Wilhelmstein: Deutschlands kleinste bewohnte Insel

Fasziniert schweift mein Blick über die sternförmige Insel im Norden Deutschlands und das ruhige Wasser, das uns umgibt. Von hier oben erhalten wir eine faszinierende Aussicht über das Steinhuder Meer in Niedersachsen. Die Insel Wilhelmstein ist eine einzigartige Sehenswürdigkeit in der Region, auf der man nicht nur bei einem gemütlichen Picknick zur Ruhe finden kann. Ich nehme dich mit auf einen Ausflug zur kleinsten bewohnten Insel Deutschlands.

Lohnt sich ein Besuch der Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer?

Die künstlich angelegte Insel Wilhelmstein liegt inmitten des 29,1 km² großen Steinhuder Meers in Niedersachsen, das zu den größten Seen Deutschlands gehört. Die Insel wurde ab 1761 von Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe einst als Festung, Militärschule und Forschungszentrum erbaut. Außerdem wurde von 1765 bis 1767 die Sternschanze gebaut, eine Landesfestung der Grafschaft Schaumburg-Lippe für militärische Zwecke in Form eines Sterns. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die 1,25 ha große Insel Wilhelmstein zu einer Gefängnisinsel.

Heutzutage ist sie geprägt durch die historische Festungsanlage, die in Europa einmalig ist. Außerdem dient sie als Refugium, Hotel, Eventlocation und beliebtes Ausflugsziel. Das Steinhuder Meer rund um die Insel Wilhelmstein ist besonders bei Aktivtouristen beliebt, denn durch die idealen Bedingungen ist die Region zum Segeln, SUPen, Kanufahren und Kite- oder Windsurfen geeignet. Außerdem findet man zahlreiche Rad- und Wanderwege durch das Naturschutzgebiet im Naturpark Steinhuder Meer.

Fototipp: Ein gutes Foto von der Insel Wilhelmstein erhält man bereits bei der An- oder Abreise, denn vom Wasser aus lässt sich die Insel in ihrer gesamten Größe abbilden. Außerdem kann man vom Turm der Festungsanlage verschiedene Bereiche der Insel aus der Vogelperspektive einfangen.

Anreise zur Insel Wilhelmstein

Lage:Steinhuder Meer
Anreise:per Boot von Steinhude
Must-Do:Picknicken & Museumsbesuch
Einwohner:4
Besonderheit:Kleinste bewohnte Insel Deutschlands

Um zur Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer zu gelangen, kann man zu den Ortschaften Steinhude oder Mardorf anreisen. Von Hannover dauert das ca. eine halbe Stunde. In beiden Ortschaften stehen eine Vielzahl an Parkmöglichkeiten zur Verfügung.

Die Anreise zur Insel Wilhelmstein erfolgt mit Booten ab Steinhude bei dem Bootsanleger Strandterrassen, die mehrmals täglich pendeln. Alternativ ist auch eine Überfahrt von Mardorf vom Bootsanleger Jugendherberge/Pilz aus möglich.

Für die Überfahrt empfehle ich die traditionellen Auswanderer, offene Segeljollen. Alternativ gibt es auch Linienschiffe zu festen Zeiten oder elektrische Boote, die man sich für eine Überfahrt in Mardorf mieten kann. Rund 25 Minuten dauert die Überfahrt mit den Auswanderern, bis man zur Insel Wilhelmstein gelangt.

Wetterfeste Kleidung mitbringen und Boot-Tickets vor Ort kaufen

Wer auf der Insel übernachten möchte, sollte seinen Ausflug rechtzeitig im Insel Resort Wilhelmstein buchen, da die Kapazitäten begrenzt sind. Außerdem ist es hilfreich, sich im Vorfeld über aktuelle Events auf der Insel zu informieren, um entweder viele Touristenmengen zu vermeiden oder an speziellen Events teilnehmen zu können.

Für den Besuch empfehle ich wetterfeste Kleidung, denn durch die Größe des Steinhuder Meers kann es oftmals (vor allem bei der Überfahrt mit einem Auswanderer) windig sein. Um die aktuelle Wetterlage zu checken, gibt es sogar eine Live-Cam. Wir wollten auf der Insel picknicken und haben daher ausreichend Verpflegung und eine Decke eingepackt.

Auf der Insel findet man nahe des Bootsanlegers einen Kiosk, bei dem man verschiedene Getränke und auch kleine Speisen kaufen kann. Eigene Verpflegung ist daher nicht zwingend notwendig, ein Picknick aber trotzdem sehr empfehlenswert. Für den Besuch der Festung zahlt man eine kleine Gebühr am Kiosk. Ältere Besucher sollten sich bewusst sein, dass für den Besuch des Aussichtsturms und der Keller einige Treppen begangen werden müssen.

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Mit dem offenen Auswanderer beginnt der Ausflug

Nachdem wir auf dem großen Parkplatz in Steinhude geparkt haben, laufen wir zu den Strandterrassen. Gemächlich schlendern Touristen an der Promenade an uns vorbei und wir tauchen direkt in das Urlaubsfeeling am Ufer des Steinhuder Meers ein.

Am Ticketschalter werden wir von einem Kapitän einer Segeljolle freundlich gefragt, ob wir bei ihm mitfahren wollen. Der Kapitän erzählt uns auf der Überfahrt vom angrenzenden Naturpark und davon, dass die Insel Wilhelmstein nur 120 x 120 Meter groß ist und dass das Steinhuder Meer durchaus zu Fuß durchquerbar wäre, da es nur eine durchschnittliche Tiefe von 1,20 Meter hat!

Während der Fahrt sieht man die Insel inmitten des Binnensees immer näher kommen. Fasziniert erkenne ich, wie klein die Insel ist, aber dass dennoch mehrere Gebäude und die Festungsanlage kompakt beieinander liegen. Bereits die Überfahrt ist ein volles Erlebnis!

Picknick auf der Insel Wilhelmstein

Obwohl die Insel so klein ist, frage ich mich mit dem ersten Schritt auf der Insel: Werden wir genug Zeit haben? Denn es gibt so viel zu entdecken. Die imposante Festungsanlage ist unverkennbar, doch wir spazieren zuerst gemütlich auf einem Kiesweg entlang des Wassers und der grünen Wiesen.

Unter Bäumen gibt es viele Sitzmöglichkeiten und Rastplätze, kleine Ausstellungen, Kunstobjekte und ehemalige Kanonenplätze. Die Insel lädt zweifellos zum Entspannen ein und fühlt sich an wie eine kleine Oase. Neben weißen, maritimen Gebäuden, in denen sich die Hotelzimmer und Tagungsräume befinden, gibt es einen Sandstrand mit bequemen Liegestühlen!

Neugierig besichtigen wir auch den kostenlosen Ausstellungsraum Naturpark Steinhuder Meer und die Eventbühne. Auch beim Inselkiosk vor der Festungsanlage kann man es sich bequem machen. Wir suchen uns einen gemütlichen Platz nahe dem Wasser und picknicken entspannt – mit der frischen Luft und den schwankenden Segelbooten in der Ferne ist das nur zu empfehlen! Dann sind wir bereit, in den historischen Teil der Insel einzutauchen.

Spektakulärer Keller & Aussicht von der Festungsanlage

Neugierig betreten wir über ein Drehkreuz den Keller, während uns kleine Schwalben entgegenfliegen. In den kühlen Räumen stehen alte Kanonen und Munition, außerdem sieht man ehemalige Kasematten der Soldaten sowie die Wohnräume der Festungskommandanten und Offiziere.

Super spannend, sich in diese alten Zeiten hineinzuversetzen. Besonders gefällt mir, dass man sogar gräflich heiraten kann, da es in der Festungsanlage ein Standesamt gibt. Neugierig schaue ich in das traditionelle Zimmer mit einer ritterlichen Einrichtung.

Über eine Holztreppe erreicht man dann den höchsten Punkt der Insel – den Aussichtsturm! Was für eine herrliche Aussicht! Einige Minuten verbringen wir hier oben und beobachten das Geschehen auf der Insel und die Boote auf dem Wasser. Ich bin mir sicher, dass ich hier bald wieder mit anderen Freunden und Familie herkommen werde und kann es euch auch nur ans Herz legen.

Während wir die Festung verlassen und zurück zu den Booten schlendern, stelle ich mir vor, wie cool es sein muss, über Nacht auf der kleinen Insel zu bleiben und viele Sterne zu beobachten. Wer nach einer außergewöhnlichen Unterkunft sucht, ist an diesem Ort in Niedersachsen definitiv an der richtigen Stelle.

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Fazit

Wer das Steinhuder Meer besucht, sollte auch unbedingt einen Ausflug auf die Insel Wilhelmstein machen! Egal ob alleine, mit Freunden, als Paar oder gemeinsam mit der Familie und Kindern – durch die verschiedenen Attraktionen ist für jeden etwas dabei. Das Erlebnis startet schon mit der Überfahrt zur Insel und fasziniert durch den spektakulären Festungskeller, den Aussichtsturm und die besondere Größe und Lage.

Nach oder vor dem Inselbesuch bietet das Steinhuder Meer noch weitere Highlights. Schlendern durch die Promenade in Steinhude, einkehren in einem traditionellen Fischrestaurant oder eine Fahrradtour vorbei an Heide und entlang von Mooren.

Lage

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