Schöne, große und prächtig ausgestattete Schlösser und Burgen, in denen früher der Adel residierte, lassen Besucher beim Anblick wie im Märchen fühlen. Die prunkvollen Gebäude sind heute allseits beliebte Ausflugsziele. Doch welche Bauwerke sind besonders sehenswert? Wir geben euch einen Überblick und zeigen die schönsten Burgen und Schlösser in Deutschland, die ihr unbedingt besuchen solltet.

Die schönsten Burgen und Schlösser in Deutschland

Aufgrund der Kleinstaaterei, die früher in Deutschland herrschte, gibt es etwa 25.000 Burgen und Schlösser in ganz unterschiedlichen Erhaltungszuständen. Manche von ihnen, wie zum Beispiel das Märchenschloss Neuschwanstein, sind weltberühmt, aber auch Wasserschlösser oder hoch oben auf Tafelbergen erbaute Burgen lohnen sich auf jeden Fall für einen Besuch. Der Unterschied zwischen einem Schloss und einer Burg besteht darin, dass ein Schloss immer ein repräsentativer Bau ist, während man eine bewohnbare, mittelalterliche Wehranlage als Burg bezeichnet. Viele Schlösser waren früher Burgen und wurden im Laufe der Zeit als Residenz oder Regierungsstätte für einen Fürsten, Herzog oder sogar König umgebaut.

#deutschland

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1. Schloss Neuschwanstein: Das weltbekannte Märchenschloss

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Ort:Schwangau
Entstehung:1869
Must-See:Tropfsteinhöhle im Palast

Schloss Neuschwanstein steht oberhalb von Schwangau im Allgäu und ist wohl der Inbegriff eines romantischen Märchenschlosses. Es zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Deutschland und ist ein Vorzeigeobjekt des Historismus und nicht so alt wie viele Menschen denken. Es entstand erst in den 1860er Jahren im Auftrag König Ludwig II von Bayern, der nicht nur eine sehr romantische Ader besaß, sondern auch äußerst technikbegeistert war. So ließ er das Schloss, welches einer mittelalterlichen Ritterburg nachempfunden wurde, im Inneren sehr modern ausstatten. Es gab bereits Telefonleitungen, ein Warmwasseraufbereitungs-System und einen Speisenaufzug – für die damalige Zeit extrem fortschrittlich. Das Schloss besitzt eine Wohnfläche von 6.000 m² und kann ausschließlich im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

#allgäu

2. Festung Königstein: Eine der größten Wehranlagen Europas

© Procopter/Festung Königstein gGmbH

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Ort:Königstein
Entstehung:1589
Besonderheit:Auf Tafelberg erbaut

Die Festung Königstein erstreckt sich mitten im Elbsandsteingebirge auf einem Felsplateau hoch über der Elbe. Auf dem 9,5 ha großen Areal befinden sich 50 unterschiedliche Gebäude innerhalb einer gigantischen Wallanlage mit 42 m hohen, steilen Wänden. An der mehr als 500 Jahre alten Festung sind Stilelemente aus Spätgotik, Renaissance und Barock erkennbar. Wenn man die Anlage mit der 1.800 m langen Verteidigungsmauer sieht, wird klar, warum sie seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1589 nie erobert worden ist. Für eine Besichtigung dieser gigantischen Burg sollte unbedingt ausreichend Zeit mitgebracht werden, denn es gibt außerordentlich viel zu entdecken.

#sachsen

3. Burg Eltz: Seit 800 Jahren in Familienbesitz

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Ort:Wierschem
Entstehung:12. Jahrhundert
Must-Do:Traumpfad Eltzer Burgpanorama

Die Höhenburg Eltz ist eine ganz besondere Attraktion, denn sie ist seit ihrer Errichtung im 12. Jahrhundert im Besitz der Familie von Eltz und hat alle Kriege und Auseinandersetzungen der letzten 800 Jahre unbeschadet überstanden. Sie steht auf einem Felsen im Naturschutzgebiet Eltzerwald in Rheinland-Pfalz und öffnet während des Sommerhalbjahres ihre Tore für die Öffentlichkeit. Die originalen Möbel und Einrichtungsgegenstände sind ebenso beeindruckend wie die einzigartigen Exponate der Rüst- und Schatzkammer. Diese Sammlung von Weltrang umfasst neben außergewöhnlichen Waffen auch Glas, Porzellan und Kunstobjekte aus Gold und Silber von unschätzbarem Wert. Ein Besuch der Burg Eltz ist auch aufgrund der herrlichen Umgebung ein tolles Erlebnis.

#rheinland-pfalz

4. Schloss Heidelberg: Die berühmte Ruine des Landes

© Herbert Aust
Ort:Heidelberg
Entstehung:ca. 13. Jahrhundert
Must-Do:Philosphenweg

Das malerische Schloss liegt ca. 80 m über dem Talgrund oberhalb der Stadt und dominiert das Bild Heidelbergs. Der weitläufige Gebäudekomplex aus rotem Neckartäler Sandstein ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde zunächst als wehrhafte Burg errichtet. Durch gestiegene Bedürfnisse nach Repräsentation und moderner Wohnkultur wandelte sich die Burg durch verschiedene Ausbauten zum prunkvoll-mächtigen Schloss. Bis zur Zerstörung im Jahr 1689 war es die Residenz der Pfälzer Kurfürsten. Zur Anlage gehören eine Vielzahl von verschiedenen Bauten, wie beispielsweise der Königssaal, der Gläserne Saalbau, der Bibliotheksbau und diverse Türme. Das Heidelberger Schloss zählt heute zu den berühmtesten Ruinen Deutschlands und wird täglich von Touristen aus der ganzen Welt besucht.

#baden-württemberg

5. Burg Hohenzollern: Stammsitz der deutschen Kaiserfamilie

Ort:Bisingen
Entstehung:1867
Must-See:Der Blaue Salon

Die Burg Hohenzollern thront majestätisch auf dem 855 m hohen Zollerberg auf halber Strecke zwischen dem Bodensee und Stuttgart. Sie ist in Privatbesitz der Familie Hohenzollern, die im Laufe ihrer Geschichte Fürsten, Könige und sogar Kaiser stellte. Bereits um das Jahr 1000 herum wird in Urkunden eine Burg an derselben Stelle erwähnt. Das heutige Gebäude wurde allerdings erst in der Zeit zwischen 1850 und 1867 errichtet. Eine Besichtigung mit Führung durch die prachtvollen Innenräume ist für jeden Besucher ein spannendes Erlebnis. Zu den Highlights zählen der Grafensaal, der Blaue Salon und natürlich die Schatzkammer, in der unter anderem die berühmte Krone des letzten deutschen Kaisers zu sehen ist.

#baden-württemberg

6. Wartburg: UNESCO-Welterbe im Thüringer Wald

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Ort:Eisenach
Entstehung:1067
Must-See:Festsaal und Lutherstube

Die Wartburg befindet sich oberhalb der Stadt Eisenach in Thüringen. In ihrer heutigen Form entstand sie erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Es gibt aber verschiedene Gebäudeteile, die bereits sehr viel älter sind. Berühmt ist die Burg vor allem wegen der Tatsache, dass Martin Luther hier von 1521 bis 1522 als Junker Jörg das Neue Testament übersetzte. Aber auch der sogenannte „Sängerkrieg auf der Wartburg“ ist vielen geschichtsinteressierten Deutschen ein Begriff. Heute ist die Burg Museum und Veranstaltungsort. Übrigens diente die Wartburg Ludwig II als Inspiration und Vorbild für sein Märchenschloss Neuschwanstein.

#thüringen

7. Schloss Marienburg: Das Schloss der Welfen

© Thomas Kulessa
Ort:Pattensen
Entstehung:1867
Must-See:Panoramablick vom Bergfried

Die eindrucksvolle Marienburg mit ihren 130 Räumen war der Stammsitz der Welfen, der Königsfamilie von Hannover. Sie liegt im kleinen Örtchen Pattensen nahe der niedersächsischen Landeshauptstadt. Die Burg ließ König Georg V von Hannover Mitte des 19. Jahrhunderts als Geschenk für seine Frau errichten, die dann zusammen mit ihrer Tochter einige Jahre dort lebte. Heute ist das pittoreske Gebäude ein Museum mit prunkvollen Räumen. Der Salon mit der prachtvollen Bibliothek, der Rittersaal und die historische Schlossküche können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Anstehende Restaurierungsarbeiten sollen das Schloss Marienburg zum Neuschwanstein des Nordens werden lassen. Genießt unbedingt den fantastischen Panoramablick vom 44 m hohen Bergfried. Zu sehen sind unter anderem das Leinetal, die Sieben Berge und der Hildesheimer Dom.

#niedersachsen

8. Reichsburg Cochem: Eine Ritterburg der Legenden

© Felix Berger

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Ort:Cochem
Entstehung:1877
Must-See:Ritter- und Speisezimmer

Diese sogenannte Höhenburg ist das Wahrzeichen der zauberhaften Stadt Cochem an der Mosel und weithin sichtbar. Bereits im 11. Jahrhundert wird in Urkunden eine Burg an dieser Stelle erwähnt. Die heutige Anlage besitzt allerdings nur noch wenige Teile der mittelalterlichen Bausubstanz und entstand erst zwischen 1868 und 1877 im Auftrag eines reichen Berliner Kaufmannes namens Ravené. Sein Traum war ein Domizil im romantischen neugotischen Stil. Bei einer Führung durch das Innere können die Räume, die gemäß dem barocken Geschmack des ehemaligen Besitzers eingerichtet wurden, besichtigt werden. Die Highlights sind der Ritter- und der Speisesaal sowie das Jagdzimmer, die alle mit kostbaren Teppichen, Wandbespannungen und Kachelöfen ausgestattet sind.

#rheinland-pfalz

9. Schloss Moritzburg: Prunk aus Zeiten von August dem Starken

© Susanne
Ort:Moritzburg
Entstehung:1542
Must-See:Sammlung von Rothirschgeweihen

Schloss Moritzburg ist ein ehemaliges Jagdschloss aus Mitte des 16. Jahrhunderts und soll von August dem Starken persönlich geplant worden sein. Während einer Besichtigung des barocken Baus, der auf einer künstlichen Insel steht, folgt ein Höhepunkt auf den nächsten. Von den etwa 200 Räumen werden viele von Geweihen und Trophäen geschmückt. So ist beispielsweise die Sammlung mit den 71 Rothirschgeweihen weltweit die größte ihrer Art. Manche von ihnen werden auf ein Alter von bis zu 400 Jahren datiert. Auch die Inneneinrichtung mit prunkvollen Möbeln und einer vergoldeten Ledertapete aus dem 17. Jahrhundert sorgt stets für absolutes Staunen unter den Besuchern. Der ausgedehnte Schlosspark lädt anschließend zu einem Spaziergang an der frischen Luft ein.

#sachsen

10. Burg Lüdinghausen: Uralte Wasserburg mit moderner Technik

© Makalu
Ort:Coesfeld
Entstehung:ca. 12. Jahrhundert
Besonderheit:allseitig von Wasser umgeben

Die ältesten Teile dieser Burg im Kreis Coesfeld im Münsterland stammen bereits aus dem 12. Jahrhundert. Hierbei handelte es sich um einen Wohnturm für die Ritter der Gegend. 400 Jahre später erhielt die Burg Lüdinghausen dann ihr heutiges Aussehen im Stil der Renaissance. Nach einer umfangreichen Sanierung in den vergangenen 20 Jahren wird das historische Gemäuer zusammen mit dem malerischen Burghof und dem weitläufigen Garten nun von der Stadt Lüdinghausen für Tagungen und Events genutzt. Ausgestattet mit mordernster Technik finden hier heute regelmäßig Kultur- und Lehrveranstaltungen der verschiedensten Art statt.

#nordrhein-westfalen

11. Hohenschwangau: Königsschloss im Allgäu

© Helmut H. Kroiss
Ort:Schwangau
Entstehung:ca. 12. Jahrhundert
Must-Do:Drei-Schlösser-Runde

Das Schloss Hohenschwangau liegt direkt gegenüber vom Schloss Neuschwanstein bei Füssen und hat eine unvergleichliche Lage zwischen Alpsee und Schwansee. Ursprünglich wurde das heutige Schloss in die Außenmauern der alten Burg Schwangau aus dem Mittelalter hineingebaut. In den 1830er Jahren ließ König Max, der Vater des Märchenkönigs, das Schloss im Stil der Neugotik umbauen, welches er mit seiner Familie als Sommerresidenz nutzte. Ludwig II verbrachte hier also in seiner Kindheit viel Zeit. Teile des Wohnbereiches und der Küche mit der originalen Einrichtung können heute im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Rund um Schwangau gibt es auch tolle Wanderungen zu entdecken. Schon die königliche Familie hatte hier Wege und Aussichtspunkte anlegen lassen, um die Landschaft genießen zu können.

#allgäu

12. Marksburg: Unzerstörte Höhenburg am Rhein

© Ulrich Prümm
Ort:Braubach
Entstehung:ca. 12. Jahrhundert
Besonderheit:völlig erhalten

Die Marksburg ist eine Höhenburg oberhalb der Stadt Braubach am Mittelrhein. Bei einer Besichtigung der Anlage mit den eindrucksvollen Toren könnt ihr spannende Details entdecken. Die Burgküche, der Rittersaal, die Schmiede, die Rüstkammer und der Pferdestall zählen zu den interessantesten Plätzen und lassen die jahrhundertealte Geschichte lebendig werden. Wer sich für die Botanik interessiert, spaziert durch den Garten mit den duftenden Heil- und Küchenkräutern, der rund um die Burg angelegt wurde. Die Marksburg ist die einzige mittelalterliche Höhenburg der Region, die nie von Angreifern zerstört wurde.

#rheinland-pfalz

13. Schloss Lichtenstein: Das Märchenschloss Württembergs

© Osman Zöllner
Ort:Lichtenstein
Entstehung:1842
Must-Do:Kletterpark

Das romantische Schloss Lichtenstein aus Mitte des 19. Jahrhunderts präsentiert sich in der Architektur der Neugotik. Es liegt auf einer Höhe von 817 m über dem Echaztal im Landkreis Reutlingen in der Schwäbischen Alb. Während eines dreißigminütigen Rundganges können die Räume im Erdgeschoss und im 1. Stock des Schlosses besichtigt werden. Der schönste Saal ist zweifellos der Rittersaal mit seinen kunstvollen Wandmalereien aber auch das Königszimmer, die Schlosskapelle, die Trinkstube und die Waffenhalle sorgen immer wieder für Bewunderung unter den Teilnehmern der Führungen. Wer möchte, kann sich anschließend im Abenteuerpark am Schloss auf verschiedenen Kletterparcours in der herrlichen Natur körperlich betätigen und sich dabei den einen oder anderen Adrenalinkick holen.

#baden-württemberg

Weitere Ausflugsziele in Deutschland

Schon gewusst? Wer einen Ausflug zu einer Burg oder einem Schloss plant, sollte sich vorab über die Öffnungszeiten informieren. Viele der Gebäude sind nur während der Sommermonate zu besichtigen oder können nur im Rahmen von Führungen betreten werden. Da an historischen Baudenkmälern häufig Renovierungsarbeiten durchgeführt werden müssen, sind Schließungen einzelner Räume manchmal notwendig. Es ist auch wichtig, sich über die Wege und deren Zustand zu erkundigen. Besonders in Höhenburgen führt die Strecke zwischen Parkplatz und Eingang nicht selten über unwegsame Pfade oder Treppen, und auch im Gebäude selbst sind vielleicht steile Stiegen zu bewältigen.

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