Die imposante Klippe und der Traumstrand auf der Insel Nusa Penida vor Bali in Indonesien ist eine echte Instagram-Berühmtheit. Und das aus gutem Grund, denn der Kelingking Beach lässt wirklich staunen: Türkises Wasser, feiner Sandstrand, umgeben von den faszinierenden Felsen in Dinosaurier-Form, dem Cap de T-Rex. Der Haken an der Sache? Um an den schönsten Strand Indonesiens zu kommen, müsst ihr einen abenteuerlichen Abstieg an der Klippe meistern.

Lohnt sich der Besuch des Kelingking Beach bei Bali?

Der atemraubende Strand an der Westküste Nusa Penidas (Einwohner: rund 57.000), eine der paradiesischen Nachbarinseln südöstlich von Bali. Am Cap de T-Rex umgibt eine überwältigende Felsenformation den Hotspot Strand. Der Spitzname „T-Rex“ kommt daher, dass die Klippe wie ein gigantischer Dinosaurierkopf wirkt, der gerade sein Maul weit aufreißt. Das türkisblaue Wasser, der fein gelbe Sand und die faszinierende Felsenform erschaffen ein wahres Naturspektakel. Schon die Aussicht bietet Gänsehaut-Momente.

Der lange unberührt gebliebene Traumstrand wäre aber nicht so bildschön, wäre er leicht zu erreichen. Nicht nur die Hinfahrt über wackelige, kleine Straßen, sondern vor allem ein nicht ganz ungefährlicher Abstieg hinunter gehören zum Erlebnis des Kelingking Beaches dazu.

Fototipp: Die beste Perspektive, um die gesamte Schönheit des Kelingkings und Meers einzufangen, habt ihr direkt von oben. Geht nur einige Treppenstufen herunter und wartet ab, sodass vorbeilaufende Touristen euer Foto nicht crashen.

Anreise zum Kelingking Beach

Eintrittspreis:15.000 IDR – etwa 1 Euro
Dauer des Abstiegs:ca. 45 Min
Beste Besuchszeit:Früh morgens
Ausrüstung:Wasser
festes Schuhwerk
Fallhöhe:193,7 Meter

Als Erstes müsst ihr in Richtung Nusa Penida aufbrechen. Dafür gibt es von Bali aus die Möglichkeit, mit dem Speedboot zu fahren. Die Häfen Banjar Nyuh oder Sanur bieten dafür tägliche Fahrten für ca. 13 Euro an. Auch von der Insel Lombok und den kleinen Gili-Inseln werden Speedboot Fahrten nach Nusa Penida angeboten. Am kleinen Hafen auf der Insel angekommen wird es trubelig, denn viele Taxi-Fahrer warten nur darauf, Touristen abzufangen und werden regelrecht penetrant. Tatsächlich sind Taxis oder einen Roller zu mieten auch die einzigen Optionen, die euch auf der kleinen Insel bleiben. Anders als auf Bali oder Lombok gibt es auch nicht das günstige Uber Äquivalent Grab. Die Straßen auf Nusa Penida sind ziemlich eng und je nach Strecke übersät mit Schlaglöchern. Deswegen rate ich dringend vom Rollerfahren ab – außer ihr seid sehr erfahrene Fahrer.  

Vom Hafen bis zum Kelingking Beach sind es ca. 40 Minuten, die ihr einplanen solltet. Ich empfehle dafür, einen Fahrer mit Auto für einen halben oder ganzen Tag zu buchen. Die Locals kennen sich am besten auf den Straßen aus und bringen euch sicher und klimatisiert ans Ziel. Außerdem lernt ihr so die Insel und die Einheimischen besser kennen, da die meisten Fahrer gut Englisch sprechen. Für den halben Tag haben wir umgerechnet ca. 25 Euro bezahlt. Vor Ort kommen noch Eintritts- und Parkgebühren von jeweils ein paar Cent dazu.

Ein Geheimtipp ist der Hotspot am T-Rex Felsen seit einigen Jahren leider nicht mehr, sodass sich zur Hauptsaison von Mai bis Oktober einige Besucher an den Felsen entlang quetschen. Am besten wagt man den Ausflug also frühmorgens oder am späten Nachmittag – aber auf keinen Fall bei Dunkelheit! Zu gefährlich ist der Abstieg.

Der Abstieg ist nichts für schwache Nerven

Vor allem der Abstieg, aber auch der Aufstieg am Kelingking ist sehr herausfordernd. Besonders bei der tropischen Hitze und den schwindelnden Höhen solltet ihr euch gut überlegen, ob, wann und wie ihr die Kletterpartie antreten wollt. Auch im Vergleich zum Diamond Beach ist der Kelingking noch einmal steiler und schwieriger.

An einem der kleinen Geschäfte holen wir uns noch ein paar Flaschen Wasser und machen uns nach dem ersten Staunen bereit für den Abstieg. Die ersten Treppenstufen zurückgelegt, denke ich: “Ach, so schlimm ist das doch gar nicht.” Die Gesichter der Leute, die mir entgegenkommen, sagen allerdings anderes aus. Nach etwa 10 bis 15 Minuten enden die Treppenstufen und es geht steil weiter über den staubigen Felsboden. Mein Herz pocht, die Sonne brutzelt und schon jetzt schwitze ich Nonstop. Mein Rucksack, in dem ich meine Kamera eingepackt hatte, drückt auf meinen Rücken, während ich mich fest am Holzgeländer festhalte und weiter herabsteige.

Unser Fahrer begleitet uns herunter, tippelt leichtfüßig am steilen Abgrund entlang und treibt uns an weiterzugehen. Mehrmals pro Woche läuft er diese Strecke, erklärt er mir und meiner Reisebegleitung. Nach der ersten Trinkpause und dem Durchlassen der entgegenkommenden Kletterer nimmt er mir den Rucksack ab. Dankbar schaue ich, was vor uns liegt: Der Weg gleicht eher einer Kletterwand. Jede Sekunde bin ich froh, dass ich vorbereitet meine festen Schuhe angezogen hatte, als ich immer wieder Leute in ihren Flip-Flops beobachte. Es fühlt sich endlos an und wir kommen nur langsam voran, denn immer wieder lässt es sich mit den hochsteigenden Menschen schwer koordinieren. Wer tritt wo hin? Wer fasst wann an das wackelige Geländer?

Dann endlich liegt der letzte Abschnitt vor uns: natürlich kein einfacher. Ein großes Seil liegt hier am steilen Felsen anstatt jeglicher Halterung. Langsam herunter getippelt, begrüßt mich eine große Holzleiter am Ende des Felsvorsprungs. Während ich herunterklettere, springen einige Mutige schon von oben in den Sand.

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Willkommen am paradiesischen Sandstrand

Vom Schweiß durchnässt und komplett außer Atem komme ich endlich an. Bevor ich den bilderbuchartigen Anblick erst wirklich genießen kann, brauche ich Wasser. Unsere Vorräte sind aufgebraucht, aber zum Glück bieten Einheimische Getränke an (angepasst an die hohe Nachfrage und keiner Konkurrenz mit ungefähr 3 Euro ziemlich teuer). Wir lassen uns unter einem Baum auf unsere Handtücher sinken, stärken uns mit Wasser und blicken sprachlos auf den Strand. Obwohl recht viele Touristen unterwegs sind, wirkt es auf dem riesigen Strand nicht beengt. Einige haben sich in die Wellen gewagt, andere stehen mit den Füßen im Wasser. Als wir uns Erfrischung im Meer erhoffen, merke ich, wie stark die Strömung an meinen Beinen zieht. Ich hatte vorher gelesen, dass es gefährlich ist, am Kelingking Beach zu schwimmen und würde auch stark davon abraten. Nach ungefähr einer Stunde Seele baumeln lassen, wagen wir den Rückweg: Auch anstrengend, aber aufwärts sitzen die Schritte sicherer und auch die Sonne brennt jetzt nicht mehr so stark.

Fazit

Das Abenteuer Kelingking Beach werde ich niemals vergessen, denn erstens gleicht die Landschaft einem Bilderbuch und zweitens war der Abstieg eine echte Herausforderung. Habt ihr Höhenangst oder keine gute Kondition? Dann überlegt euch vorher gut, ob euch das Risiko wert ist, zum Strand herunterzuklettern. Ohne Frage wäre ein Abstieg ohne Sicherung wie dieser in Europa niemals erlaubt. Seid euch also des Risikos bewusst. Die wunderschöne Landschaft und der Dinosaurierkopf lassen sich auch von oben gut bestaunen. Falls ihr euch den Traumstrand, so wie ich trotz allem nicht entgehen lassen wollt: auf keinen Fall mit Flip-Flops, zu viel Gepäck oder ohne genügend Wasser losziehen.

Nicht weit vom Kelingking gibt es außerdem den Broken Beach, eine kreisförmige Bucht mit einem kunstvollen Bogen über dem perfekten blauen Wasser. Sie ist leicht zu besuchen und eignet sich gut für einen entspannten Spaziergang. Einige Meter weiter findet ihr auch schon das nächste Naturspektakel: Der Angel Billabong ist ein natürlicher Infinity-Pool, in dem bei Ebbe im kristallklaren Wasser gebadet werden kann.

Lage

Praktische Links

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