Die Hacienda Santa María Regla ist mehr als nur ein Ort zum Übernachten – sie ist ein lebendiges Stück mexikanischer Geschichte. Gelegen inmitten der beeindruckenden Natur von Huasca de Ocampo, erzählt diese ehemalige Silberhacienda die Geschichte von Reichtum und harter Arbeit im 18. Jahrhundert. Heute ist der Ort liebevoll restauriert und lädt Reisende ein, die Verbindung von Geschichte, Natur und Gastfreundschaft Mexikos zu erleben.
Lohnt sich eine Übernachtung in der Santa María Regla – Hacienda?





Die Hacienda Santa María Regla liegt im Herzen der Schlucht von Huasca de Ocampo im Bundesstaat Hidalgo in Mexiko. Heute ist in dem steinernen Kolonialgebäude ein Hotel untergebracht – das perfekte Ziel für ein Wochenende. Zum einen wegen der faszinierenden Geschichte der Hacienda, zum anderen aufgrund der Nähe zu den Prismas Basálticos.
Erbaut wurde die Hacienda Santa María Regla im 18. Jahrhundert von Don Pedro Romero de Terreros, einem der reichsten Männer Mexikos. Señor Terreros war ein Silberbergmann, der die reichen Minen von Real de Monte ausbeuten wollte. Die Hacienda diente als zentrale Anlage zur Verarbeitung von Silber aus den umliegenden Minen. Hotelgäste und Besucher von außerhalb können an einer Führung durch das historische Gebäude teilnehmen. Dabei geht es durch Labyrinthe und Geheimgänge, die vor vielen Jahren für den Transport von Silber und Gold genutzt wurden. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kapelle der Hacienda Santa María Regla, deren Fassade im Barockstil gehalten ist, sowie das Aquädukt und der Kerker, in dem früher Pocken- und Masernkranke eingesperrt waren.
Fototipp: Besonders zauberhaft ist die Stimmung kurz vor Sonnenuntergang, wenn das warme Licht die steinernen Mauern und die umliegenden Gärten in goldene Töne taucht. Positioniere dich so, dass du die Arkaden oder den zentralen Innenhof mit den sanften Schatten und dem Lichtspiel einfängst.
Anreise zur Hacienda Santa María Regla
| Lage: | Huasca de Ocampo, Hidalgo |
| Anreise: | Pkw/Taxi |
| Must-See: | Prismas Basálticos |
| Einkehrtipp: | Restaurant der Hacienda |
| Früher: | Silber-Hacienda |
Von Mexiko-Stadt aus dauert die Fahrt mit dem Auto etwa zwei Stunden. Wir nehmen die Autobahn Mex-85D Richtung Pachuca, bevor wir auf die Mex-105 abzweigen, die uns nach Huasca de Ocampo führt. Von dort folgen wir den Schildern zu den Prismas Basálticos.
Schon die letzte Etappe ist ein Erlebnis: Der Weg windet sich durch dichte Wälder und kleine Dörfer, bevor wir schließlich die beeindruckenden Mauern der Hacienda erblicken. Wer ohne Auto reist, kann einen Bus nach Pachuca nehmen und von dort weiter nach Huasca fahren. Lokale Taxis oder Transportdienste bringen euch direkt zur Hacienda.
Übernachten wie vor Jahrhunderten
Ich erreiche die Hacienda Santa María Regla in der Nacht, ohne wirklich zu ahnen, was mich erwartet. Ich wollte die Prismas Basálticos sehen, und mein Freund meinte, er kenne da ein Hotel in der Nähe, das sich lohnt. Spoiler: Damit hat er absolut recht! Nachdem ich die Autofahrt über geschlafen habe, erwache ich nun vor den hohen Mauern der alten Hacienda. Es regnet, und es ist verhältnismäßig kalt. Mein Freund nimmt an der Rezeption den Zimmerschlüssel in Empfang, ich folge ihm schlaftrunken. Selbst in völliger Dunkelheit beeindrucken mich die steinernen Wände und der mächtige Innenhof unserer Unterkunft.
Was die Hacienda Santa María Regla besonders macht, ist die Möglichkeit, in einem der geschichtsträchtigen Zimmer zu übernachten. Die günstigsten Zimmer sind eher schlicht – wenn ihr das volle Erlebnis haben möchtet, solltet ihr eine der höheren Zimmerkategorien buchen. Die dicken Steinwände und die schweren Holzbalken der Decken erzählen von einer Zeit, in der Luxus und Zweckmäßigkeit Hand in Hand gingen.
Jedes Zimmer hat seinen eigenen Charakter: Manche blicken auf die üppigen Gärten, andere auf die steilen Schluchten, die die Hacienda umgeben. Es fühlt sich an, als würde ich in einem lebendigen Museum schlafen – jedoch ohne auf modernen Komfort verzichten zu müssen. Besonders am Abend, wenn die Mauern der Hacienda im warmen Licht erstrahlen und die Geräusche der Natur im Hintergrund erklingen, spürt man die Magie dieses Ortes. Die ganze Pracht dieses historischen Gebäudes offenbart sich mir erst am nächsten Morgen.
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Das beste Frühstück der Welt
Wir beginnen den Tag mit einem üppigen Frühstück auf der Terrasse im Innenhof. Die weiß gedeckten Tische mit den ebenfalls weißen Sonnenschirmen bieten schon einmal eine zauberhafte Kulisse. Das Frühstück ist typisch mexikanisch. Am Buffet gibt es Chilaquiles – eine Art Tortillachips mit Chili-Tomatensoße, Spiegelei, saurer Sahne und geraspeltem Käse. Was nach einem Snack im Kino klingt, entpuppt sich nach zwei, spätestens drei Versuchen im Verlauf der Mexiko-Reise als das beste Frühstück der Welt. Danach ist man in der Regel so satt, dass man die folgende Mahlzeit auslassen kann.
Wer es „deutscher“ haben möchte, bekommt hier immerhin süße Teilchen, Joghurt und frische Früchte. Außerdem gibt es Rührei und Omelette in allen Variationen sowie frische Quesadillas auf Bestellung – das sind Tortillas mit Käse und einer Füllung nach Wahl. Als Vegetarierin bestelle ich meistens Pilze. Ein Abendessen hier lohnt sich übrigens auch. Zwischen hohen Decken und rustikalen Steinwänden wird im Restaurant der Hacienda traditionelle mexikanische Küche serviert. Die Menüs variieren, doch ihr könnt euch auf Klassiker wie Enchiladas, frische Tortillas und eine Vielzahl an warmen, herzhaften Eintöpfen freuen.
Berühmte Filmkulisse Mexikos
Nach dem Essen schlendern wir über das ausgedehnte Gelände der Hacienda. Hier erwarten euch gepflegte Gärten und mehrere beeindruckende Innenhöfe. Kein Wunder, dass hier nationale und internationale Filme gedreht wurden – unter anderem Die Maske des Zorro (1998) mit Antonio Banderas und Catherine Zeta-Jones. Besonders anziehend finde ich die türkisblauen Swimmingpools. Einen Kleidertausch später stehe ich am Beckenrand und tunke meinen großen Zeh vorsichtig ins Wasser. Eisig kalt! Wer hier schwimmen möchte, braucht definitiv einen superheißen Tag oder starke Nerven.
Dann wird es Zeit für eine Reise in die Vergangenheit. Wir schließen uns einer Führung an – das kann man übrigens auch, wenn man nicht im Hotel übernachtet. Die Tour durch das historische Gelände bringt die Geschichte der Silberverarbeitung zum Leben. Einst war die Hacienda unter der Leitung von Pedro Romero de Terreros, dem ersten Grafen von Regla, eine der bedeutendsten Produktionsstätten der Region. Die mächtigen Aquädukte, die tiefen Tunnel und die steinernen Wasserspeicher beeindrucken noch heute.
Die nahegelegenen Prismas Basálticos sind das absolute Highlight. Die Wasserfälle, die über die geometrischen Basaltsäulen stürzen, sind ein idealer Ort für eine kurze Wanderung oder ein ausgedehntes Fotoshooting. Zum Hotelgelände gehört ein Teil dieses Naturwunders, doch ihr solltet unbedingt auch den Rest der Schlucht erkunden. Den Eingang erreicht ihr nach nur zwanzig Minuten Fußmarsch.
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Fazit
Schlosshotel auf Mexikanisch: In der Hacienda Santa María Regla kann man in die Geschichte der Kolonialzeit eintauchen. Ihr übernachtet zwischen alten Mauern und mächtigen Holzbalken – und das, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Eine Führung durch die historischen Gebäude ist ebenso Pflichtprogramm wie der Ausflug zu den Prismas Basálticos, einem der Naturwunder Mexikos, das im 18. Jahrhundert schon Alexander von Humboldt begeisterte. Ist das abgehakt, könnt ihr die pittoresken Gebäude, den eiskalten Pool und die weiten Gärten genießen. Auch das Essen hier lässt nicht zu wünschen übrig – plant auf jeden Fall Zeit für ein schickes Dinner ein.
Wer tiefer in die mexikanische Geschichte eintauchen und darüber hinaus atemberaubende Natur erleben möchte, sollte sich eine Übernachtung hier nicht entgehen lassen. Die Kombination aus Abenteuer, Bildung und Entspannung macht diesen Ort einzigartig.
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