Hexen, Druiden oder sogar Außerirdische? Es ranken sich viele Geheimnisse um die Externsteine, sozusagen das deutsche Stonehenge. Aber auch für Menschen, die vielleicht weniger spirituell interessiert sind als diejenigen, die sich zur Sonnenwende an den mystischen Steinen versammeln, so sind die Externsteine im Teutoburger Wald trotzdem einen Tagesausflug wert.

Mysteriöse Steintürme im Teutoburger Wald

Die Externsteine zählen zu bekanntesten Natur- und Kulturdenkmälern Deutschlands. Dennoch ist die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ‚ausbaufähig‘, deswegen ist sicher die Fahrt mit dem eigenen Auto zu empfehlen. Von dem Parkplatz sind es dann nur noch wenige Schritte einen Waldweg entlang, bevor sich der Wald auch schon öffnet und einen fantastischen Blick auf die gigantischen Felstürme freigibt, die bis zu 47 Meter in die Höhe ragen. Auch wenn der Entstehungszeitraum nicht ganz klar ist, so wird doch vermutet, dass es die Steine seit mehr als 110 Millionen Jahren (!) gibt.

Da jährlich eine halbe Million Besucher zu den Externsteinen kommen, lohnt es sich sicher, am Morgen früh aufzustehen, um noch ein wenig von der geheimnisvollen Atmosphäre zu erleben, bevor der Massentourismus einfällt. Wer die Felsen besteigen muss, muss allerdings eine Gebühr von 4 Euro bezahlen. Wanderungen im umliegenden Naturschutzgebiet sind jederzeit frei möglich.

Instatipp: Der Sonnenaufgang oder der Sonnenuntergang sind die idealen Augenblicke, um die mysteriöse Atmosphäre dieses besonderen Ortes einzufangen. Bei klaren Nächten entstehen auch wunderschöne Aufnahmen der Externsteine vor dem Sternenhimmel.

Über Treppen und Steinbrücken

Wer sich für das Besteigen entschieden hat, sollte keine Probleme mit Höhe haben, denn die Treppen und Steinbrücke, die die Felsen hinaufführen und die Giganten miteinander verbinden, sind nicht gerade breit und wenn jemand entgegenkommt, müssen sich beide ans Geländer gedrückt aneinander vorbeiquetschen. Allerdings stammt die Aussichtsplattform mit der Treppenanlage auch aus dem 19. Jahrhundert.

Lage:Horn-Bad Meinberg
Eintritt:4,-€ für Gipfelaufstieg
Öffnungszeiten:10-18 Uhr
Gruppenführung:Im Voraus buchen
Wandern im Naturschutzgebiet:Gratis

Auf der Spitze des höchsten Turmes kann man sich schon ziemlich gut vorstellen, dass dieser Ort in den Tiefen der Geschichte einmal einem Druiden dazu gedient hat, die Sterne zu beobachten und etwas daraus zu lesen. Bereits im 16. Jh. wurde vermutet, dass an den Externsteinen ein heidnisches Heiligtum zu einer christliche Stätte umfunktioniert wurde. Handelt sich also wirklich um eine heidnische, frühgermanische, keltische oder römische Kultstätte? Gerade zur Zeit des Dritten Reiches machte man sich hier auf die Suche nach Belegen germanischer Einflüsse, konnte aber nichts finden. Sicher ist nur, dass die Externsteine der Wissenschaft bis heute Rätsel aufgeben.

Höhenkammern, Grotten und Felsengrab

Dass die Steinfelsen von der einen oder anderen Kultur in der Vergangenheit genutzt wurden, dass lässt sich nicht bestreiten. Davon zeugt das Kreuzabnahmerelief, das in einen der Felsen eingearbeitet ist. Experten glauben, dass es aus der Zeit von ca. 1150 stammt.

Direkt dahinter befindet sich eine künstlich angelegte Grotte. Zu der Anlage gehören außerdem der Seiteneingang zur Kuppelgrotte mit den Resten der Petrusskulptur, ein offenes Felsengrab in einer Rundbogennische und eine Höhenkammer mit Altarnische. Es wird vermutet, dass es sich um die im Hochmittelalter nachgebildeten heiligen Stätten Jerusalems mit dem Grab Christi, der Kreuzauffindungsgrotte und dem Felsen Golgotha handelt.

Von den Externsteinen zum Hermannsdenkmal

Wer noch ein bisschen länger über die Geheimnisse der Externsteine nachdenken möchte, der kann dies auf einer Wanderung zum Hermannsdenkmal tun. Die Wanderung zu der Kolossalstatue ist knapp 11 km lang und kann in 3,5 Stunden geschafft werden. Der Weg mit dem Auto geht natürlich auch, allerdings fällt am Denkmal eine Parkgebühr von 4 Euro an. Mehr als 500.000 Besucher kommen jährlich, um das Hermannsdenkmal zu sehen, das 53 Meter über dem Teutoburger Wald aufragt und damit sogar die größte Statue Deutschlands ist.

Mittlerweile kann das Denkmal auch wieder bestiegen werden. Außerdem werden vor Ort Führungen angeboten. Die Kosten für die 45-minütige Tour betragen 5 Euro pro Person. Wer danach noch ein bisschen mehr Action möchte, probiert den Kletterpark am Fuß des Giganten aus.

Fazit

Besonders für alle, die Urlaub im eigenen Land machen, ihre Region erkunden oder Deutschlands Monumente besichtigen wollen, ist ein Ausflug zu den Externsteinen und dem Hermannsdenkmal sehr zu empfehlen. Gerade bei Besuchern, die ein bisschen was mit Fantasy, Mystik und geheimnisvollen Geschichten anfangen können, wird dieser einzigartige Art sicher einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen.

Wer lieber auf geschichtliche Fakten steht und anstatt Rätseln lieber bewiesene Ereignisse schätze, der kommt dann anschließend am Hermann auf seine Kosten. Und ein bisschen Bewegung im Naturschutzgebiet gibt es gleich gratis dazu.

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