Schloss Nymphenburg: Münchens barocke Traumwelt

Die helle Fassade von Schloss Nymphenburg legt sich wie eine Bühne in die Landschaft, eingerahmt von Wasserkanälen, alten Alleen und weitläufigen Grünflächen. Besucher schlendern über den Kies, Schwäne, Gänse und Enten ziehen über das Wasser. Es ist so ruhig. Bin ich noch in München? Bin ich noch im 21. Jahrhundert? Oder trügt sogar der erste Eindruck von Schloss Nymphenburg?

Lohnt sich der Ausflug zum Schloss Nymphenburg in München?

Das Schloss Nymphenburg liegt im Westen der Stadt und damit außerhalb der typischen Touristenrouten, was schade ist, gehört es doch zu den eindrucksvollsten Barockschlössern Europas. Die Geschichte des Schlosses selbst ist eng mit der königlichen Familie Wittelsbach verbunden. Ursprünglich wurde Nymphenburg im 17. Jahrhundert anlässlich der Geburt des lang ersehnten Thronfolgers Max Emanuel erbaut und wurde dann für zwei Jahrhunderte zur Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten, in der übrigens auch König Ludwig II., der Erbauer zahlreicher bayerischer Prunkschlösser, zur Welt kam.

Heute entfaltet sich hier ein Ensemble aus Schloss, weitläufigem Park und kunstvollen Gartenpavillons. Etwa 300.000 Besucher kommen pro Jahr. In den gut erhaltenen Wohnräumen locken vor allem die „Schönheitengalerie“ und der üppig dekorierte Festsaal, aber auch die rund 180 Hektar große Parkanlage lohnt sich. Wasserkanäle spiegeln den Himmel, Alleen lenken den Blick in die Tiefe. Immer wieder kommt ihr an kleinen Lustschlösschen vorbei, die zu weiteren Entdeckungen einladen.

Fototipp: Die schönsten Fotos entstehen im prachtvollen Festsaal des Schlosses. Besonders beeindruckend wirken die riesigen Fresken an der Decke, die vergoldeten Ornamente und die symmetrischen Spiegelungen des Raumes. Hier lohnt sich außerdem ein Weitwinkel, um die enorme Höhe und Eleganz des Raumes einzufangen.

Anreise zum Schloss Nymphenburg in München

Anreise:Tram 17 bis „Amalienburgstraße“
Erbaut:ab 1664
Besonderheit:Geburtsort von König Ludwig II
Must-See:Festsaal und Schönheitengalerie
Besucher:ca. 300.000 jährlich

Zum Schloss Nymphenburg fährt man am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Am einfachsten: Nimm am Münchner Hauptbahnhof die Tramlinie 17 in Richtung Amalienburgstraße bis zur Haltestelle „Schloss Nymphenburg“. Alternativ kann man auch mit der S-Bahn bis Laim fahren und von dort mit dem Bus 51 oder 151 weiter zum Schloss fahren.

Autofahrer nehmen von Auswärts kommend die Ausfahrten „Laim“ (A96), „München-Kreuzhof“ (A95) oder „München-Schwabing“ (A9). Am Schloss stehen etwa 450 kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Vom Vorplatz bis zum Festsaal

Schon die Auffahrt zum Schloss wirkt wie eine Inszenierung. Der breite Kanal führt den Blick direkt auf die helle Hauptfassade, die sich monumental über die gesamte Anlage erstreckt. Ich gehe langsam über den Vorplatz, vorbei an Schwänen, die ganz genau wissen, dass sie hier zum Fotomotiv werden. Im Inneren werde ich direkt von einem Souvenirladen empfangen, hole mir mein Eintrittsticket und steige auf zu den Wohnräumen der Wittelsbacher.

Der prunkvolle Eindruck setzt sich fort: Lange Gänge, hohe Räume und kunstvolle Verzierungen erzählen vom Selbstverständnis der bayerischen Herrscherfamilie. Der absolute Höhepunkt ist jedoch der Festsaal im Mittelbau. Kaum betrete ich den Raum, wandert mein Blick automatisch nach oben. Gewaltige Deckenfresken ziehen sich über den gesamten Saal, eingerahmt von vergoldetem Stuck und eleganten Säulen.

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Schönheitengalerie im Schloss Nymphenburg

Weiter geht es durch die historischen Wohnräume mit ihren Möbeln, Wandteppichen und kunstvollen Holzarbeiten. Viele Zimmer wirken überraschend intim und geben einen spannenden Einblick in das höfische Leben vergangener Jahrhunderte. Zwischen all dem Prunk entdeckt man immer wieder kleine Details, die den Ort menschlicher wirken lassen.

Besonders faszinierend ist die berühmte Schönheitengalerie von König Ludwig I. Ob ich dabei direkt an Tinder oder „Germany’s Next Topmodel“ denken muss? Vielleicht. Der König ließ hier im 19. Jahrhundert die Porträts zahlreicher Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten anfertigen, Adelige ebenso wie Bürgerliche. Die Gemälde sollen also weniger Macht oder Status zeigen, sondern Individualität und Ausstrahlung. Beim Gang durch die Galerie entsteht fast das Gefühl, den Blicken der dargestellten Frauen zu begegnen.

Schlosspark und versteckte Lustschlösser

Hinter dem Schloss beginnt eine völlig andere Welt. Der streng angelegte Barockgarten geht nach und nach in einen weitläufigen Landschaftspark über, der fast wie ein eigenes Naturgebiet wirkt. Kieswege führen entlang kleiner Kanäle, vorbei an Seen, Brücken und alten Baumalleen. Je weiter ich gehe, desto ruhiger wird es – abgesehen von joggenden Münchnern, die die komplett kostenlose Parkanlage für ein Workout nutzen. Besonders reizvoll sind die kleinen Lustschlösser, die sich über die Anlage verteilen.

Die Amalienburg zählt zu den schönsten Rokokobauten Europas und begeistert mit verspielten Verzierungen, Spiegeln und silbrig-blauen Farben. Die Badenburg liegt malerisch an einem kleinen See und beherbergt einen historischen Badepavillon, der für seine Zeit außergewöhnlich luxuriös war. Auch die Pagodenburg und die Magdalenenklause erzählen vom höfischen Leben und von der Sehnsucht nach Rückzug, Ruhe und Inszenierung.

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Fazit

Schloss Nymphenburg gehört zu den eindrucksvollsten Orten Münchens und bietet die perfekte Mischung aus barocker Architektur, prachtvollen Innenräumen und dem weitläufigen Schlosspark. In den historischen Wohnräumen bekommt ihr einen Einblick in die Welt der Wittelsbacher, im großen Park könnt ihr die Seele baumeln lassen. Vor allem die kleinen Lustschlösser wie die Amalienburg verleihen der Anlage ihren besonderen Charme.

Wenn ihr danach noch mehr von München entdecken möchtet, lohnen sich weitere historische Orte wie die Residenz mit ihren prunkvollen Räumen, der weitläufige Englische Garten oder die barocke Asamkirche in der Altstadt. Auch ein Spaziergang rund um den Viktualienmarkt oder durch das elegante Stadtviertel Schwabing passt perfekt zu einem Tag voller Münchner Geschichte und Atmosphäre.

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