Auf einer Reise durch die atemberaubende Vulkanlandschaft auf Lombok, wird der Gipfel des Mount Rinjani einer der größten Herausforderungen während meiner Reise durch Indonesien. Nach steilen, staubigen Pfaden und mehreren tausend Höhenmetern warten spektakuläre Sonnenaufgänge und einmalige Campingplätze auf mich. Kommt mit auf eine einzigartige Trekkingtour, bei der der Reiz der Höhe, die Kraft der Natur und die Belohnung atemberaubender Ausblicke zu einem unvergesslichen Abenteuer verschmelzen.
Lohnt sich eine Wanderung auf den Rinjani Vulkan?





Der Rinjani Vulkan befindet sich im Norden der Insel Lombok in Indonesien und ist ein aktiver Vulkan. Mit einer Höhe von 3.726 Metern ist er der zweithöchste Vulkan des Landes. Der Gipfel beherbergt einen Kratersee, der von heißen Quellen gespeist wird. Der Nationalpark rund um den Vulkan beheimatet malerische Seen, heiße Quellen und eine vielfältige Tierwelt.
Der Vulkan ist besonders beliebt bei Trekking-Enthusiasten, die die anspruchsvolle Tour bewältigen, um die spektakuläre Aussicht am Kraterrand zu erleben. Der Rinjani ist jedoch auch ein heiliger Berg für die örtliche Bevölkerung, die mit traditionellen Zeremonien und Legenden verbunden ist. Lombok und der Rinjani-Vulkan ziehen Naturbegeisterte an, die die unberührte Schönheit der Region entdecken und gleichzeitig ein einzigartiges Outdoor-Erlebnis genießen möchten.
Fototipp: Das beste Foto vom Rinjani Vulkan könnt ihr bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel machen, wenn der See im Inneren des Vulkans in einem zarten blau leuchtet und die ersten Sonnenstrahlen den Kraterrand erstrahlen lassen. Denkt unbedingt daran, einen zweiten Akku am Körper zu tragen, da es oben extrem kalt werden kann.
Anreise zum Gunung Nationalpark
| Lage: | Lombok, Indonesien |
| Dauer: | 3 Tage, 2 Nächte |
| Höhenmeter: | 3.626 hm |
| Strecke: | 42,6 km |
| Höchster Punkt: | 3.726 Meter |
Um auf die Insel Lombok zu kommen ist es am einfachsten einen Flug nach Bali, Denpasar zu buchen und von dort aus mit der Fähre nach Lombok zu reisen. Die Fähren für Touristen kann man einfach online buchen und von den Orten Padangbai oder Sanur nach Sengiggi oder Bangsal reisen. Beide Orte sind jeweils nur eine halbe Stunde voneinander entfernt. Daher macht es keinen Unterschied, zu welchem Ort ihr fahrt.
Die Touri-Fähre ist in ca. 3 Stunden dort und kostet rund 30 Euro. Wir sind allerdings mit einem Frachtschiff gefahren und mussten nur ein Zehntel pro Person zahlen. Dafür waren wir aber auch doppelt so lange unterwegs. Von dort aus könnt ihr dann mit einem Taxi in den Gunung Nationalpark fahren.
Von Kuta zum Gunung Nationalpark
Als eine Freundin und ich uns entscheiden, die Trekking Tour auf den Rinjani Vulkan zu meistern, sind wir bereits seit drei Wochen in Indonesien unterwegs. Wir haben nicht mehr als die erste Unterkunft vor der Reise geplant und sind dementsprechend auch nicht besonders gut vorbereitet auf eine mehrtägige Wanderung.
In dem Ort Kuta haben wir die letzten Tage in einem Hostel geschlafen und buchen auch hier unsere Tour bei einem der lokalen Anbieter. Die Preise vor Ort variierten stark, und nach etwas Verhandlungsgeschick zahlen wir pro Person knapp 120 Euro.
Im Preis inbegriffen ist der Transfer in den Norden und eine zusätzliche Nacht in einem Hotel, vor dem eigentlichen Start der Tour. Am Morgen werden wir pünktlich im Hostel abgeholt und begeben uns auf eine vierstündige Autofahrt, während der wir weitere Personen einsammeln, die einen Transfer auf die andere Seite der Insel benötigen.
Die Unterkunft entspricht bei der Ankunft nicht ganz den Erwartungen, da wir auf einen einfachen Schuppen mit Betten stoßen. Da wir aber ohnehin auf wenig Luxus vorbereitet waren, ist das kein Problem für uns. Am Abend treffen wir uns mit den anderen Teilnehmern und dem Guide, um den Plan für die kommenden Tage zu besprechen. Leider scheint er etwas planlos und chaotisch zu sein, aber der Rest der Gruppe ist zum Glück super entspannt und nett.
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Auf steilen Pfaden zum ersten Basecamp am Vulkan Rinjani
Der erste Trekking-Tag beginnt früh am Morgen, und der Transport zum Startpunkt der Wanderung erfolgt in einem Pick-up, auf dessen Ladefläche wir es uns mit neun weiteren Personen gemütlich machen müssen. Auf dem Weg halten wir noch bei einem Geschäft an, in dem wir uns warme Winterjacken für die Wanderung ausleihen können.
Wer mehr braucht, kann hier ebenfalls Hosen und Handschuhe bekommen. Nach einer Stunde Fahrt auf der sehr unbequemen Ladefläche erreichen wir den Ausgangspunkt der Wanderung. Das eigentliche Abenteuer kann endlich beginnen.
Mit uns kommen nicht nur zwei Guides, sondern auch die sogenannten Porter, die an einer Stange mit zwei Körben unser Essen und das Camping Equipment für die nächsten Tage mit hochtragen. Beide Körbe wiegen zusammen 40 Kilogramm und die Porter tragen, warum auch immer, nur Flip-Flops an den Füßen. Auf den Schultern der Männer können wir bereits Einkerbungen von der Stange sehen.
Mit der Situation fühlen wir uns etwas unwohl und haben Mitleid mit den Männern. Nichtsdestotrotz wollen wir die Vulkanspitze erreichen und die Herausforderung meistern. Der erste Teil der Wanderung ist noch relativ einfach, aber dann beginnt der anstrengende Aufstieg über steile, staubige Pfade bei über 30 Grad.
Die Hitze ist intensiv. Jeder rutscht mehrmals auf dem trockenen Boden aus. Wir sind froh, dass wir teilweise durch schattige Wälder laufen, um wieder runterkühlen zu können. Nach sieben Stunden erreichen wir endlich das erste Basecamp, stolz und erschöpft zugleich. Die Porter waren trotz der 40 Kilogramm wesentlich schneller als wir und zu ihrem Job während der Tour gehört auch, das Camp aufzubauen. Also können wir in Ruhe ankommen und die Aussicht am Kraterrand genießen.
Der Blick vom Camp auf den Kratersee, der von Wolken umgeben ist, entschädigte für die Strapazen des Tages. Nach einem Lagerfeuer, warmem Essen und Tee fallen wir völlig fertig, aber glücklich, schon um 21 Uhr ins Bett. Es ist ziemlich kalt ohne die Sonne, sodass wir in unseren Winterjacken schlafen müssen.
Geführte Touren und Erlebnisse
Sonnenaufgang auf 3.726 Metern am Rinjani
Am nächsten Tag beginnt der anstrengendste Teil der Wanderung. Um 2 Uhr morgens klingelt unser Wecker und um 2:30 Uhr starten wir den Aufstieg zur Spitze, um den Sonnenaufgang zu erleben. Dadurch, dass wir im Dunkeln loslaufen, ist es zum Glück noch kühl und wir sehen auch nicht, wie lang der Weg bis zum Gipfel ist.
Mit uns laufen viele andere Gruppen und gerade in der ersten Stunde stauen sich alle Wanderer auf dem Weg auf. Wir müssen teilweise klettern und wirklich steile Passagen bewältigen. Die zweite Stunde des Aufstiegs ist etwas angenehmer, aber dennoch steil.
Jetzt wartet der wohl intensivste Part auf uns. Es geht bergauf über Vulkanasche. Jeder, der schon mal eine Sanddüne hochgelaufen ist, weiß wie wir uns jetzt fühlen. Bei jedem Schritt bergauf rutschen wir gefühlt wieder zwei Schritte nach unten.
Nach drei Stunden erreichen wir den Gipfel auf 3.726 Metern, noch im Dunkeln. In meinem Rucksack habe ich 2 Liter Wasser, meine Kamera und zum Glück den Schlafsack mit hochgenommen. Eingehüllt in ihm warten wir jetzt auf den Sonnenaufgang. Der Wind pfeift nur so um unser Gesicht und trotz des Schlafsacks können wir nicht aufhören zu zittern.
Endlich erscheint die Sonne! Die Wolken um uns herum werden jetzt in einem feurigen Licht angestrahlt und durch den Wind sieht es so aus, als tanzten sie in den Bergen. In den Vulkankrater schauend, sehen wir den See in seiner ganzen Pracht und in ihm, einen zweiten, kleineren Vulkan.
Das ist wirklich eine der schönsten Aussichten, die ich je bei einer Wanderung erleben durfte. Mehr als glücklich genießen wir die Natur um uns herum und das Gefühl den anstrengendsten Teil geschafft zu haben. Denn viele der Leute, die auf den Rinjani wollen, schaffen es nicht und drehen wieder um.
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Entspannen in heißen Quellen
Nachdem wir wieder im Base-Camp angekommen sind, wartet ein Frühstück mit Bananen, Pancakes und Toasts, bedeckt mit einer etwas fragwürdigen Marmelade, auf uns. Aber eine lange Pause gibt es nicht. Wer denkt, dass wir nach der nächtlichen Wanderung einen entspannten Tag vor uns haben, der irrt sich.
Nach dem kurzen Frühstück gehen wir weiter, diesmal drei Stunden bergab zu den heißen Quellen des Vulkans, in denen wir uns den Staub der letzten 1,5 Tage wieder abwaschen können. Trotz der Entspannung im heißen Wasser, warten weitere drei Stunden des Aufstiegs auf uns, bevor wir unser zweites Base-Camp erreichen.
Oben kommen wir noch gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang an. Erneut voll von Dreck und Schweiß. Es wird dunkel und der Wind am Berg immer stärker. So stark, dass wir leider keinen gemeinsamen Abend am Lagerfeuer haben, sondern in unseren Zelten essen müssen. Nach dem Abendessen schlafen wir direkt ein.
Elf Stunden Wanderung und zu wenig Schlaf haben unsere gesamte Energie beansprucht. Am nächsten Tag geht es wieder fünf Stunden bergab bis zur Ziellinie. Man merkt wie erschöpft die Gruppe ist und dass sich jeder auf eine heiße Dusche und ein warmes Bett freut.
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Fazit
Die Trekking-Tour auf den Rinjani Vulkan ist wirklich nicht zu unterschätzen. Es waren drei super anstrengende Tage mit wenig Schlaf sowie sehr rutschigen und steilen Wanderwegen. Aber die einzigartigen Landschaften und die atemberaubende Natur, die man während der Tour erlebt, ist jede Anstrengung wert. Oben am Kraterrand zu campen, ist definitiv eine der schönsten Möglichkeiten, die Insel zu entdecken und für mich der bis jetzt schönste Camping-Spot, den ich erleben durfte. Ich konnte viele tolle Menschen in unserer kleinen Gruppe kennen lernen und bin über mich hinaus gewachsen.
Wenn ihr schon vor eurem Flug wisst, dass ihr die Vulkanwanderung macht, würde ich euch empfehlen auf jeden Fall gute Wanderschuhe, warme Kleidung, ausreichend Sonnenschutz und eine Stirnlampe mitzunehmen. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, die Wanderung über vier oder fünf Tage zu machen. Dadurch habt ihr wesentlich entspanntere Tage und müsst eben nicht, am zweiten Tag ganze elf Stunden wandern.
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