Paznauner Höhenweg: Traumetappe von Ischgl nach Galtür

Ischgl ist wohl vielen aus dem Winter ein Begriff. Schließlich ist es eines der beliebtesten Skigebiete der Alpen. Aber hier im Paznauntal kann man auch richtig gut wandern. Das beweist die Tour über den Paznauner Höhenweg. Besonders gut hat mir die Etappe von Ischgl nach Galtür gefallen. Es geht mitten durch die einsame Bergwelt hindurch und für die Anstrengung entlohnen spektakuläre Ausblicke. Aber die Wanderung hat es in sich.

Lohnt sich der Paznauner Höhenweg von Ischgl nach Galtür?

Mit insgesamt 17,5 km Strecke und über 1.320 Höhenmetern erfordert die Tour von Ischgl nach Galtür einiges an Kondition. Dafür wird es landschaftlich sehr abwechslungsreich. Es geht über eine spektakuläre Hängebrücke hinweg, die schwindelerregend über dem Fimbabach schaukelt und wir steigen durch steile Waldpassagen über schmale Pfade auf. Mit dem Tschamatschkopf und dem Rauhen Kopf warten gleich zwei Gipfel am Wegesrand.

Nachdem die hauptsächlichen Höhenmeter geschafft sind, wird es super aussichtsreich. Denn auf diesen Abschnitten ist der Name „Höhenweg“ Programm. Und wir haben die Route noch um eine kurze Schleife erweitert und kommen somit auch am malerischen Berglisee vorbei.

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Paznauner Höhenweg

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Fototipp: Mein liebstes Fotomotiv auf der Tour ist der Berglisee. Hier müsst ihr gar nicht viel fotografisches Können an den Tag legen und bringt trotzdem Bilder mit nach Hause, bei denen jeder fragen wird, ob sie bearbeitet sind. Der beste Spot am Ufer ist an der baumfreien Uferseite auf einer kleiner Anhöhe.

Anreise nach Ischgl

Start:Talstation Pardatschgratbahn
Höhenmeter:1.320 m
Strecke:17,5 km
Gehzeit:8 Stunden
Schwierigkeit:Mittel

Wir starten auf die Wanderung von Etappe 4 an der Kirche in Ischgl und spazieren in Richtung Pardatschgratbahn. Hier könnt ihr das Auto auch parken, wenn ihr für die Tour extra anreist. Denn es gibt einige Parkplätze direkt am Fimbabach draußen und ansonsten die Möglichkeit, im großen Parkhaus unterzukommen. Alternativ hält hier an der Talstation auch der Bus, der im 30-minütigen Rhythmus zwischen Landeck/Zams und der Bielerhöhe pendelt.

Dann geht’s direkt neben dem Hang, der im Winter die letzten Meter der Skipiste ausmacht, bergauf. Steil bergauf! Ich komme direkt auf den ersten Metern ordentlich ins Schnaufen. Es ist keine Tour, in die man langsam reinkommen kann und sich Schritt für Schritt aufwärmt. Dafür sammelt man aber auch von Anfang an Höhenmeter.

Hängebrücke wie aus dem Bilderbuch

Nach wenigen Serpentinen erreichen wir eine spektakuläre Hängebrücke. Die stählerne Konstruktion spannt sich 120 m über eine tiefe Schlucht. Und sie hat die typische Hängebrücken-Form. Ich fühle mich fast wie Indiana Jones, während ich über die Gitterroste balanciere, die bei jedem Schritt schaukeln. Der Blick nach unten wird zur Mutprobe. Bis zu 70 m geht es unter mir in die Tiefe. Mit freier Sicht auf den Fimbabach, der dort rauscht. Wow!

Danach ist Kondition gefragt. Denn nun folgen die meisten Höhenmeter des Tages Schlag auf Schlag. Der Weg führt steil bergauf. Teils durch dschungelähnliche Vegetation. Hier sind wir mittendrin in der wilden Natur. Wenn es frisch geregnet hat, können einige Wurzelpassagen oder felsige Abschnitte etwas rutschig sein. Vorsichtig gehen ist also angesagt.

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Vom Tschamatschkopf zum Rauhen Kopf

Die Bäume lichten sich und wir schlängeln uns die letzten Meter zum Tschmatschkopf hinauf. Der erste Gipfel bietet bereits einen tollen Blick ins Paznauntal hinab und zeigt uns eindrücklich auf, wie hoch wir schon sind. Ich klopfe mir selbst auf die Schulter und nehme motiviert von diesem Anblick die letzten 300 Höhenmeter zum Rauhen Kopf in Angriff, der sich schon sichtbar auftürmt.

Ein bisschen Kraxeln ist angesagt. Denn für ein kurzes Stück geht es durch felsdurchsetztes Gelände. Es ist nicht super schwierig, aber man muss schon hin und wieder die Hände zur Hilfe nehmen. Dieselben Hände breite ich kurz darauf feierlich aus, als ich das mächtige Gipfelkreuz auf 2.478 Meter Höhe erreiche. Denn am Rauhen Kopf erwartet uns ein atemberaubender 360-Grad-Blick.

Abstecher zum wunderschönen Berglisee

Sogar die Zugspitze ist zu sehen! Außerdem können wir die Augen über Seekopf und Grieskopf, bis ins Montafon und über die Schweizer Alpen schweifen lassen. Und wir sehen Galtür schon im Tal liegen. Streckenmäßig ist es schon noch ein Stückchen bis dorthin.

Auf dem Höhenweg machen wir einen Abstecher zum Berglisee. Der malerische See liegt nämlich so nah, dass wir ihn nicht einfach links liegen lassen können. Und ich sage euch: Das lohnt sich. Das türkisblaue Wasser leuchtet so krass, dass der See beinahe unecht wirkt. Als hätte jemand Farbe hineingekippt. Er wird umrahmt von einer wunderschönen Bergwelt. Ein perfekter Platz für ein kurzes Picknick, bevor es weitergeht. Oder vielleicht eine Abkühlung?

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Fazit

Auf dem Weg ins Tal empfehle ich einen Einkehrschwung in der Larein Alpe. Die Sennerei bietet fast alle Produkte der Speisekarte direkt vom Hof an. So ist vor allem die Marende richtig gut. Und in Galtür könnt ihr dann einfach mit dem Bus (kostenlos mit Gästekarte) wieder zurück zum Ausgangspunkt fahren.

Ich bin richtig begeistert von der Tour. Konditionsstarke Wanderer werden diese Etappe lieben. Einsteiger können die Wanderung im Rahmen einer geführten Tour nachgehen. Und falls ihr nach dieser Etappe, die ihr auch gut als Tagestour machen könnt, Lust auf eine Mehrtagestour bekommt: Der Paznauner Höhenweg ist insgesamt 130 km lang und erstreckt sich über 9 Etappen.

Alternativ gibt’s weitere schöne Wanderungen im Paznauntal. Ein Tipp ist die Tagestour über drei Dreitausender durch die hochalpine Bergwelt im Jamtal bei Galtür.

Lage

Praktische Links

Antworten

  1. Hallo Marlene 🙂 ich habe kürzlich dein YouTube Video zu dieser Etappe gesehen und mich hat der traumhafte Ausblick sowie die Hängebrücke wirklich begeistert. Wir überlegen, ob wir die Tour ebenfalls machen wollen sind aber was alpines Gelände betrifft ziemlich unerfahren – der Jochberg und einige Wanderungen im Schwarzwald sind unser Erfahrungsschatz – geklettert sind wir dabei aber nie.

    Wir haben eine normale Kondition und jedoch ein bisschen Bammel vor der Kraxelpassage sowie dem sehr steilen Anstieg direkt zu Beginn: denkst du es ist für Anfänger machbar?

    Liebe Grüße und vielen Dank für den tollen Content!

    Daniel

    1. Hi Daniel,
      die Tour ist vor allem konditionell herausfordernd. Fast alle Höhenmeter gilt es schon auf dem Weg zum Rauhen Kopf zu meistern. Der Weg ist vorwiegend steil und anstrengend. Und es ist Trittsicherheit gefordert. Denn hin und wieder geht es an steilen Grasflanken entlang, an denen man durchaus wegrutschen kann. Aus der Ferne ist natürlich schwer einzuschätzen, ob das was für dich ist. Ich würde die Tour eher fortgeschrittenen Wanderern empfehlen …

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