach Kärnten denkbar einfach. Die Bahn bringt dich über München und Salzburg nach Villach. Von dort aus geht es mit der S2 nach Bodensdorf.

Spontane und unkomplizierte Buchung des Tandemflugs

In Bodensdorf, direkt neben dem Billa-Supermarkt, wirkt der kleine Pavillon von Adventure-Wings an der Straße recht unscheinbar. Hier wird kein großes Tamtam gemacht. Es geht um das Erlebnis, nicht um Äußerlichkeiten. Das Team ist offen, entspannt und äußerst hilfsbereit.

So ist auch die Buchung des Termins völlig unkompliziert: kurz plaudern, wann es am besten passt, einen Zettel ausfüllen und nach ein paar Hinweisen für den Flugtag sind die Formalitäten auch schon erledigt. Nun heißt es warten und die Spannung im Griff behalten.

Schließlich ist er da, der große Tag. Im Tal ist es bereits morgens angenehm warm. Spätestens zu Mittag wird die Sonne alles geben. Dennoch halte ich mich an die Regeln, ziehe feste Schuhe und zumindest eine dünne Jacke an. Sonnenbrille nicht vergessen! Jetzt habe ich alles und mache mich auf den Weg zum Pavillon.

Gerade sehe ich noch, wie die Paraglider vor mir auf der Wiese in der Nähe landen. Alle sehen euphorisch aus und haben ein breites Grinsen auf den Gesichtern. Die Piloten verstauen die Ausrüstung in den großen Rucksäcken und kommen ebenfalls zum Pavillon. Unser Transporter steht schon bereit. Schnell ist alles im Laderaum verstaut und ich sitze mit Daniel, meinem Piloten, und ein paar anderen im Auto.

Anfahrt zum Startpunkt auf der Gerlitzen-Alpe

Anders als beim Fallschirmfliegen beginnt das Paragliding nicht mit einem Sprung. Wir müssen also erst einmal auf dem Landweg nach oben, bevor wir nach unten gleiten können. Das Auto bringt uns zur Talstation der Bergbahn der Gerlitzen Alpe nördlich vom Ossiacher See.

Mit der Seilbahn geht es bis zur Kanzelhöhe und von dort weiter mit dem Sessellift zur Bergstation. Bald erreichen wir unseren Startplatz in 1.900 m über dem Meeresspiegel. Ich trage den Rucksack, der zwar nicht besonders schwer, aber ziemlich sperrig ist. Von der Liftstation bis zum Startpunkt in Richtung Süden sind es nur ein paar Meter, die wir schnell zurücklegen.

Auf der Wiese herrscht bereits reges Treiben. Die bunten Schirme der zahlreichen anderen Flieger liegen wie ein riesiger Patchwork-Teppich über der sommergrünen Wiese. Wir laden unser Gepäck ab und Daniel beginnt, unseren Schirm auszubreiten.

Zum ersten Mal sehe ich, wie dünn die Schnüre tatsächlich sind, an denen wir gleich hängen werden. Unfassbar! Doch Daniel versichert mir, dass er nur das beste Material verwendet. Durch seine kompetente und fachkundige Art wächst mein Vertrauen. Bald darauf liegt alles ordentlich ausgebreitet vor uns. Nun müssen wir nur noch die Helme aufsetzen und uns gemeinsam mit den Gurten am Schirm sichern. Ab jetzt gibt es kein Zurück mehr!

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Das Bild zeigt einen Paraglider, der in der Luft schwebt, mit einem weiten Blick auf eine malerische Landschaft. Der Paraglider ist mit einem orange-gelben Schirm ausgestattet und scheint ruhig über ein großes, klares, blau-grünes Gewässer zu gleiten, das der Ossiacher See zu sein scheint. Im Hintergrund ist eine Vielzahl von grünen Hügeln und Wäldern zu erkennen, die sich bis zum Horizont erstrecken, wo sich bergige Silhouetten gegen den blauen Himmel mit leichter Bewölkung abzeichnen. Unterhalb des Paragliders sind mehrere Siedlungen sichtbar, die sich am Ufer des Sees erstrecken, umgeben von grünen Feldern und Wäldern. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Freiheit und der Schönheit der Natur.
Gleitschirmfliegen mit Blick auf den Ossiacher See ©Alexander

Hoch über dem Ossiacher See

Beim Start heißt es: Nicht zögern! Daniel treibt mich von hinten an. Meine einzige Aufgabe ist es, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Zaghaftigkeit ist hier fehl am Platz. Sollten wir fallen, wie es um uns herum tatsächlich manchen passiert, bedeutet das: Alles zurück auf Anfang – die verhedderten Schnüre entwirren, Schirm neu ausbreiten… Wir stehen auf dem grasbewachsenen Hang und laufen zügig bergab. Das Gefühl ist neu und ungewohnt und kostet schon etwas Überwindung, auch angesichts des Ungewissen, das gleich folgen wird.

Plötzlich treten meine Füße ins Leere. Der Schirm, der sich eben noch hinter uns aufgebäumt und unseren Lauf gebremst hat, steht auf einmal über uns. Fast unbemerkt hat er sich aufgerichtet und arbeitet nun nicht mehr gegen uns, sondern trägt uns sicher und gleichmäßig in die Luft.

Der Abstand zum Boden wird größer und schnell sind wir so hoch, dass ich jedes Gefühl für Höhe verliere. Das Adrenalin, das bis jetzt in meinem Körper vorgeherrscht hat, baut sich ab und es macht sich ein tiefes Entspannungsgefühl breit. Nie hätte ich gedacht, dass sich das so unglaublich gut anfühlt!

Ich werde immer ruhiger und genieße die Aussicht. An die Gleichförmigkeit des sanften Fluges gewöhnt man sich schnell. Doch plötzlich zieht eine unfassbar starke Kraft an unserem Schirm, reißt uns in Sekunden weit nach oben. In meinem Bauch kribbelt es wie bei einer Achterbahnfahrt. Alles ist weiß.

Die Thermik hat uns direkt in eine kleine Wolke gehoben. Schließlich lassen die Winde nach und wir sinken langsam wieder aus der Wolke heraus nach unten. Die Sicht wird klarer und wieder segeln wir sanft dahin.

Fast fühlt es sich an, als würden wir in der Luft stehen. Ich frage Daniel, wie schnell wir wohl fliegen. Zwischen 30 und 40 km/h! Das meinte Einstein also, als er sagte, die Zeit sei relativ. Nur an dem kühlen Wind im Gesicht erahnt man unsere Geschwindigkeit. Zum Glück trage ich die Sonnenbrille! Denn nicht nur die Sonne, sondern auch der Luftzug in den Augen macht das Sehen schwer.

Daniel fragt, ob ich einen Looping versuchen will. Wir müssen es ja nicht gleich übertreiben! Und so genieße ich dieses unfassbare Gefühl von Freiheit, die Aussicht auf die herrliche Bergkulisse, die Seen der nahen und weiten Umgebung und wünsche mir, dass der Flug nie endet.

Doch langsam nähern wir uns immer weiter dem Boden, der Ossiacher See liegt wie ein Spiegel unter uns. Schon bald sehe ich meine Lieben am Boden winken. Irgendwann geht eben auch der schönste Flug vorbei. Noch ein paar letzte Anmerkungen zur Landung und wir sitzen gemütlich in der Wiese.

Vor ein paar Stunden sah ich das Grinsen der Paraglider vor mir. Nun trage ich es selbst im Gesicht! Ich bin unglaublich glücklich und dankbar. Dieses Hochgefühl begleitet mich noch weit über diesen Tag hinaus.

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Fazit

Lohnt sich also ein Tandem-Paragliding-Flug? Auf jeden Fall! Für Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, selbst einen Luftfahrerschein zu machen, ist ein Tandemflug die perfekte Chance, diese Flugerfahrung selbst zu sammeln. Du musst dich nur trauen und ein klein wenig überwinden. Dabei ist dieses Erlebnis entgegen allen Erwartungen sogar mit Höhenangst prima machbar. Ich spreche aus Erfahrung.

Solltest du dir unsicher sein, wem du dein Leben anvertrauen willst, kann ich Adventure-Wings uneingeschränkt empfehlen. Die Piloten sind durchweg gut ausgebildet, menschlich sehr kompetent, nutzen die beste Ausrüstung und geben dir ein Gefühl der Sicherheit, auf das du vertrauen kannst. Selbst Kinder ab 20 kg können an einem Flug teilnehmen und dank eines Airchairs können sogar Rollstuhlfahrer in den Genuss eines Fluges kommen!

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