Wir sind schon eine ganze Weile unterwegs, als sich zwischen den Bäumen der erste freie Blick auf den Wolfgangsee eröffnet. Tiefblau liegt er unter uns, dahinter ragt der Schafberg markant in den Himmel. Der Anstieg zur Bleckwand ist zwar durchgehend steil, aber genau die Art von Wanderung, bei der man sich Schritt für Schritt dem Top-Ausblick nähert. Meine Vorfreude auf das sogenannte „Ofenloch“ steigt. Kann man hier oben wirklich so eindrucksvoll durch ein Felsloch auf den See blicken? Das Salzkammergut hält so manche Überraschung bereit.
Lohnt sich die Wanderung auf die Bleckwand?




Mit knapp 1.000 Höhenmetern und einer Gesamtstrecke von über elf Kilometern ist die Bleckwand eine durchaus fordernde Wanderung im Salzkammergut. Der Weg führt von Strobl aus über abwechslungsreiche Waldpfade und steiles Almgelände bis hinauf auf 1.516 Meter Seehöhe. Die Tour ist technisch unschwierig, verlangt aber eine gute Grundkondition.
Belohnt wird man mit mehreren schönen Aussichtspunkten auf den Wolfgangsee, das markante Felsloch nahe des Gipfels sowie mit einem großartigen Panoramarundblick vom Schafberg bis hin zum Dachstein-Gletscher. Mit der optionalen Auffahrt über die Mautstraße zu einem höher gelegenen Parkplatz eignet sich die Bleckwand auch für Familien oder weniger sportlich Ambitionierte.
Fototipp: Das Felsloch lässt sich perfekt direkt vom Wanderweg aus fotografieren. Haltet die Kamera nicht zu hoch, damit der Wolfgangsee noch gut durch das Ofenloch zu sehen ist. Vor allem bei Sonnenaufgang ist die Stimmung hier auf der Bleckwand toll – im Herbst liegt oft eine dicke Nebelschicht über dem Wolfgangsee.
Anreise nach Strobl am Wolfgangsee
| Ausgangspunkt: | Gschwendt Landauer |
| Höhenmeter: | 984 hm |
| Strecke: | 11,2 km |
| Schwierigkeit: | mittel |
| Felsloch-Name: | „Ofenloch“ |
Der Ort Strobl liegt am Ostufer des Wolfgangsees und ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Von München aus fährt man über die A8 Richtung Salzburg (Achtung: Vignettenpflicht!), nimmt die Ausfahrt Thalgau und folgt anschließend der gut ausgebauten Bundesstraße über Hof bei Salzburg und St. Gilgen bis kurz vor Strobl.
Je nach Verkehrslage sollte man mit einer Fahrzeit von rund 2 bis 2,5 Stunden rechnen. Direkt bei der Bushaltestelle „Gschwendt Landauer“ an der Wolfgangsee-Bundesstraße gibt es kostenlose Parkplätze. Sollten diese bereits voll sein, kann man auch direkt beim Schranken zur Mautstraße für ein paar Euro das Auto abstellen.
Gut zu wissen: Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert hier wirklich hervorragend. Vom Salzburger Hauptbahnhof fahren regelmäßig Busse (Linie 150) direkt nach Strobl. Die Wanderung startet dann direkt bei der besagten Bushaltestelle, was die Bleckwand zu einer idealen Öffi-Tour im Salzkammergut macht.
Gute Grundkondition erforderlich
Auch wenn die Bleckwand technisch keine schwierige Wanderung ist, sollte man die insgesamt 984 Höhenmeter nicht unterschätzen. Der Anstieg ist über weite Strecken gleichmäßig steil, weshalb eine gute Grundkondition wichtig ist. Feste Wanderschuhe sind Pflicht, vor allem auf den wurzeligen Waldpfaden und im steileren Almgelände.
Ausreichend Wasser und ein paar Snacks sollten unbedingt im Rucksack sein, da es erst an der Bleckwandhütte, etwa 200 Höhenmeter unterhalb des Gipfels, eine Einkehrmöglichkeit gibt. An sonnigen Tagen kann es im unteren Waldbereich schnell warm werden, während es am Gipfel oft deutlich windiger ist. Deshalb gehört eine leichte Jacke ebenfalls zur Ausrüstung. Wer früh startet, profitiert vor allem im Sommer von angenehmeren Temperaturen und mehr Ruhe am Fotospot, dem Felsloch.
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Steiler Aufstieg mit Schafberg-Blick
Von der Bushaltestelle in Strobl aus folgen wir zunächst 1,5 Kilometer der asphaltierten Mautstraße, bevor wir am Wegweiser links in den Wald abzweigen. Hier wird die Wanderung gleich steiler, und ich komme allmählich ins Schwitzen. Zwischen Wurzeln und Felsen wandern wir etwa 1 bis 1,5 Stunden hinauf zur Unteren Bleckwandalm auf 1.050 Metern. Zeit für eine kurze Verschnaufpause, um den ersten tollen Ausblick zu genießen!
Der Wolfgangsee liegt tiefblau unter uns, und dahinter erhebt sich der markante Schafberg. Dieser Anblick gibt mir noch einmal einen guten Motivationsschub für die zweite Wegstrecke. Weiter geht’s! Durch den schattigen Wald gelangen wir zur neu renovierten Bleckwandhütte. Leider hat sie gerade geschlossen, aber ab Frühjahr 2026 ist sie wieder bewirtschaftet.
Top-Seeblick durch das „Ofenloch“
Jetzt ist es nicht mehr weit – doch unmittelbar vor dem Gipfel wird es richtig spannend. Durch das sogenannte „Ofenloch“ eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf den Wolfgangsee. Das Felsloch liegt direkt am Wanderweg und wirkt auf den ersten Blick fast unscheinbar. Erst beim Vorbeigehen erkennt man die besondere Felsform. Wenn man vorsichtig ist, kann man sogar über den Felsbogen hinübergehen und die Aussicht von oben genießen.
Die umliegenden Gipfel des Salzkammerguts rahmen das Panorama perfekt ein. Nur ein paar Schritte weiter steht auf 1.516 Metern ein einfaches, hölzernes Gipfelkreuz; der beste Platz für die Gipfeljause! Ich erkenne den Dachstein mit seinem Gletscher in der Ferne, und gleich neben uns winkt der Sparber mit seiner lustigen Form herüber. Hier lässt es sich gut eine Weile aushalten, bevor es wieder an den Abstieg geht.
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Fazit
Für den Abstieg folgt man einfach dem Aufstiegsweg zurück nach Strobl. Wer die kürzere Variante über die Mautstraße wählt, kann sich an der Bleckwandhütte mit den Wanderern aus dem Tal treffen und gemeinsam zum Gipfel aufsteigen. Das spektakuläre Panorama des Felslochs macht diese Tour zu etwas ganz Besonderem im Salzkammergut.
Wer am Wolfgangsee noch weitere Wanderungen unternehmen möchte, kann auf den benachbarten Sparber über die 20 Meter lange Eiseilleiter klettern oder eine der vielen Routen auf den Schafberg wählen. Dort fährt sogar die steilste Zahnradbahn Österreichs hinauf. Wem diese Felsloch-Formationen gefallen, der findet am Loser im Ausseerland ein ähnliches Fenster.
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