Wie Halong Bay, nur besser. Und an Land. So könnte man Trang An in der Region Ninh Binh in Vietnam beschreiben. Dort stehen nämlich die gleichen beeindruckenden Felsformationen, allerdings wird das Gebiet nicht mit massigen Kreuzfahrtschiffen befahren, sondern in Ruderbooten, die selbst mit Muskelkraft angetrieben und wunderbar nah an der Natur dran sind.

UNESCO-Welterbe Trang An: Die trockene Halong Bay

Die Region Trang An unweit von Ninh Binh ist wegen ihrer besonderen Felsformationen und der teilweise gefluteten Höhlen ein beliebter Ausflugsort für Touristen in Vietnam.

Seit 2014 zählt es zu den UNESCO-Natur- und Kultur-Denkmälern und ist damit das erste Welterbe des Landes in beiden Kategorien. Vor Ort, knapp 100 Kilometer von Hanoi entfernt, werden mit den Ruderbooten drei verschiedene Touren angeboten, die zwischen 2 und 3 Stunden dauern.

Um diesen einzigartigen Ort zu schützen, wird auf die umweltfreundliche Art des Tourismus geachtet. Motorisierte Boote sind in den Gewässern nicht zugelassen. Als trockene Halong Bay wird dieser Ort übrigens bezeichnet, weil im Verhältnis zur originalen Halong Bay doch deutlich weniger Wasser vorhanden ist.

Früh aufstehen lohnt sich

Lage:Ninh Binh
Preis:ca. 15 Euro
Zeit:1 bis 3 Std.
Must-See:Viewpoint Mua Cave
Beste Reisezeit:Sep. bis Dez.

Schon bei der Anfahrt sind die Felsen abseits der Straße zu sehen, die bis zu 70 Meter hoch plötzlich und unerwartet aus der flachen Landschaft aufragen. In Trang An selbst bildet ein majestätischer Tempel den Eingang zu dem Gewässer und Höhlensystem, das mit den Booten befahren wird.

Selbst am frühen Morgen stehen bereits, wenn auch noch kurze, Schlangen an den Kassen. An den Stegen liegen 2.000 Boote vor Anker, es ist also leicht, sich vorzustellen, wie voll es gegen Mittag hier werden wird.

Ich hab mich übrigens für die Anfahrt von Hanoi mit dem Auto am frühen Morgen entschieden. Wer möchte, kann aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und dann eine Nacht in Ninh Binh verbringen.

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3 Stunden rundern durch 9 Höhlen

Während ich mich noch frage, wie unsere Kapitänin, eine kleine, zierliche Vietnamesin, mich und zwei weitere, recht kräftige Männer samt Boot bewegen will, erübrigt sich die Überlegung auch schon, weil sie uns allen ein Paddel in die Hand drückt.

Trotz der frühen Morgennebel, die die Sonne verdecken, wird mir schnell warm. Wir rudern vorbei an grünen Feldern, sanften Hügeln und sehen in der Ferne schon die ersten Tempel auftauchen, die direkt am Ufer liegen. Das Wasser ist derart klar, dass ich bis auf den Grund sehen und Fischschwärme beobachten kann.

Der erste Höhleneingang ist so knapp über dem Wasser, dass die erste Reihe der Fahrgäste schon einmal vorsorglich den Kopf einzieht. Während wir durch die hängenden Tropfsteine hindurchnavigieren, heißt es immer wieder auch den Körper zu verrenken, damit alle unbeschadet wieder aus der Höhle herauskommen.

Stufen hinauf zum Viewpoint Mua Cave

Eine weitere Attraktion in der Region ist der Aussichtspunkt Mua Cave. Nur ein paar Stufen, wie schlimm kanns schon werden? Nach den etwa zehn ersten Stufen bin ich schon nass geschwitzt und stolpere ständig, weil der Schrittabstand für jeden Absatz ein anderer zu sein scheint.

Um mich herum arbeiten sich Frauen in den schönsten Brautkleidern die Treppen hinauf, gefolgt von einer ganzen Mannschaft von Assistentinnen, die die Schleier und Schleppen tragen. Immer wieder müssen sie Slalom laufen zwischen Posierenden, die sich vor der Aussicht von ihren Freunden fotografieren lassen.

Trotzdem ist der Blick beeindruckend. Massive Felsen erheben sich senkrecht aus sattgrünen Reisfeldern. Vögel fliegen umher und versuchen Mücken zu fangen, die jetzt am späten Nachmittag in Scharen in der Luft stehen. Bevor ich die ganze Szene aber würdigen kann, muss sich mein Puls erst einmal wieder normalisieren.

Fazit

Näher kann man der Natur in Vietnam kaum kommen.

Kein Laut ist zu hören, außer das sanfte Plätschern des Wassers. Auf den Wellen, die unser Boot verursacht, schaukeln weite Seerosen-Felder. Die Wälder ziehen sich so dicht an den Felsen empor, dass erst in großen Höhen die eigentlichen Steine zu erkennen sind.

Selbst wenn nach mehreren Stunden rudern meine Schulter allmählich anfängt, sich zu beschweren. Trotzdem bin ich mit jeder neuen Höhle wieder aufs neue begeistert, welche imposante Natur sich eröffnet, sobald wir aus der Dunkelheit wieder ins Licht fahren.

Lage

Praktische Links

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