Kleine Fischerhütten in bunten Farben reihen sich dicht an die Felsen, Boote schaukeln im Hafen, und lange Holzstege führen am Wasser entlang. Dieser Ort ist wohl der farbenfrohste Küstenort Schwedens: Willkommen in Smögen. Entlang der bekannten Smögenbryggan zeigt sich das Bohuslän-Flair mit lebendiger Fischereitradition und skandinavischer Gelassenheit. Durch die bunte Häuserreihe am Hafen wurde Smögen zum pittoresken Ausflugsziel. Doch finden wir hier vielleicht sogar mehr als nur ein schönes Postkartenmotiv?
Lohnt sich ein Besuch in Smögen in Schweden?







Smögen (ca. 1.300 EinwohnerI) liegt in der Provinz Bohuslän, rund 150 Kilometer nördlich von Göteborg an Schwedens Westküste. Seinen Ursprung hat der Ort im 16. Jahrhundert als kleines Fischerdorf, dessen Bewohner vor allem vom Fang von Hering und Kabeljau lebten. Heute spricht man von Smögen als einem der bekanntesten Küstenorte Skandinaviens, und noch immer prägen Fischerei und maritime Tradition das Ortsbild.
Berühmt ist vor allem der rund einen Kilometer lange Holzsteg (Smögenbryggan), an dessen Ende sich die wohl beliebteste Kulisse Smögens befindet: die aneinandergereihten bunten Fischerhütten. Durch sie gilt Smögen als eines der fotogensten Ziele in Bohuslän. So entsteht ein bunter Mix aus maritimem Flair, Fischereitradition und modernem Tourismus, der vor allem in den Sommermonaten pulsiert.
Fototipp: Der beste Fotospot in Smögen sind zweifellos die bunten Fischerhütten an der Smögenbryggan. Positioniert euch am Ende des Stegs für eine Blickrichtung entlang der Häuserreihe. Von hier verlaufen die farbigen Hütten quer durchs Bild, das Wasser bildet den Vordergrund. Dadurch entsteht Tiefe, und ihr könnt neben den verschiedenen Farben auch die Felswand im Hintergrund einfangen.
Anreise nach Smögen
| Lage: | Westküste von Schweden |
| Einwohner: | ca. 1.300 |
| Anreise: | mit dem Auto |
| Highlight: | Spaziergang auf dem Smögenbryggan |
| Einkehrtipp: | Skärets Krog & Café |
Smögen liegt auf einer kleinen Insel an der Schärenküste und ist durch die Smögenbron (Smögenbrücke) mit dem Festland verbunden. Die Route ist etwas abgelegen, daher wird die Anreise mit dem Auto empfohlen.
Von Göteborg dauert sie etwa 1,5 Stunden und führt über die E6 an Uddevalla vorbei bis Gläborg. Von dort folgt ihr den Landstraßen zur Smögenbrücke. Eine Mautgebühr fällt auf Autobahnabschnitten rund um Göteborg an.
Wer ohne Auto unterwegs ist, sollte etwas Zeit einplanen: Von Göteborg könnt ihr mit dem Zug nach Uddevalla (ca. 1,5 Stunden) und anschließend mit dem Bus weiter nach Smögen (ca. 1,5 Stunden) fahren. In der Hochsaison sind die Busverbindungen häufiger. In der Nebensaison sollten die Fahrpläne vorher unbedingt geprüft werden (Västtrafik).
Über die Smögenbrücke ins bunte Küstendorf
Wir starten unseren Tagesausflug nach Smögen am Morgen und fahren als einziges Auto über die kurze Smögenbron. Es ist Nebensaison, und bereits bei der Ankunft wirkt die Insel ruhig, fast wie im Winterschlaf. Auf den Straßen begegnen uns nur ein paar Einheimische, die ihre Boote vorbereiten oder den Fang des Tages ausladen. Während der Tourismus ruht, bleibt das Herz von Smögen weiterhin lebendig: die Fischerei.
Wir parken etwas außerhalb und laufen zwischen hellen Hausfassaden auf den Ortskern zu. In diesem Teil von Smögen ist die ursprüngliche Seite besonders sichtbar. Holzhäuser stehen dicht an dicht, ihre Fassaden sind in hellen Farben gestrichen. In jedem Fenster steht eine kleine Lampe – ganz wie es für Schweden üblich ist.
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Unterwegs im Zentrum von Smögen
Zwischen den Häusern öffnen sich nun kleine Gassen, in denen im Sommer das Leben pulsiert. Jetzt sind viele Fensterläden geschlossen, doch die Schilder der Cafés, Boutiquen und Fischrestaurants verraten, dass hier sonst reger Betrieb herrscht. Hotels und Restaurants mit Blick aufs Meer erinnern daran, dass Smögen längst kein Geheimtipp mehr ist. Aber dennoch ist spürbar: Seinen Charme hat der kleine Ort bewahrt.
Alles wirkt ruhig und überraschend authentisch. In der Luft liegt der Duft von Fisch, als wir auf den langen Holzsteg treten, der sich am Hafen entlang schlängelt. Hier beginnt die Smögenbryggan, der fast 1.000 Meter lange Kai. Im Sommer ist dies der ideale Ort zum Bummeln, Eis essen oder Sonne genießen. Vor uns liegt die Promenade jedoch menschenleer da. Ein paar abgedeckte Segelboote liegen im ruhigen Hafenbecken, und wir wandern entlang der Holzbohlen.
Entlang der bunten Fischerhütten
Am Ende der Promenade sehen wir endlich die bekannte Kulisse: Links schaukeln Boote und Bojen im Wind, rechts ragen die bunten Fischerhütten in perfekter Reihe auf. Die Bryggan führt direkt an den Fassaden vorbei, und so können wir alles aus nächster Nähe betrachten. Das Innere der Fischerhäuschen bleibt jedoch durch schwere Holztüren und geschlossene Fensterläden verborgen.
Am Ende des Stegs laufen wir entlang der Straße auf die Felsen der gegenüberliegenden Seite zu. Von dort oben bietet sich ein fantastischer Blick über die Postkartenidylle: Die bunten Häuser spiegeln sich im Wasser, der Steg zieht sich wie ein Band entlang der Fassaden, und im Hintergrund ragen die Granitfelsen in die Höhe.
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Fazit
Von den Felsen aus lässt sich übrigens auch hervorragend der Sonnenuntergang über Smögen beobachten. Wenn die bunten Fassaden von der Sonne angestrahlt werden, bietet sich einmal mehr ein grandioser Ausblick. Ein Ausflug nach Smögen ist weit mehr als der Besuch eines bekannten Postkartenmotivs an der Westküste. Trotz des Trubels um den kleinen Fischerort bleiben die nordische Gelassenheit und die entschleunigende Atmosphäre spürbar, und in jeder Gasse findet sich die Liebe zum Detail – von dekorierten Fenstern bis zu kleinen Boutiquen und Cafés.
Noch mehr Einblicke in die Vielfalt von Schwedens Westküste bekommt ihr bei einem Besuch in Fjällbacka oder im Veddö Naturreservat. Hier warten Küstenlandschaften, Wanderwege und zahllose kleine Inseln auf euch.
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