Eindrucksvoll erheben sich moosbewachsene Wände rechts und links des Weges. Unter meinen Füßen plätschert Wasser. Ich bin in Thüringen unterwegs. Genauer gesagt befinde ich mich in der Drachenschlucht unweit von Eisenach. Hier hat sich das Wasser schon vor Millionen Jahren einen Weg durch die Gesteinsschichten gebahnt. Heutzutage kann die Klamm besichtigt werden und zählt zu den sehenswertesten Orten im nördlichen Teil des Thüringer Walds.

Lohnt sich die Wanderung durch die Drachenschlucht?

Die Drachenschlucht ist vor über 250 Millionen Jahren entstanden und zählt heute zu den beliebtesten Ausflugszielen rund um Eisenach. Der 2,5 Kilometer Weg führt durch die enge Schlucht und ist an der schmalsten Stelle nur 68 cm breit. Platzangst sollte man wohl keine haben. Das ist aber auch die einzige Schwierigkeit. Ansonsten lädt sie Besucher zum Staunen ein und bietet Flechten, Moosen und einigen besonderen Kleintieren eine Heimat. Der Eintritt ist kostenlos.

#thüringerwald #wandern

Instatipp: An der engsten Stelle der Schlucht entstehen die imposantesten Fotos. Vor allem, wenn man schräg von unten fotografiert und die Wände schier endlos in den Himmel ragen.

Anreise zur Drachenschlucht

Die Drachenschlucht kann sowohl vom Mariental als auch von der Hohen Sonne aus begangen werden. Der Einstieg liegt an der B19 nur knapp einen Kilometer vom Ortsschild Eisenachs entfernt. Direkt gegenüber der Klamm ist der Seitenstreifen der Bundesstraße zum Parken freigegeben. Parkgebühr fällt nicht an. Ihr könnt jedoch auch mit dem Bus anreisen. Ab dem Hauptbahnhof fahren die Linien 11 und 31 zu den Stationen Mariental und Hohe Sonne alle 20 bis 30 Minuten. Die Fahrt dauert rund 10 Minuten.

In der Klamm ist es immer feucht

Ein geschnitzter Drache markiert den Weg, den wir einschlagen müssen. Nur wenige Meter weiter passieren wir einen Torbogen, auf dem in großen Lettern Drachenschlucht steht. Der Boden ist matschig. Obwohl die Strecke durch die Schlucht nicht sonderlich lang ist, empfehle ich Wanderschuhe. Auch Regenbekleidung ist sinnvoll. Die Schlucht ist selbst bei schönem Wetter feucht. Und dadurch, dass es so schmal ist, streift man ab und an die Wände, die voller Wassertropfen sind. Ansonsten ist der Weg gut ausgebaut und leicht zu begehen.

Kleiner Wasserfall am Wegesrand

Nach den ersten Metern durch den Wald entlang des Baches wird der Pfad von einem Steg abgelöst und plötzlich ragen die ersten Felsen in die Höhe. Ein Plätschern ist zu hören. Denn die Felswände beherbergen einen kleinen Wasserfall, der in ein rundes Becken tröpfelt. Das ist aber erst der Anfang des Naturschauspiels. Immer tiefer geht es durch die schmaler werdenden Wände hinein in die Drachenschlucht. Teilweise drehe ich mich zur Seite, weil ich das Gefühl habe, dass ich sonst mit den Schultern an den Felsen hängenbleibe.

Imposante Engstelle in der Schlucht

An der schmalsten Stelle bleibe ich stehen. Taste mit den Händen die moosbewachsenen, feuchten Wände ab und lasse den Blick nach oben gleiten. Die Schlucht überragt mich um einige Meter. Darüber ist blauer Himmel zu sehen. Hier unten ist es aber schattig. Es ist, als wäre ich in eine andere Welt eingetaucht und es wirkt beinahe mystisch. Das liegt vielleicht auch am Namen der Klamm. Der Name der Drachenschlucht geht auf die Sage zurück, dass in den feuchten Gängen der Schlucht der Lindwurm, ein drachenartiges Fabelwesen, gehaust haben soll.

Fazit

Unglaublich, dass so ein Ort mitten in Deutschland liegt. Ein Besuch der Drachenschlucht lohnt sich definitiv. Im Frühling war es noch recht frisch. Warme Kleidung ist sicher auch im Sommer nicht verkehrt, weil hier kein Sonnenlicht einfällt. In der Hauptsaison kann es außerdem mit dem Gegenverkehr schwierig werden. An den schmalen Stellen ist es teilweise nicht möglich, aneinander vorbeizugehen. Für einen ruhigen Besuch solltet ihr euch besser morgens, abends, oder abseits der Ferienzeiten auf den Weg machen. Und vergesst die Kamera nicht. Diese Perspektive wollt ihr festhalten, glaubt mir!

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Die Drachenschlucht ist nicht die einzige Attraktion rund um Eisenach. Vom Ausgang der Schlucht führt ein Wanderweg über 3 Kilometer zur Wartburg hinauf, wo Martin Luther die Bibel übersetzt hat. Die Festung, die schon seit 1.000 Jahren existiert, nimmt euch mit auf eine geschichtliche Zeitreise. Aber selbst, wenn ihr die Burg nicht von innen besichtigen wollt, könnt ihr von dort oben das Umland überblicken. Das lohnt sich auch, weil rundherum fast alles flacher ist. Ein weiterer Aussichtspunkt in der Nähe ist der Metilstein. Der liegt nur 10 Minuten Fußweg vom Parkplatz der Wartburg entfernt.

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