Wer sich einmal so richtig klein vorkommen möchte, dem ist sicher der Sequoia-Nationalpark im US-Bundesstaat Kalifornien zu empfehlen. Dort wachsen Mammutbäume, deren Ausmaß einfach gewaltig ist. In dem Nationalpark bekommen Reisende einen Eindruck, wie stark die Kraft der Natur wirklich ist. Selbst, wenn Wandern sonst nicht so unbedingt euer Ding ist…

Lohnt sich ein Besuch im Sequoia-Nationalpark?

In der kalifornischen Sierra Nevada grenzt der Sequoia-Nationalpark direkt an den Kings Canyon-Nationalpark. Beide umfassen zusammen eine Größe von 3.500 km². Berühmt ist der Sequoia-Nationalpark für seine mächtigen Mammutbäume, die bis zu 80 Meter hoch werden können. Bei einem Durchmesser des Stamms von bis zu 11 Meter braucht es schon mehrere Menschen, um diesen Giganten zu umarmen. Durch die extrem unterschiedlichen Höhenlagen von 412 m bis über 4.000 m im Park erleben Wanderer eine große Vielfalt von Pflanzen und Tieren.

#usa #wandern

Instatipp: Einen Baum auf ein Foto bekommen? Viel Glück damit 😀 Denn die Mammutbäume sind so groß, dass es oft mit einem normalen Objektiv gar nicht zu schaffen ist. Falls ihr es doch versuchen wollt, am besten eine Person zum Größenvergleich mit ins Bild nehmen.

Anreise in den Nationalpark

Anders als der Yosemite-Nationalpark ist der weiter südlich gelegene Sequoia-Nationalpark zum Glück noch nicht völlig überlaufen mit Touristen, sondern zählt jährlich ’nur‘ 1,5 Millionen Besucher. Das liegt sicher auch an der Verkehrsanbindung. Die Anreise geht nämlich nur mit einer gebuchten Tour oder mit dem eigenen Auto. Um zum Sequoia-Nationalpark zu kommen, fahrt ihr über den Highway 198. Mehr als vier Stunden benötigt man mit dem Auto ab San Francisco. Wer zwischen dem Sequoia- und dem Kings Canyon-Nationalpark hin- und herfahren will, nutzt den Generals Highway.

Mächtig, alt, ehrwürdig

Wenn ihr von dem Highway abgebogen und im Park angekommen seid, dann folgt ihr einfach einem asphaltierten Weg bergab zu einem kurzen Rundweg, der einmal im Kreis führt und die beeindruckenden Sequioa-Bäume zeigt. Besonders beeindruckend ist zum Beispiel der durch einen Blitzschlag gespaltene Baum. Auch wenn ihr jetzt denkt, dass das nichts besonderes ist, dann überlegt euch bitte, dass die Bruchstelle so groß ist, dass ein Mensch darin aufrecht stehen kann. Die Ausmaße der Kraft der Natur sind so erdrückend, dass man einfach nur ehrfürchtig sein kann.

Bleibt mindestens zwei Tage

Um diese Ausmaße bewusst erleben zu können, rate ich dringend dazu, mindestens eine Nacht zu bleiben. Allerdings sollte in diesem Fall die Unterkunft schon im Voraus reserviert werden, denn dadurch, dass der Park bei Touristen noch nicht so beliebt ist, ist auch die Anzahl der Hotels, Motels etc. begrenzt. Bevor ihr die Reise in die USA bucht, empfehle ich euch auch, einen Annual Nationalpark Pass zu besorgen. Damit bekommt ihr Zutritt zu den meisten Nationalparks und spart Geld. Da der Pass für mehrere Personen gilt, könnt ihr ihn auch aus zweiter Hand kaufen.

General Sherman Tree

Vor allem der Anblick des General Sherman Baumes ist auf jeden Fall jeden Preis wert. Er ist nämlich der voluminöseste lebende Baum auf Erden. Stellt euch das bitte vor, dieser Gigant hat einen Umfang von 31 Metern und ist knapp 80 Meter hoch. Wenn euch diese Zahlen noch nicht beeindrucken, dann denkt bitte daran, dass sein Alter auf 1900 bis 2500 Jahre geschätzt wird. Das bedeutet, dieser Baum stand hier schon, bevor viele Errungenschaften unserer Zivilisation auch nur ein Flüstern auf dieser Welt waren. Bei dieser Vorstellung bleibt mir buchstäblich die Luft weg und ich gehe mit offenem Mund an diesen Giganten vorbei, die so viel Ruhe und Geduld ausstrahlen.

Fazit

Lohnt sich also ein Besuch? Ja, schaut euch den Sequoia-Nationalpark unbedingt an! Bekommt ihr im Yosemite-Nationalpark vor allem Touristengruppen zu sehen, erlebt ihr in diesem Park die Natur hautnah. Die Artenvielfalt ist riesig und euch erwarten neben den Mammutbäumen auch hohe Gipfel, die Crystal Cave-Tropfsteinhöhle und die Wasserfälle des Kings River. Oder ihr wandert auf den Moro-Rock, auf dessen Granitkuppel ihr einen wunderbaren Panoramablick über den Nationalpark genießen könnt. Hier bekommt ihr ein Gefühl, wie Amerika ausgesehen haben mag, bevor der Mensch alles bevölkerte – und dieses Gefühl ist nicht in Worte zu fassen.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Falls ihr einen Roadtrip in den USA plant und euch mit eurer Route noch nicht so sicher seid, kann ich euch meine Strecke sehr empfehlen. Allerdings braucht ihr dafür einen Monat Zeit. Ihr beginnt dabei in San Francisco und dann geht es weiter in den Yosemite-Nationalpark. Danach folgen der Sequoia-Nationalpark, der wunderschöne Zion-Nationalpark mit der spektakulären Wanderung zum Angels Landing und Bryce Canyon. Ihr fahrt auch durch das Death Valley und seht den Salzsee Bad Water. Anschließend folgen noch Vegas und der Grand Canyon. Abschluss der Reise ist in Los Angeles.

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