Vom Parkplatz nach oben gesehen dachte ich zuerst, „Oh Gott, das wird ein langer Aufstieg“, aber der Reiz durch eine Himmelspforte zu steigen, hebt meine Motivation gleich wieder an. Zudem ist das Salzkammergut in Österreich für sein herrliches Bergpanorama und Tiefblicke auf zahlreiche Seen weit bekannt. Ob sich die Wanderung zur Himmelspforte am Schafberg wirklich lohnt, verrate ich euch in meinem Tourenbericht.

Lohnt sich die Wanderung zum Schafberg?

Der Schafberg ist mit seinen senkrecht abfallenden Nordabstürzen ein äußerst markanter Gipfel. Der Berg liegt genau auf der Grenze zwischen Salzburg und Oberösterreich. Den Gipfel kann man bequem mit der Schafbergbahn aus St. Wolfgang oder über verschiedene Wanderwege erreichen. Wir haben uns für eine anspruchsvolle Wanderung samt Klettersteig durch die Himmelspforte über die Nordseite entschieden. Die Tour ist mit 13 Kilometern und einer Gehzeit von 4,5 Stunden angegeben.

#salzkammergut #wandern

Instatipp: Den Moment, wenn man durch die Himmelspforte steigt, hält man am besten ab den letzten Stufen der Seilversicherungen fest. So erwischt man bei geeignetem Sonnenschein genau, wie der Tourenpartner „den Himmel betritt“.

Anreise nach Unterach

Es gibt mehrere Ausgangspunkte für diese Wanderung. Wir starten auf dem Parkplatz Adlerstein entlang der Mondseestraße kurz vor Unterach am Attersee. Nach nur wenigen hundert Metern auf der Forststraße folgen wir der Beschilderung Eisenaueralm und Schafberg in zahlreichen Serpentinen durch den Wald nach oben auf die ca. 1.000 Meter hochgelegene Alm. Hinter der urigen Eisenaueralm geht es dann weiter steil durch den Wald hinauf zum malerischen Suissensee.

Ausgesetzter Wanderweg im oberen Teil

Länge:13 km
Dauer:4,5 Std.
Höhenmeter:1.385 m
Schwierigkeit:Mittel
Beste Jahreszeit:April bis Oktober

Spätestens ab hier sind wir über unser gutes Wanderschuhwerk und Stöcke froh, denn der Boden ist nordseitig ziemlich feucht. Auch die wärmere Jacke wird im Schatten angezogen. Ein Blick auf die bereits zurückgelegten Höhenmeter auf der Uhr sagt uns, dass es nur noch knapp 400 bis zum Schritt durch die Himmelspforte sein sollen. Allerdings müssen wir noch weit nach Westen queren und ein kurzes ausgesetztes, mit Drahtseilen versichertes Wegstück, nach oben steigen. Hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefordert.

Die Sonne mitten im Gesicht

„Ich seh‘ die Pforte“, höre ich meinen Tourenpartner Mike rufen. Ich steige die letzten Stufen zu ihm hinauf und stehe nun auch direkt vor dem Holzschild mit der Aufschrift „Himmelspforte“. Links und rechts ist es an den Felsen befestigt und man kann wie durch eine Schlucht auf die andere Seite hindurchgehen. Ich weiß leider nicht, woher der Name stammt, aber wenn man von der kalten Nordseite auf die Südseite des Schafberges geht, hat man plötzlich die Sonne mitten im Gesicht – wie man sich eben so den Himmel vorstellt.

Grandioser Ausblick auf sieben Seen

Auf der anderen Seite angekommen, erblicken wir auch das hölzerne Gipfelkreuz des Schafberges, welches am Felsrand auf 1.782 Meter Seehöhe steht. In der Nähe befindet sich auch das Gipfelrestaurant und das Hotel Schafbergspitze, in dem man übernachten kann. Von hier oben hat man eine Aussicht auf sieben Seen, darunter den Fuschlsee, den Mondsee, den Attersee und den Wolfgangsee. Auch das Dachsteinmassiv und der Watzmann ist in der Ferne zu sehen. Die Tiefblicke sind uns allerdings an diesem Tag durch dichten Nebel verwehrt. Aber genau dieses beeindruckende Nebelmeer gibt uns noch mehr das Gefühl, im Himmel angekommen zu sein.

Fazit

Durch die Himmelspforte hindurch pfeift der Wind herauf und wir beschließen ziemlich rasch wieder den Rückweg anzutreten. Wir entscheiden uns für denselben Abstiegsweg wie im Aufstieg, denn die Alternativvariante über den Purtschellersteig ist uns für unsere Nachmittagswanderung etwas zu lange. Ich hätte nicht gedacht, dass die Himmelspforte wirklich so etwas Besonderes ist. Das wird einem erst richtig bewusst, wenn man nach der Anstrengung direkt in der Himmelspforte steht und die Sonnenstrahlen im Gesicht spürt. Ein ziemlich cooler Ort.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Der Steig ist in den Wintermonaten gesperrt und es ist auch nicht ratsam, diesen bei Schnee zu begehen, da viel Wasser über die Felsen runterkommt und das Ganze sehr schnell eisig werden lässt. Für Ungeübte ist auch der Aufstieg bei trockenen Verhältnissen nicht ungefährlich, da Trittsicherheit und Schwindelfreiheit an manchen Stellen durchaus gefordert werden. Der bequemste Weg, um auf den Schafberg zu gelangen, ist hingegen eine Fahrt mit der steilsten Dampf-Zahnradbahn in Österreich. Seit 1893 führt die Schafbergbahn von St. Wolfgang bis zur Schafbergspitze.

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