Die 10 besten Sehenswürdigkeiten in Mauretanien

Habt ihr schon einmal Mauretanien als Reiseziel in Betracht gezogen? Wenn nicht, seid ihr damit nicht allein, denn das westafrikanische Land gilt noch als echter Geheimtipp. Zwar ist Mauretaniens größte Attraktion eine riesige Wüste, doch das Land bietet auch zahlreiche spannende Orte mit kultureller und historischer Bedeutung. Hinzu kommen einzigartige Naturlandschaften, darunter ein UNESCO-geschützter Nationalpark. Wir stellen euch die zehn faszinierendsten Sehenswürdigkeiten in Mauretanien vor.

Top-Sehenswürdigkeiten in Mauretanien im Überblick

Mauretanien liegt im Westen Afrikas und grenzt an die Westsahara, an Algerien sowie weiter östlich und südlich an Mali und den Senegal. Es gehört zur sogenannten Sahelzone und ist mit rund 1.031.000 km² etwa dreimal so groß wie Deutschland. Etwa 80 % der Landesfläche besteht aus Wüste, und das Land zählt nur rund 5,17 Millionen Einwohner. Davon leben etwa 1,45 Millionen in der Hauptstadt Nouakchott.

Statistiken zeigen, dass nur wenige Touristen Mauretanien besuchen, obwohl es derzeit als politisch relativ stabil gilt und mit einzigartigen Sehenswürdigkeiten beeindruckt. Dazu zählen neben der mittelalterlichen Wüstenstadt Chinguetti unter anderem der zum UNESCO-Naturerbe gehörende Nationalpark Banc d’Arguin sowie der mauretanische Erz-Zug, einer der längsten Züge der Welt.
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#mauretanien

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1. Chinguetti: Fotogene Wüstenstadt Mauretaniens und UNESCO-Welterbe

Lage:Westmauretanien
Must-See:Altstadt mit Sandsteinhäusern
Must-Do:Ausflug in die Adrar-Region

Chinguetti liegt im Westen Mauretaniens in der Region Adrar und zählt zu den bedeutendsten historischen Orten des Landes. Die Stadt entstand als befestigte Siedlung entlang der alten Karawanenrouten der Sahara, ein sogenannter Ksar, der Wohnen, Handel, Religion und Schutz vereinte.

Heute gehört das fotogene Städtchen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihr könnt die kompakte Altstadt mit ihren Sandsteinhäusern, der historischen Freitagsmoschee und mehreren privaten Bibliotheken mit alten Handschriften erkunden. Chinguetti ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegenden Wüsten- und Plateaulandschaften der Adrar-Region.

2. Ouadane: Ruinen einer ehemaligen Karawanenstadt

Eine Person wandert durch die Ruinen einer alten Lehmbau-Siedlung mit Wolken am Himmel im Hintergrund.
©Uwe Michael Neumann
Lage:130 km v. Chinguetti
Must-See:weitläufige Ruinen
Must-Do:Besuch Datteloase

Ouadane liegt am östlichen Rand des Adrar-Plateaus, etwa 130 Kilometer nordöstlich von Chinguetti, und wurde terrassenartig an einen Hügel gebaut. Der historische Ksar gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe der „Ancient Ksour“ und beeindruckt mit seinen weitläufigen Ruinen.

Enge Gassen, Lehmbauten und die Überreste mehrerer Moscheen zeugen von der Bedeutung der Stadt im 13. und 14. Jahrhundert als Zentrum des Transsaharahandels und des regionalen Dattelanbaus. Neben der Altstadt lohnen sich ein Besuch der Datteloase, des Stadtmuseums sowie ein Abstecher zum rund 25 Kilometer entfernten Guelb er Richat.

3. Terjit Oasis: Grüne Schlucht-Oase

Lage:130 km v. Chinguetti
Must-Do:Baden in natürl. Becken
Beste Reisezeit:Nov.-April

Die fotogene Schlucht-Oase Terjit liegt rund 130 Kilometer westlich von Chinguetti, am westlichen Rand des Adrar-Plateaus, und zählt zu den bekanntesten Oasen Mauretaniens. Hier könnt ihr durchatmen, denn ein schmaler Taleinschnitt, auf drei Seiten von hohen Felswänden geschützt, schafft ein angenehm kühles Mikroklima.

Zwischen Dattelpalmen fließt ein Bach, der natürliche Becken speist; selbst in der Trockenzeit kann man dort baden. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch zwischen November und April. Terjit diente über Jahrhunderte hinweg Karawanen als Rastplatz und hat bis heute eine soziale und religiöse Bedeutung.

4. Banc d’Arguin Nationalpark: UNESCO-Nationalpark und Vogelparadies

Blick auf eine ruhige Küstenlandschaft mit sandigen Uferabschnitten und mehreren Booten im Wasser, unter einem klaren blauen Himmel.
©sherwoodd

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Lage:Atlantikküste
Fläche:ca. 12.000 km²
Must-Do:Vogelbeobachtung

Der Banc-d’Arguin-Nationalpark erstreckt sich entlang der mauretanischen Atlantikküste und umfasst eine Fläche von rund 12.000 km². Seit 1989 gehört er zum UNESCO-Weltnaturerbe. In diesem Schutzgebiet treffen die Sanddünen der Sahara auf flache Küstengewässer, Sandbänke, Inseln und Wattflächen.

Diese besondere Kombination macht den Park zu einem der wichtigsten Rast- und Überwinterungsgebiete für Zugvögel weltweit und zu einem Paradies für Vogelbeobachtungen. Millionen Wat- und Wasservögel aus Europa und der Arktis halten sich dort saisonal auf. Darüber hinaus leben in dem Gebiet Delfine, Meeresschildkröten und zahlreiche Fischarten.

5. Richat-Struktur: „Eye of the Sahara“

Lage:nordöstl. v. Ouadane
Größe:ca. 40 km
Erreichbar:Geländewagen ab Ouadane

Die Richat-Struktur liegt nordöstlich von Ouadane im Adrar-Gebiet und zählt zu den ungewöhnlichsten Landschaftsformen Nordafrikas. Das rund 40 Kilometer große Gebilde besteht aus konzentrischen Gesteinsringen, die durch Hebung und jahrmillionenlange Erosion entstanden sind.

Aufgrund ihrer markanten Form wird sie auch „Eye of the Sahara“ genannt. Die Struktur führt durch gebogene Felsrippen und weite Ebenen. Vollständig erkennbar ist der Ring allerdings nur aus der Luft. Internationale Bekanntheit erlangte die Formation durch Astronautenfotos und dient bis heute als Orientierungspunkt aus dem All. Erreichbar ist die Region ausschließlich mit Geländewagen, meist über Ouadane.

6. Adrar-Plateau & Amogjar-Pass: Top-Kulisse für Wüstencamps

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Lage:Hochland
Must-See:Felsmalereien
Must-Do:Sonnenuntergangs-Tour

Das Adrar-Plateau prägt das zentrale Hochland Mauretaniens mit Tafelbergen, tief eingeschnittenen Schluchten und weiten Dünenfeldern. Die karge Landschaft erreicht Höhen von bis zu 700 Metern und ist bekannt für ihre seltenen Oasen und saisonalen Oueds.

Ein landschaftlicher Höhepunkt ist der Amogjar-Pass nahe Atar. Es handelt sich um eine schmale Schlucht aus rötlichem Sandstein, die seit Jahrhunderten als Verbindung zwischen der Küste und dem Adrar dient. In der Umgebung finden sich vorgeschichtliche Felsmalereien, Zeugnisse einer einst grüneren Sahara. Die Region eignet sich besonders für Wüstencamps, kurze Wanderungen und stimmungsvolle Fahrten zum Sonnenuntergang.

7. Nouakchott: Bunte Fischerboote der Hauptstadt

Lage:Südwestküste
Must-See:Fischhandel
Must-Do:Strandspaziergang

Nouakchott ist Mauretaniens Hauptstadt, und der Port de Pêche, übersetzt „Fischerhafen“, gehört zu den lebendigsten Orten der Stadt. Direkt am Atlantik reihen sich hunderte handbemalte Holzboote dicht an dicht auf dem Sand, während Fischer ihren Fang anlanden und Händler ihn unmittelbar weiterverarbeiten.

Der Hafen ist zugleich Arbeitsplatz, Markt und sozialer Treffpunkt. Vom Vormittag bis in den späten Nachmittag erlebt ihr dort das Alltagsleben mit Fischgeruch, Motorenlärm und den Rufen der Händler. Gleich nebenan beginnt der breite Stadtstrand, an dem ihr baden oder spazieren gehen könnt.

8. Iron Ore Train: Einer der längsten Züge der Welt

Länge:ca. 3 km
Strecke:ca. 700 km
Dauer:12-20 Std.

Der mauretanische Iron Ore Train zählt mit bis zu 3 Kilometern Länge zu den längsten Güterzügen der Welt. Er transportiert Eisenerz von den Minen bei Zouérat über Choum bis nach Nouadhibou an der Atlantikküste. Für einige Abenteurer hat sich der Zug allerdings zu einem (illegalen) Transportmittel entwickelt.

Die Strecke durch die Wüste ist rund 700 Kilometer lang und die Fahrt dauert je nach Bedingungen zwischen 12 und 20 Stunden. Betrieben wird der Zug von der SNIM. Für Reisende gibt es meist einen einfachen Passagierwagen am Zugende, Tickets werden spontan vor Ort verkauft. Die Abfahrtszeiten sind äußerst unzuverlässig.

9. Nouadhibou & Cap Blanc: Halbinsel mit legendären Schiffswracks

Lage:Nordwestküste
Must-See:Schiffsfriedhof
Must-Do:Tour zur Steilküste

Nouadhibou liegt auf der Halbinsel Ras Nouadhibou im äußersten Nordwesten Mauretaniens und ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Dort endet der Erz-Zug aus Zouérat, und über den Industriehafen wird ein Großteil der Rohstoffe exportiert.

Bekannt ist die Stadt vor allem für den „Ship Graveyard“, einen Schiffsfriedhof, an dem zahlreiche gestrandete Frachter vor der Küste vor sich hin rosten. Am nördlichen Ende der Halbinsel liegt Cap Blanc mit Steilküste, Seevögeln und einer seltenen Mönchsrobbenkolonie. Der Zugang erfolgt mit dem Fahrzeug und zu Fuß entlang des Strands. Achtung: Das Gebiet liegt in Grenznähe zur Westsahara.

10. Tichitt & Oualata: Abgelegene Lehmsiedlungen

Lage:Landesinnere
Must-See:Elephant Rock
Anreise:per Geländewagen z.B. ab Nouakchott

Tichitt und Oualata gehören zu den entlegensten historischen Siedlungen Mauretaniens und sind Teil der UNESCO-Stätte der „Ancient Ksour“. Sie wurden im 11. und 12. Jahrhundert gegründet und lagen an wichtigen Karawanenrouten in Richtung Timbuktu.

Oualata ist bekannt für rot gefärbte Lehmbauten mit ornamentalen Fassadenmalereien, Tichitt für massive Steinhäuser und seine Moschee auf einem Felsplateau. Erreichbar sind beide Orte nur über Land, meist mit dem Geländewagen von Nouakchott aus über Néma oder Tidjikja. Durch die abgeschiedene Lage blieb die historische Architektur erhalten, die Anreise ist jedoch aufwendig und kostenintensiv.

Weitere Reisetipps in Nordafrika

Schon gewusst? Deutsche Staatsangehörige müssen seit Januar 2025 für die Einreise nach Mauretanien ein Visum vorab online als e‑Visa für 30 Tage beantragen. Ein Visa-on-Arrival ist nicht mehr möglich. Der Ausdruck mit QR-Code muss bei der Einreise mitgeführt werden. Der Reisepass sollte zu diesem Zeitpunkt noch mindestens sechs Monate gültig sein. Die Gebühr wird bei der Einreise in bar fällig.

Die Amtssprachen in Mauretanien sind Arabisch und Französisch, Englisch wird außerhalb weniger Hotels kaum verstanden. Bezahlt wird mit dem Ouguiya (MRU), der nicht frei konvertierbar ist. Bargeld ist essenziell, da Kreditkarten in der Regel nur in größeren Hotels in Nouakchott und Nouadhibou akzeptiert werden.

Die Kriminalität in Mauretanien gilt insgesamt als moderat, dennoch kommt es zu Taschendiebstählen. Nach Einbruch der Dunkelheit sollten unbekannte Viertel gemieden und Wertsachen unauffällig mitgeführt werden. Fahrten in abgelegene Wüstenregionen sollten nur mit erfahrenem Guide unternommen werden. Wichtig sind ausreichend Trinkwasser, Treibstoff und die Vermeidung von Nachtfahrten.

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