Schwarze Schneid: Längste Talabfahrt Österreichs in Sölden

Viele Skifahrer wünschen sich, möglichst wenig Lift und dafür möglichst viel Ski zu fahren. Lange Abfahrten, die es in Österreich und den Alpen häufig gibt, sind deshalb immer besonders beliebt. Die längste Talabfahrt Österreichs befindet sich allerdings in Sölden im wunderschönen Ötztal. Hier könnt ihr vom höchsten Punkt des Skigebiets, von der Schwarzen Schneid, bis ins Tal abfahren. Rund 45 Minuten Skivergnügen liegen vor euch, wenn ihr durchfahrt.

Lohnt sich die Talabfahrt Schwarze Schneid in Sölden?

Höchster Punkt:3.250 m
Abfahrt:15 km
Höhenmeter:1.970 hm
Einkehrtipp:Hühnersteign
Beste Reisezeit:Dezember – April

Die Abfahrt Schwarze Schneid beginnt am höchsten Punkt des Skigebiets Sölden an der gleichnamigen Schwarzen Schneid auf 3.340 Metern Höhe. Von hier schlängelt sich die Abfahrt über 15 km nach Sölden hinab. Ziel ist die Talstation der Gaislachkoglbahn. Unterwegs werden außerdem 1.970 Höhenmeter überwunden. Die Abfahrt ist also nicht nur von der Länge her anspruchsvoll.

Plant für die Pisten ausreichend Zeit ein. Allein die Auffahrt nach oben ist nicht zu unterschätzen. Es gilt sowohl über die Gigijochbahn als auch über die Gaislachkoglbahn mehrere Lifte zu nehmen. Da seid ihr mindestens eine Stunde unterwegs. Wenn viel los ist, entsprechend länger. Und auch die Piste an sich dauert natürlich. Wenn ihr sie am Ende des Skitags erst fahrt und schon müde seid, werden euch das die Beinchen nicht unbedingt danken.

Zu beachten ist, dass die Schneelage passen muss, damit die Abfahrt bis ins Tal präpariert und geöffnet ist. Sölden selbst öffnet meist im Oktober und die Pisten sind bis in den Mai hinein präpariert. Die Schwarze Schneid-Abfahrt ist in der Regel allerdings erst ab Dezember durchgehend befahrbar.

Fototipp: Oberhalb der Bergstation der Schwarze Schneidbahn wartet eine der drei BIG 3 Aussichtsplattformen. Um zur Naturplattform zu gelangen, solltet ihr noch etwa 10 Minuten zu Fuß aufsteigen. Das klingt erst einmal anstrengend, lohnt sich aber für die Aussicht & die Fotos!

Anreise nach Sölden im Ötztal

Ab München ist die kürzeste Route nach Sölden im Ötztal über Seefeld und dann weiter Richtung Ötztal. Alternativ könnt ihr auch über die Inntal-Autobahn, also über Kufstein und Innsbruck, anreisen. Ich mag die Fahrt ins Ötztal sehr gerne. Sobald wir in das anfangs noch breite Tal fahren, tauchen spektakuläre Berge auf. Bei der Durchfahrt durch Längenfeld lohnt es sich, die Kamera griffbereit zu haben. Es sieht gigantisch aus, wie oberhalb der Ortschaft die schneebedeckten Gipfel thronen.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt ihr bis nach Sölden. Dann nehmt ihr ab München den EC bin Innsbruck, steigt schließlich in den Zug nach Ötztal Bahnhof um und müsst die letzten 40 Minuten durchs Ötztal selbst mit dem Bus fahren. Diese Verbindung ist allerdings nur dann empfehlenswert, wenn ihr tagsüber anreist. Der letzte Bus ins Ötztal fährt gegen 20:30 Uhr. Falls ihr den verpasst, müsstet ihr auf ein Taxi zurückgreifen.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen in Sölden im Überblick.
Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

© Sölden

Eine Stunde Seilbahnfahrt bis zum höchsten Punkt im Skigebiet

Ich würde raten, frühestmöglich auf die Abfahrt aufzubrechen. Allein die Seilbahnfahrt zum höchsten Punkt dauert seine Zeit. Ihr habt die Wahl, ob ihr mit der Giggijochbahn oder der Gaislachkoglbahn nach oben fahrt. Mit der Giggijochbahn geht es einen Tick schneller. Dafür könnt ihr euch zwischendrin schon ein bisschen warmfahren, wenn ihr die Gaislachkoglbahn wählt.

Wir starten also mit letzterer. An der Mittelstation steigen wir aus und schnallen schon das erste Mal die Bretter an. Die Pisten sind noch jungfräulich und die präparierten Rillen gut sichtbar. So sind die Schwünge über die blaue Abfahrt von Anfang an ein Vergnügen.

Es geht weiter zum Rotkogl und erneut kurz auf den Skiern bergab. Schließlich folgen noch drei weitere Lifte. Die Vorfreude steigt weiter. In der letzten Gondel, der Schwarze Schneid-Bahn, haben wir schon tolle Ausblicke auf die breiten Gletscherpisten. Unter uns schlängelt sich unter anderem die Weltcup-Abfahrt gen Tal, auf der jedes Jahr im Herbst die Ski-Elite um Top-Zeiten fährt.

Nach rund einer Stunde stehen wir oben am Gipfel, auf über 3.200 Meter Höhe. Wenn ihr früh startet, solltet ihr ähnlich gut durchkommen. Das Panorama oben ist sensationell. Wir blicken auf etliche Dreitausender. Schneebedeckte Gipfel erheben sich ringsum. Sie wirken schroff und hochalpin. Allerdings weht hier oben auch ein frisches Lüftchen. Bei eisigen Minusgraden knipsen wir also nur schnell ein paar Fotos und bereiten uns dann auf die Abfahrt vor.

Auch interessant: Die steilsten Skipisten der Alpen

Auf breiten Gletscherpisten und den Spuren von James Bond

Wir holen Schwung, lassen den Gletschertunnel zum Tiefenbachgletscher im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und wedeln wenige Momente später über die breiten Gletscherpisten am Rettenbachferner hinweg. Der Schnee staubt bei jedem Schwung. Es fühlt sich an, als fahren wir durch Wolken. Und wir sind unter den Ersten, die an diesem Tag überhaupt ihre Spuren auf der Piste hinterlassen. Diese Abfahrt macht super viel Spaß!

Im unteren Bereich kommen wir an gigantischen Eismassen vorbei, die vor uns aufragen. Hier kann man stellenweise quasi ins Innere des Gletschers blicken. Das ewige Eis schimmert bläulich. Dann lassen wir den Gletscher hinter uns und sausen weiter über einen schmaleren Skiweg gen Tal. Unmittelbar neben der Piste verläuft die Gletscherstraße. Auf dieser Höhe hat sich James Bond im Film „Spectre“ eine wahnsinnige Verfolgungsjagd geliefert.

Auch wir geben Gas, denn wir müssen etwas Schwung mitnehmen. Teilweise wird die Piste flacher und wir wollen nicht zwischendurch anschieben müssen. Gerade für Snowboarder kann dieses Stück zu einer Herausforderung werden. Wenn ihr nett seid, reicht ihr dem einen oder anderen langsam werdenden Boarder einen Stock und bietet einen kurzen Ziehservice an.

Schnee-Vorhersage


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Neuschnee in den kommenden 2 Tagen erwartet wird. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die Schneeprognose zu erfahren.

Schwarze Piste im unteren Drittel der Schwarzen Schneid

Im unteren Drittel der Abfahrt werden dann die letzten Kraftreserven gefordert. Die Beine werden langsam müde. Und ihr habt die Wahl, ob ihr über die rote Piste weiter gen Tal saust, oder ob ihr noch genügend Ausdauer habt und die schwarze Abfahrt wählt.

Wir entscheiden uns für die schwarz markierte Piste. Im Kurzschwung hangeln wir uns bergab. Die Piste liegt meist im Schatten und kann damit hart und rutschig sein. Passt also auf, dass ihr auf den letzten Metern nicht noch ins Straucheln kommt.

Danach ist es fast geschafft. Die verschneiten Häuser von Sölden tauchen vor uns auf. Ein paar Meter sind es noch. Wir fahren quasi durch die Ortschaft hindurch und ziehen die letzten Kurven in den Schnee. Dann kommt die Talstation der Gaislachkoglbahn in Sichtweite. Geschafft! Spätestens nach der Abfahrt winkt ein verdienter Einkehrschwung.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Marlene Vey (@marlenesleben)

Fazit

Die super lange Piste fordert einiges an Energie. Wir haben währenddessen ein Video aufgenommen und haben zwischendurch eine kurze Pause eingelegt und waren insgesamt 2,5 Stunden unterwegs. Man kann hier also einen halben Tag verbringen. Wer durchfährt, schafft die Abfahrt wahrscheinlich deutlich schneller. In etwa 30–45 Minuten kann man von oben nach unten fahren. Super sportliche Skifahrer sind vielleicht sogar noch schneller, wenn alles frei ist. Dann brennen die Oberschenkel aber garantiert.

Mir persönlich gefällt die Abfahrt auch sehr gut, weil man so viel sieht. Von der hochalpinen Landschaft fährt man ja bis ins Tal, bis in den Ort hinab. Immer wieder gibt es also neue Perspektiven zu bestaunen. Und ich finde es super, dass man so viel Zeit auf den Brettern verbringen kann. Lange Abfahrten sind immer Gold wert.

Lage

Praktische Links

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Auch interessant

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Entdecke mehr von HOME of TRAVEL

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Weiterlesen