Schon bei der Anreise am Vorabend sehe ich die zackigen Felsgipfel der Kampenwand über den Chiemgau thronen. Sie sind so markant und schroff, dass man sich nicht vorstellen kann, wie dieses riesige Gipfelkreuz jemals dort nach oben transportiert wurde. Mein Blick gleitet über den gegenüberliegenden Chiemsee. In mir taucht der Wunsch auf, in der Spiegelung der Wasseroberfläche die ersten Sonnenstrahlen zu sehen. Auch wenn damit eine frühmorgendliche Wanderung verbunden ist, kann ich es kaum erwarten zu starten.

Lohnt sich der Sonnenaufgang an der Kampenwand?

Der Chiemgau liegt in Südost-Oberbayern und umfasst die Region rund um den Chiemsee bis an die Grenze zu Österreich. Im nördlich Teil liegt der Chiemsee. Mit einer knapp 80 km² Wasserfläche ist er der drittgrößte See Deutschlands und wird gerne auch als „bayerisches Meer“ bezeichnet. Ich bin allerdings nicht zum Schwimmen, sondern zum Wandern in den Chiemgau gekommen, denn das bayrische Flair mit den traumhaften Aussichtspunkten auf die flachen Landschaftsformen hat mich schon oft bei der Durchfahrt auf der Autobahn fasziniert.

#chiemgau #wandern

Instatipp: Ein paar Meter auf der Forststraße an der Alm vorbei ist man bereits hoch genug, um diese zusammen mit dem Chiemsee im Hintergrund perfekt in Szene zu setzen und um einen perfekten Weitblick in den Chiemgau zu genießen.

Anreise ins Chiemgau

Die Autobahn A8 ist wie eine Panoramastraße quer durch den Chiemgau. Egal aus welcher Richtung man kommt, man fährt mitten durch die wirklich facettenreiche Urlaubsregion. Für mein morgendliches Vorhaben nehme ich die Autobahnausfahrt Bernau am Chiemsee und fahre weiter nach Aschau im Chiemgau bis zum Wanderparkplatz Hinterschwendt/Aigen. Am breiten Forstweg halte ich mich nach wenigen Metern links, um der Beschilderung zur Steinlingalm zu folgen. In der Dunkelheit geht es über Stock und Stein immer weiter hoch, bis ich auf einer Lichtung ankomme.

Einfache Wanderausrüstung genügt

Die Stirnlampe war an diesem Morgen aufgrund des Aufstieges im Wald unbedingt notwendig. Ansonsten ist es aber bis zur Steinlingalm eine einfache Familienwanderung, bei der man gut 600 Höhenmeter auf eine Strecke von etwa 5 Kilometern zurücklegt. Für die Gipfelbesteigung wäre gute Trittsicherheit erforderlich, denn leichte Kletterstellen hat der mit einem 12 Meter hohem Gipfelkreuz geschmückte Ostgipfel durchaus auf Lager. Für mein Vorhaben, den Sonnenaufgang von der Steinlingalm zu fotografieren, ist eine einfache Wanderausrüstung aber durchaus ausreichend.

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Steinlingalm an der Kampenwand

Noch ist es sehr kalt für Ende Mai und ich ärgere mich ein wenig, dass ich keine Handschuhe mitgenommen habe. Bei der Steinlingalm angekommen ziehe ich mich erst einmal um. Wach ist hier aber noch niemand um 5 Uhr früh. Die Alm hat eine super Lage, denke ich mir, als ich ein paar Schritte weiter der Forststraße entlang gehe, um etwas höher zu steigen. Auf der Terrasse werde ich sicher diesen Sommer mal auf Kaffee und Kuchen Rast machen und die Aussicht auf den Chiemsee genießen.

Die ersten Sonnenstrahlen

Schön langsam streift eine sanfte Morgenröte den Chiemgau und spiegelt sich im Wasser des Chiemsees. Niedrige Wolken versperren mir leider ein bisschen die Sicht auf die direkt aufgehende Sonne. Mein Blick wandert die ganze Zeit von links nach rechts und wieder zurück. Mittlerweile sind auch die Lichter in der Steinlingalm angegangen und ergeben eine tolle Bildkomposition. Im Inneren der Alm sehe ich die Hüttenwirte herumstreifen aber nach draußen ist noch niemand gekommen.

Fazit

Die Vögel zwitschern und das nasse Gras quietscht unter meinen Sohlen beim Runterlaufen zur Hütte. Es ist einfach ein superschöner Morgen in den Chiemgauer Bergen! Für diese Ruhe, diese tollen Augenblicke der ersten Sonnenstrahlen und Minuten, die gefühlt nur ich alleine genießen durfte, ist mir das extrem frühe Aufstehen im Nachhinein wirklich wert. Der Aufstieg ganz zum Ostgipfel der Kampenwand hätte mich schon noch gereizt, aber dazu hatte ich leider keine Zeit mehr.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Interessant am Gipfelkreuz der Kampenwand ist, dass es zu besonderen Anlässen über eine Solaranlage beleuchtet ist und man es dann auch in der Nacht von der Autobahn aus sehen kann. Zur Erleichterung des Aufstiegs kann man auch die Kampenwandbahn benutzen, welche auch im Winter zum Skifahren im Naturschnee-Skigebiet in Betrieb ist. Der Chiemgau sieht mich sicher in naher Zukunft wieder. Denn nach einer Bergtour in den Chiemsee zu springen, klingt nach einem perfekten Sommertag.

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