Rossbrand: Österreichs größtes begehbares Moor

Auf einem richtigen Moorpfad bin ich wohl noch nie gewandert, also wird es Zeit. Die Landschaft hier in Filzmoos in den Radstädter Tauern ist wirklich einzigartig. Zwischen sumpfigen Abschnitten und lichten Wäldern erstreckt sich eine wunderschöne Moorlandschaft. Vor allem die große Troglacke liegt dunkel und still, von vereinzelten Bäumen eingerahmt, vor mir. Über die Holzstege wandere ich weiter durch Österreichs größtes begehbares Moor und bin gespannt, welche spektakulären Ausblicke mich am Gipfel des Rossbrand erwarten werden.

Lohnt sich die Wanderung auf den Rossbrand?

Die Wanderung auf den Rossbrand von Filzmoos aus ist mit einer Gesamtlänge von rund 7,1 Kilometern und 200 Höhenmetern eine sehr gemütliche Tour, die sich vor allem landschaftlich lohnt. Der Weg über den Moorpfad, der durch Österreichs größtes begehbares Moor führt, macht die Wanderung besonders einzigartig. Auf Holzstegen führt er über sumpfige Abschnitte und an moorigen Trocklacken vorbei, sodass man die Hochmoorlandschaft hautnah erleben kann.

Vom Gipfel aus eröffnet sich schließlich ein Panorama auf die markante Bischofsmütze und den Dachstein, das die gesamte Wanderung krönt. Diese Runde wird für Naturliebhaber und Genießer zu einem unvergesslichen Ausflug in die Radstädter Tauern.

Fototipp: Die Aussichtsplattform direkt an der großen Troglacke ist der schönste Platz für Fotos. Haltet die Kamera nicht zu tief, um die Spiegelung der vereinzelt stehenden Bäume im dunklen Wasser einzufangen. Besonders stimmungsvoll wird es hier bei Sonnenaufgang, wenn das Licht sanft über das Moor streift.

Anreise nach Filzmoos am Dachstein

Strecke:7,1 km
Höhenmeter:200 hm
Gehzeit:2 Std.
Schwierigkeit:leicht
Einkehrtipp:Schörgialm

Von München aus erreicht man Filzmoos in rund 2,5 Stunden mit dem Auto. Man fährt über die A8 nach Salzburg und weiter auf der A10 Tauernautobahn (Achtung: Vignettenpflicht) bis zur Ausfahrt Eben im Pongau. Von dort sind es noch zehn Kilometer taleinwärts bis nach Filzmoos. Bei der Talstation der Papagenobahn könnt ihr kostenfrei parken, wenn ihr die Seilbahn nutzt. Die Gondel bringt euch bequem zur Bergstation, dem Startpunkt des Moorpfads und der Wanderung auf den Rossbrand.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist man am besten mit dem Zug bis Salzburg und steigt dort in den Regionalbus 270 nach Radstadt um. Nach einem weiteren Umstieg in Eben fährt der Bus direkt bis zur Ortsmitte von Filzmoos. Wenn ihr mehrere Tage in den Radstädter Tauern oder in der Dachstein-Region verbringt, ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf jeden Fall praktisch, denn vor Ort gibt es ein gutes Netz an Wanderbussen für weitere Ausflüge.

Gondelauffahrt in die Hochmoorlandschaft

Die Wanderung auf den Rossbrand über den Moorpfad ist technisch einfach und für trittsichere Wanderer problemlos machbar. Feste Wanderschuhe, etwas Proviant und wetterfeste Kleidung sind ausreichend. Im Sommer haben in Gipfelnähe auch zwei Hütten geöffnet. Keine Sorge wegen der sumpfigen Abschnitte – diese sind alle bestens mit Holzstegen ausgelegt, sodass man ohne Sumpfkontakt bequem darüber wandern kann.

Wir starten um 9 Uhr mit der ersten Gondel der Papagenobahn hinauf auf den Berg. Direkt neben der Bergstation sehen wir viele gelbe Hinweisschilder, die den Rossbrand-Gipfel auf zwei Wegen ausweisen. Wir entscheiden uns natürlich für den Moorpfad statt der Forststraße, denn Österreichs größtes begehbares Moor wartet auf uns.

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Wanderung durch das Moor zur Troglacke

Kaum haben wir uns von der Bergstation entfernt, verändert sich die Landschaft vollkommen. Zunächst führt der Weg noch durch dichteren Wald, dann werden die sumpfigen Abschnitte zahlreicher, und wir wandern auf idyllischen Holzstegen durchs Hochmoor. Unter unseren Schuhen knarrt das Holz, dazu mischt sich leises Vogelgezwitscher. Die Vegetation ist außergewöhnlich: Kleine Gräser und nasses Moos wachsen direkt neben den Wegen, dazwischen stehen viele Heidelbeersträucher.

Nach etwa der Hälfte des Weges erreichen wir die große Troglacke, die ein bisschen wie ein Bergsee wirkt. Das Wasser ist fast schwarz, eher seicht und wird von einzelnen, frei stehenden Bäumen eingerahmt. Die Spiegelungen auf der Oberfläche, das moorige Ufer und die unberührte Natur drumherum wirken auf mich etwas mystisch und gleichzeitig märchenhaft. Auf der Aussichtsplattform bleiben wir kurz stehen und genießen die Ruhe. Ich kann kaum glauben, dass Österreichs größtes begehbares Moor solche Schönheiten bereithält.

Gipfelpanorama 10/10 am Rossbrand

Nach dem mystischen Moor an der Troglacke legen wir die letzten Höhenmeter zum Gipfel des Rossbrand zurück. Der Weg verläuft sanft über offene Almflächen, führt aber auch immer wieder an kleinen Lacken vorbei und durch moorähnliches Gebiet. Ich sehe das Gipfelkreuz schon, aber meine Aufmerksamkeit gilt jetzt voll und ganz dem umwerfenden Panorama. Die markante Bischofsmütze thront über Filzmoos, daneben ragt der Dachstein mit seinen frisch angezuckerten Gipfeln in den Himmel.

Die herbstlichen Farben bilden einen wunderschönen Kontrast zum Ausblick in den Winter. Am 1.770 Meter hohen Gipfelplateau machen wir eine wohlverdiente Pause. Heute hat zwar keine Hütte mehr geöffnet, aber das ist halb so schlimm – der Blick zu den Hohen Tauern und die gesamte Bergkulisse ist einfach 10/10.

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Fazit

Für den Rückweg nehmen wir denselben Pfad durch das Hochmoor. Eine Landschaft wie diese erlebt man wirklich nicht alle Tage. Mit der Papagenobahn geht es anschließend wieder gemütlich hinunter ins Tal. In Filzmoos gibt es unzählige weitere Möglichkeiten, die Bergwelt zu genießen. Ich kann die gemütliche Wanderung zu den Hofalmen im Talschluss oder eine anspruchsvolle Gipfeltour auf den markanten Rötelstein sehr empfehlen. Mein Favorit hier ist die Weitwanderung rund um den Gosaukamm.

Der Rossbrand lohnt sich übrigens auch im Winter. Dann verwandelt sich das Hochplateau in ein Schneeschuh- und Langlaufparadies mit einer rund 16 Kilometer langen Höhenloipe.

Lage

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