Die Benediktenwand (1.800 m) ist ein Klassiker der Bayerischen Alpen. Gut zu erreichen sind die einzelnen Gipfel des Bergrückens bei einer Wanderung von der Brauneck-Bergstation aus. Lasst euch nicht täuschen: Trotz Seilbahnfahrt ist die Tour lang und anspruchsvoll. Dafür kommt ihr an mehreren Almen vorbei und habt eine tolle Aussicht. Und noch ein Schmankerl: Wer Glück hat, sieht hier in Bayern sogar Steinböcke.

Lohnt sich die Wanderung zur Benediktenwand in Bayern?

Wenn euch ein Gipfel nicht genug ist, ist die Benediktenwand genau richtig. Bis man den höchsten Punkt erreicht hat, geht es nämlich über zahlreiche Nebengipfel. Es gibt verschiedene Varianten – ich habe mich für eine Rundtour über die Achselköpfe und den Altweibersteig entschieden. Start- und Ziel war jeweils die Bergstation der Brauneckbahn. Die Tour ist trotz Seilbahnfahrt mit rund 12,7 km lang, anspruchsvoll und vielfältig: Es geht durch zahlreiche Latschengassen, Steige, Grasbuckel und an vielen Almen vorbei. Wer Glück hat, kann hier Steinböcke sehen, denn an der Benediktenwand lebt eine der wenigen Steinwildkolonien in Bayern.

Fototipp: Ihr seht, ich bin verliebt in die großen gelben Blumen, die beim Abstieg überall zu sehen waren. Ansonsten empfehle ich, das Handy oder die Kamera zum Schnappschuss bereitzuhalten, denn an der Benediktenwand gibt es eine Steinbockkolonie. Wer hat, sollte ein Zoom-Objektiv einpacken.

Anreise zur Brauneckbahn

Dauer:ca. 6 Stunden
Strecke:12,7 km
Höhenmeter:1050 hm
Preise Brauneckbahn:Tickets
Besonderheit:Wer Glück hat, kann hier
Steinböcke sehen

Mit dem ÖPNV geht es von München Hbf mit der Bayerischen Regionalbahn bis Lenggries. Dort nehmt ihr die Buslinie 9595 bis zur Talstation der Brauneckbahn. Alternativ kann man von Lenggries aus auch 30 min zu Fuß zum Startpunkt der Wanderung laufen.

Mit dem Auto folgt ihr von München kommend der Autobahn Richtung Salzburg und fahrt in Holzkirchen ab. Von dort geht es nach Bad Tölz und weiter Richtung Lenggries. Bei der Ausfahrt Lenggries nach links die Landstraße verlassen. Bei nächster Gelegenheit nach rechts abbiegen und über die Isarbrücke bis zu einem Kreisverkehr fahren. Dort links abbiegen, der Wegscheider Straße folgen, bis es nach rechts zum Parkplatz der Brauneckbahn geht. Fürs Navi: „Parkplatz Brauneck Talstation“.

Früh Aufstehen, vor allem in der dunklen Jahreszeit

Die Tour ist ziemlich lang. Am besten startet ihr spätestens um 10 Uhr und steht je nach Länge der Anreise früh auf. Einpacken solltet ihr ausreichend Getränke, also Wasser oder Tee, eine Brotzeit, Wechselkleidung für den Gipfel, ein Erste-Hilfe-Set, genug Bargeld und Papiere sowie eine Sonnenbrille und je nach Jahreszeit einen Sonnenhut. Bei Kälte außerdem Mütze, Handschuhe und eine warme Jacke. Und natürlich wie immer: Wander- oder Trekkingschuhe.

Von der Brauneck-Bergstation über die Achselköpfe

Die Tour startet am Parkplatz der Brauneckbahn mit einer Entscheidung: Entweder wir steigen bis zur Bergstation auf oder wir nehmen die Seilbahn. Der Weg wird noch lang und anspruchsvoll, deshalb entscheiden wir uns für die Fahrt. Von der Bergstation der Brauneckbahn aus geht es nach rechts in Richtung Brauneck (gelbe Schilder weisen den Weg). Vom Gipfel (1.555 m) aus genießen wir kurz das herrliche Panorama und gehen dann in westliche Richtung weiter zum Latschenkopf. Wir folgen dem Weg über einen grasigen Kamm. Der Weg ist teilweise steinig und steil und führt nach einer knappen Stunde auf den Sattel. Hier kann man nach rechts einen kurzen Abstecher zum Gipfel des Kirchsteins machen oder auf dem Sattel nach links weiter zum Latschenkopf gehen. Von dort aus haben wir einen guten Blick auf den weiteren Weg über die vor der Benediktenwand liegenden Achselköpfe.

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Abstieg über den Altweibersteig

Auf der anderen Seite des Latschenkopfs geht es über die Latschengasse abwärts, durch einen engen Spalt hindurch zum Probstalmsattel. Wir halten uns links und gehen über die Achselköpfe Richtung Benediktenwand. Es geht auf und ab, der Weg ist teilweise rutschig und drahtseilgesichert. Nach einer Gesamtgehzeit von gut zwei Stunden gelangen wir zum Rotöhrsattel, wo es auch einen Abzweig zur Tutzinger Hütte gibt. Wir gehen jedoch nach links Richtung Felswände. Der Weg ist schroff und führt durch dichte Latschen. Nach etwa drei Stunden Gehzeit erreichen wir schließlich die Benediktenwand.

Für den Abstieg wählen wir den sehr schönen, aber teilweise steilen Altweibersteig. Durch Latschengassen und über teilweise schroffes Gestein gelangen wir zur Bichler Alm (1.438 m). Über einen Steig südlich unterhalb des Gratrückens Benediktenwand-Brauneck geht es danach weiter zur Hinteren und Vorderen Scharnitzalm. Anschließend steigt man zu einem Grasbuckel hoch und gelangt in einen Felskessel mit der Hinteren Krottenalm. Das letzte Stück führt durch den Wald, vorbei an der Strasseralm und schließlich zurück zur Brauneck-Bergstation.

Fazit

Steinböcke habe ich zwar nicht gesehen, trotzdem war ich mit der Wanderung zur Benediktenwand sehr zufrieden. Der Wanderung ist trotz Fahrt mit der Brauneckbahn lang und anspruchsvoll – früh aufstehen ist also Pflicht! Der Weg ist sehr vielfältig und hat zahlreiche tolle Aussichtspunkte. Am besten ist das Panorama natürlich, wenn man sich am höchsten Punkt der Benediktenwand befindet. Hier hatten wir in Richtung Süden einen fantastischen Blick aufs Rofangebirge und den Karwendel sowie im Westen auf das Wettersteingebirge, den Walchensee und die Zugspitze. Es gibt noch zahlreiche Varianten, um zur Benediktenwand aufzusteigen, etwa über die Tutzinger Hütte. Das probiere ich beim nächsten Mal aus!

Lage

Praktische Links

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