Eine der schönsten historischen Altstädte in ganz Deutschland besitzt Quedlinburg in Sachsen-Anhalt. Wundervolle Sehenswürdigkeiten begegnen euch in diesem Ausflugsziel am Nordrand des Harzes auf Schritt und Tritt. Wer sich für alte Kirchen, bezaubernde Fachwerkhäuser und Schlösser begeistert, wird sich in die Attraktionen Quedlinburgs verlieben. Wenn ihr durch den Ortskern lauft, entdeckt ihr verwunschene, interessante Orte an jeder Ecke. Dieses Reiseziel könnt ihr wunderbar mit einem Besuch des Harzes verbinden. Unsere handverlesenen Reisetipps geben euch Orientierung.
Top-Sehenswürdigkeiten in Quedlinburg im Überblick
Die spektakulärste Sehenswürdigkeit Quedlinburgs ist die vollständig erhaltene Altstadt in ihrer Gesamtheit. Romanische Gotteshäuser wie die Stiftskirche St. Servatii, die Klosterkirche St. Marien und die winzige Hospitalkapelle St. Johannis laden zu einer Zeitreise ins Mittelalter ein. Das Schlossmuseum auf dem Burgberg kann sich ebenso sehen lassen wie die stolze Stadtmauer mit ihren original erhaltenen Türmen, darunter der Lindenbeinsche Turm.
Steigt ihr auf den Münzenberg, habt ihr einen grandiosen Überblick über das prächtige historische Zentrum mit Rathaus, Marktplatz und malerischen Bürgerhäusern. Und die jahrmillionenalte Teufelsmauer wurde der Legende nach vom Leibhaftigen selbst errichtet. Heute geht es in Quedlinburg friedlich zu: Die 23.000 Einwohner freuen sich sehr darüber, wenn ihr dieses städtebauliche Gesamtkunstwerk besucht.
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1. Altstadt: Zeitreise ins UNESCO-Weltkulturerbe


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| Fachwerkhäuser: | über 1.300 |
| Must-See: | Fachwerkmuseum |
| Erstmals erwähnt: | 922 |
Wenn ihr durch Quedlinburgs Altstadt streift, wird euch der Mund vor Staunen offen stehen. Über 1.300 Fachwerkhäuser haben sich im historischen Stadtkern dieses Harz-Kleinods erhalten. Die meisten stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, doch einige gehen bis auf das 14. Jahrhundert zurück.
Dazu gehört auch der Ständerbau, in dem das Fachwerkmuseum untergebracht ist. Mit Quedlinburg hat sich eine geschichtsträchtige Stadt wie durch ein Wunder fast vollständig erhalten. Es lohnt sich, die Altstadt am frühen Morgen oder in den Abendstunden zu erleben, wenn die Gassen still sind und die Jahrhunderte greifbar nahe erscheinen.
2. Stiftskirche St. Servatii: Romanische Basilika auf dem Schlossberg

| Errichtet: | 1070 bis 1129 |
| Must-See: | Domschatzkammern |
| Stifter: | Otto I. der Große |
Auch Quedlinburger Dom genannt, ist die Stiftskirche St. Servatius ein einzigartiges Zeugnis aus dem Mittelalter. Die Krypta und eine Kapelle sind über 1.000 Jahre alt. Die weithin sichtbare Kirche auf dem Schlossberg diente jahrhundertelang dem Quedlinburger Damenstift.
Einige der Äbtissinnen waren Töchter oder Schwestern der ottonischen Kaiser und wurden ebenso in der Krypta bestattet wie König Heinrich I. und seine Gemahlin Mathilde. Zur Geschichte von St. Servatius gehört auch, dass die Nazis das Gotteshaus zu einer nationalsozialistischen Kultstätte umbauen ließen. Unbedingt sehenswert ist der Quedlinburger Domschatz mit dem Servatius-Reliquiar aus Elfenbein und Gold (9. Jh.).
3. Quedlinburger Schloss: Schlossmuseum in historischen Räumen

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| Errichtet: | 16. Jahrhundert |
| Wiedereröffnung: | Ende 2025 geplant |
| Must-See: | Goldscheibenfibel |
Auf dem Schlossberg von Quedlinburg findet ihr ein besonderes bauliches Ensemble: Direkt neben der Stiftskirche St. Servatius steht das zauberhafte Renaissanceschloss aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Authentische Prunkgemächer könnt ihr im Schloss besichtigen.
Die Historie des Schlossbergs und der Stadt Quedlinburg wird in den Ausstellungen erlebbar. Im Ottonenkeller seid ihr dem bedeutenden kaiserlichen Geschlecht auf der Spur. Das Ensemble wird durch kleine Fachwerkhäuschen komplettiert, die sich auf dem Burgberg aneinander schmiegen. Der Rundumblick von hier oben ist unbezahlbar – unter euch breitet sich die Altstadt Quedlinburgs aus.
4. Münzenberg: Sagenhaftes Panorama & romanische Klosterkirche


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| Gegründet: | 986 |
| Must-Do: | Aussicht genießen |
| Aufgegeben: | 1536 |
Spuren der romanischen Klosterkirche St. Marien findet ihr auf dem Münzenberg. Im 16. Jahrhundert wurde dieses Kloster im Zuge der Reformation aufgehoben und verlassen. Einfache Leute siedelten sich auf dem Münzenberg und in den ehemaligen Klostergebäuden an.
Bis heute prägen kleine Fachwerkhäuser dieses sehenswerte Viertel. In manchen Bauten sind Fragmente aus der Klosterkirche zu sehen, und auch der Grundriss wurde wieder sichtbar gemacht. Die mittelalterliche Krypta ist erhalten und wurde in das Münzenberg-Museum integriert. Eine sagenhafte Aussicht auf Dom, Schloss und Altstadt habt ihr vom Münzenberg aus. Allein deswegen lohnt sich der Weg hierher.
5. Rathaus und Marktplatz: Herz der Altstadt Quedlinburgs

| Errichtet: | Ab dem 13. Jahrhundert |
| Must-See: | Rathausportal |
| Hl. Roland: | Geschaffen ca. 1430 |
Stattlich und stolz präsentiert sich das steinerne Rathaus von Quedlinburg. Es geht auf das 13. Jahrhundert zurück, das prächtige Rathausportal mit seinen Säulen und dem Stadtwappen stammt aus der Renaissance.
Ein zweigeschossiger Archivturm aus dem 14. Jahrhundert zeigt noch das mittelalterliche Gepräge. Sein Obergeschoss ist gotisch eingewölbt, sodass man diesen Schatzraum auch „Kesselbudde“ nennt. An der Fassade des Rathauses steht mit erhobenem Schwert die Statue des Quedlinburger Roland. Von einem alten Gitter eingefriedet und umgeben vom Rathausportal und blühenden Blumen, beschützt der heilige Roland bis heute die Stadt.
6. Kirche St. Wiperti: 1.000 Jahre altes Gotteshaus

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| Lage: | Südwestlich des Burgbergs |
| Errichtet: | 10./11. Jahrhundert |
| Must-See: | Romanische Krypta |
Teile der ehemaligen Kirche des sächsisch-fränkischen Königshauses haben ein ganzes Jahrtausend überlebt: Bis ins 16. Jahrhundert war St. Wiperti eine Klosterkirche, ab dem 19. Jahrhundert wurde sie als Scheune zweckentfremdet.
Hier könnt ihr die archaische Atmosphäre eines hochmittelalterlichen Kirchenraums erleben. Besonders der Besuch der Krypta mit ihren gedrungenen Säulen und der originalen Altarnische lohnt sich. Seit 1959 wird St. Wiperti wieder als Kirche genutzt – farbige Glasfenster und Wandteppiche aus dieser Zeit akzentuieren den Kirchenraum.
7. Lindenbeinscher Turm: Sternkieker-Turm der Stadtbefestigung

| Lage: | Im Westen der Stadtmauer |
| Must-Do: | Besteigen |
| Höhe: | 42 m |
Quedlinburg war im Mittelalter eine Metropole. Ihr Reichtum wurde durch umfangreiche Stadtbefestigungen geschützt. Einiges davon ist noch erhalten – darunter als markantestes Bauwerk der Lindenbeinsche Turm.
Er ist benannt nach dem Industriellen Lindenbein, der den Turm mit einer Galerie und neoromanischen Türmchen ausstatten und zum Aussichtsturm umbauen ließ. Dies tat er, damit seine Ehefrau in die Sterne schauen konnte – daher der Name Sternkieker-Turm. Die fantastische Aussicht könnt ihr genießen, wenn ihr den Eingang über die Lindenbeinsche Villa nutzt, die heute ein Hotel ist. Original erhaltene Türme der Stadtmauer heißen zum Beispiel Schreckensdüvel, Pulverturm oder Turm op’m Tittenplan.
8. Teufelsmauer: Riesenhafter Königstein

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| Lage: | 6 Kilometer von Quedlinburg |
| Must-See: | Adlerfelsen |
| Höhe: | Bis zu 30 m |
Die ältesten Mauern Quedlinburgs haben schon über 1.000 Jahre auf dem Buckel. Das ist jedoch nichts gegen die Teufelsmauer: Wer sonst als der Leibhaftige kann solche riesigen, mauerähnlichen, aus der Erde ragenden Formationen errichtet haben?
Der Harz entstand aus einer Erdplatte, die vor 290 Millionen Jahren zerbrach und in die Senkrechte kippte. Das Ergebnis ist die Teufelsmauer – eine etwa 20 km lange Gesteinsformation aus Calzitsandstein. Sie ist bis zu 30 Meter hoch, aber nur zwei bis drei Meter dick. Nahe Quedlinburg bei Weddersleben regt besonders der markante Königstein mit dem „Adlerfelsen“, dem „Teufel“ und der „Großmutter“ die Fantasie an.
9. Bismarckturm: Geschichtsträchtiger Turm im Johannishain


| Lage: | Parkanlage Johannishain |
| Höhe: | 20 m |
| Grundsteinlegung: | 1895 |
Reichskanzler Otto von Bismarck erfuhr schon zu Lebzeiten große Verehrung im Deutschen Kaiserreich. Maßgeblich war er an dessen Gründung beteiligt, legte jedoch zusammen mit den Kaisern auch den Grundstein für Kolonialismus und Nationalismus.
1895 wurde ihm zu Ehren ein Turm auf dem Bleicheberg errichtet – der älteste Bismarckturm im Bundesland Sachsen-Anhalt. Er wirkt weniger wuchtig als spätere Exemplare und strahlt sogar eine gewisse Eleganz aus. Erst nach der Wende erhielt er seinen historischen Namen und die Plakette „Bismarckthurm“ zurück. Zurzeit wird der Quedlinburger Bismarckturm durch einen privaten Eigentümer saniert und könnte in den kommenden Jahren wieder als Aussichtsturm zugänglich sein.
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Schon gewusst? Zu Ostern hielten Kaiser Otto I. und seine Nachfolger in der Quedlinburger Königspfalz Hof. Heute treffen sich hier Menschen aus aller Welt, die eine alte Stadt mit zauberhafter Atmosphäre erleben wollen. Zu DDR-Zeiten gab es Pläne, die gesamte Altstadt zugunsten von Plattenbauten abzureißen. Den Sozialismus in seinem Lauf hielten weder Ochs noch Esel, aber die friedlichen Revolutionäre von 1989 auf. Das war die Rettung für die Altstadt von Quedlinburg, die seitdem liebevoll restauriert wird! Sie zieht zahlreiche Gäste an und ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Warum nicht im Harz wandern und den Urlaub in einer der schönsten Städte Deutschlands ausklingen lassen?
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