Über den Dächern Eisenachs erhebt sich die Wartburg. So sind die altertümlichen Mauern, die bereits so viel Geschichte erlebt haben, schon von Weitem zu sehen. Wenig später laufe ich durch den alten Burghof. Durch einen Burghof, durch den auch schon die heilige Elisabeth, Luther und Goethe spaziert sind. Das ist schon ein besonderes Gefühl. Ich habe die Wartburg besucht und nehme euch mit auf eine Führung durch das UNESCO Weltkulturerbe.

Lohnt sich ein Besuch auf der Wartburg?

Die Wartburg wurde 1.067 gegründet. Von 1211 bis 1227 hat hier die heilige Elisabeth gelebt. Nach dem Reichstag zu Worms fand Reformator Luther in der Burg Schutz und übersetzte während seines Aufenthalts im Jahre 1521/1522 das Neue Testament in 10 Wochen ins Deutsche. Auch Goethe kam mehrfach, um von der Burg aus Wetterbeobachtungen anzustellen. Die Festung, wie sie heute zu sehen ist, ist jedoch zum größten Teil im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut worden. Heutzutage ist die Burg Museum und Veranstaltungsort. Der Festsaal, in dem durch die gute Akustik Konzerte aufgeführt werden, gilt übrigens als Vorbild des Festsaals von Schloss Neuschwanstein.

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Instatipp: Etwa 10 Minuten Fußweg entfernt liegt der Metilstein, der Hausberg von Eisenach. Der kurze Abstecher lohnt sich. Denn auf dem Felsvorsprung habt ihr einen super Blick auf die gesamte Burganlage. Das eignet sich hervorragend für Fotos.

Anreise zur Wartburg

Die Wartburg liegt etwa eine viertel Stunde Fahrt im Auto vom Ortskern Eisenachs entfernt. Durch einen Waldweg gelangt ihr zum Parkplatz. Hier müsst ihr eine Schranke passieren. Parken kostet nämlich 5 Euro. Vom Bahnhof aus könnt ihr auch mit der Buslinie 3 zur Wartburg hinauffahren. Dann geht es zu Fuß etwa 500 Meter und ein paar Stufen weiter zur Wartburg hinauf. Falls es regnet oder ihr es euch einfacher machen wollt, gibt es vom Parkplatz aus auch einen Taxishuttle, der euch direkt zum Eingang der Wartburg bringt. So könnt ihr euch die 10 Minuten Fußweg sparen.

Herrschaftlicher Innenhof

Ich bin gefühlt der erste Besucher, der heute über die hölzerne Brücke und den steinernen Torbogen in den Innenhof läuft. Außer mir ist noch niemand hier. Einzig in einem Taubenschlag herrscht Leben. Die vier weißen Vögel lenken kurz meine Aufmerksamkeit auf sich. Ansonsten genieße ich die Ruhe des geschichtsträchtigen Gebäudes. Die dicken Mauern wirken friedlich und schaffen ein Gefühl von Geborgenheit. Mit der Ruhe ist es jedoch genauso schnell wieder vorbei. Ein Schulklasse marschiert ein. Gefolgt von weiteren Touristen. Die Wartburg ist eben eine der Top-Attraktionen in der Umgebung.

Mit Führung durch Festsaal und Lutherstube

Wer nicht nur den Hof, sondern auch die Innenräume besichtigen möchte, muss an einer Führung teilnehmen. Führungen durch die Wartburg gibt es im Sommer täglich von 8:30 Uhr bis 17:00 Uhr und kosten für einen Erwachsenen 10 Euro. Schüler zahlen nur die Hälfte und Kinder unter 6 Jahren sind sogar komplett frei. Dabei werden der Palas, also das Hauptgebäude mit dem eindrucksvollen Festsaal, die Lutherstube sowie das Museum besichtigt. Für Familien gibt es eine spezielle Familienführung, die auch für den Nachwuchs verständlich ist und insgesamt eine Stunde dauert.

Wahnsinns Aussicht vom Bergfried

Während unseres Aufenthalts auf der Wartburg haben wir die Möglichkeit, den Bergfried zu besichtigen. Der Turm ist nur ausnahmsweise geöffnet und so steige ich die vielen Stufen der schmalen Wendeltreppe nach oben. Einige Höhenmeter später habe ich einen Drehwurm, steh aber endlich oben. Unterhalb des vier Meter hohen goldenen Kreuzes. Die Aussicht ist sensationell. Ich blicke über ganz Eisenach hinweg, sehe das Opel-Werk und das alte Villenviertel. Dann schweift mein Blick weiter in die Ferne. Die Drachenschlucht ist zu erahnen. Und ganz im Hintergrund muss irgendwo meine Heimat, die Rhön, liegen. Mindestens genauso gut ist die Aussicht übrigens am öffentlich zugänglichen Südturm.

Fazit

Ich liebe es, alte Burgen und Schlösser zu besuchen. Es lohnt sich allein der Architektur wegen. Und dann finde ich es natürlich auch immer spannend, zu sehen, wie die Menschen früher gelebt haben. In der Wartburg lohnt sich deshalb vor allem der Besuch des Festsaals und der Lutherstube. Beides ist noch so erhalten, dass man sich mit ein bisschen Fantasie die Räume auch zu damaliger Zeit vorstellen könnte. Mittags sei es allerdings am vollsten. Und auch in den warmen Sommermonaten zur Ferienzeit ist viel los. Wenn ihr die Burg lieber nahezu alleine erleben wollt, solltet ihr entweder früh anreisen, oder einen Besuch in der Nebensaison planen.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Wer herrschaftlich übernachten möchte, kann direkt an der Wartburg einchecken. An die alten Gemäuer grenzt ein nobles Hotel an. Das Romantik Hotel ist sogar ein 5-Sterne-Haus. Dort haben wir allerdings nicht geschlafen. Stattdessen ging es für uns nach dem Besuch auf der Wartburg wieder nach Eisenach zurück. Mitten in der Stadt steht das Steigenberger Hotel Thüringer Hof mit Aussicht über die Altstadt. So waren auch die anderen Sehenswürdigkeiten rund um Eisenach wie der Rennsteig, die Drachenschlucht und der Nationalpark Hainich gut erreichbar.

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