Manchmal liegen die abwechslungsreichsten Reiseziele direkt vor der Haustür, so auch der Hunsrück. Das bewaldete Mittelgebirge erstreckt sich westlich von Frankfurt und bietet neben Ausflugszielen für Outdoorfans auch historisch interessante Orte wie Burgen. Zu den Attraktionen des Hunsrücks zählen darüber hinaus spektakuläre Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten der Superlative, darunter eine von Deutschlands längsten Hängeseilbrücken. Dies sind unsere Reisetipps für den Hunsrück.
Top-Sehenswürdigkeiten im Hunsrück im Überblick
Der Hunsrück ist ein 4.444 Quadratkilometer großes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands, das sich zwischen Frankfurt am Main und Trier erstreckt. Es liegt größtenteils in Rheinland-Pfalz, ein kleiner Teil reicht ins Saarland hinein. Eingerahmt wird der Hunsrück von Rhein, Mosel, Nahe und Saar. In der Region leben etwa 137.000 Menschen. Sie ist ein Outdoor-Paradies mit Wandermöglichkeiten im Nationalpark Hunsrück-Hochwald oder an der Traumschleife Baybachklamm.
Dazu kommen Highlights wie die Geierlay-Hängeseilbrücke, eine der längsten ihrer Art in Deutschland. Auch Burgenfans kommen auf ihre Kosten, denn im Hunsrück steht mit Burg Eltz nicht nur eine der ikonischsten Burgen des Landes, sondern es finden sich auch weitere sehenswerte Burgen wie Burg Kastellaun.
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#hunsrück
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1. Geierlay Hängeseilbrücke: Eine der längsten Hängeseilbrücken Deutschlands



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| Lage: | Mörsdorfer Bachtal |
| Länge: | 360 m |
| Eröffnet: | 2015 |
Die Geierlay-Hängeseilbrücke ist einer der spektakulärsten Fotospots im Hunsrück. Mit 360 Metern Länge spannt sie sich rund 100 Meter über das Mörsdorfer Bachtal zwischen Mörsdorf und Sosberg und gilt als eine der längsten Hängebrücken Deutschlands.
Ihr könnt die Brücke kostenlos und rund um die Uhr überqueren, sogar mit angeleintem Hund oder Kinderwagen. Rundherum warten gut ausgeschilderte Wanderwege. Eröffnet wurde die Geierlay 2015 nach mehreren Jahren Planung und Bauzeit. Tipp: Frühmorgens oder am späten Nachmittag ist es ruhiger und das Licht ideal für Fotos.
2. Burg Eltz: Eine der ikonischsten Burgen Deutschlands


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| Lage: | 150 km westl. v. Frankfurt |
| Erbaut: | ab 12. Jhd. |
| Must-See: | Schatzkammer |
Burg Eltz zählt zu den ikonischsten Burgen Deutschlands und liegt abgeschieden in einem bewaldeten Tal nahe der Mosel. Erbaut wurde sie ab dem 12. Jahrhundert. Sie überstand alle Kriege unbeschadet, was für eine Burg ungewöhnlich ist.
Bis heute befindet sie sich im Besitz derselben Familie. Auffällig sind die bis zu 35 Meter hohen Wohntürme, verwinkelten Erker und Fachwerke, die das Bild einer klassischen Ritterburg prägen. Bei einer Führung entdeckt ihr original erhaltene Räume aus mehreren Jahrhunderten und die Schatzkammer mit über 500 Exponaten aus neun Jahrhunderten.
3. Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Das große Natur-Highlight der Region


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| Fläche: | + 10.000 ha |
| Must-Do: | Wandern |
| Besonderheit: | ca. 100 Wildkatzen |
Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist das Natur-Highlight im Hunsrück und erstreckt sich über gut 10.000 Hektar in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Er gilt als Hotspot der biologischen Vielfalt mit alten Buchenwäldern, Hochlagen und seltenen Hangmooren.
Der Nationalpark beheimatet eine außergewöhnlich artenreiche Tierwelt, darunter etwa 100 Wildkatzen und Schwarzstörche. Mit etwas Glück entdeckt ihr sie beim Wandern, Radfahren oder Reiten. Vor allem ist der Nationalpark ein Wanderparadies mit mehreren Traumschleifen zwischen 7,5 und 14 Kilometern sowie vier Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs, der insgesamt 410 Kilometer misst.
4. Erbeskopf mit Hunsrückhaus: Der höchste Berg von Rheinland-Pfalz

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| Lage: | im NP Hunsrück-Hochwald |
| Höhe: | 816 m |
| Must-See: | Windklang-Skulptur |
Der Erbeskopf ist mit 816 Metern der höchste Berg in Rheinland-Pfalz und liegt im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Am Gipfel erwartet euch ein echtes Naturerlebnis mit Weitsicht und der markanten Windklang-Skulptur, die je nach Wetter ein anderes „Lied“ spielt.
Am Fuße des Berges befindet sich das Hunsrückhaus am Erbeskopf, das als Nationalparktor dient. Dort erwarten euch Ausstellungen, Rangerangebote und Informationen zur Region. Rund um den Erbeskopf gibt es Wanderwege, darunter eine etwa 8 Kilometer lange Rundtour zur Siegfriedquelle, sowie Freizeitangebote für Familien wie einen Hochseilgarten, einen Trailpark und eine Sommerrodelbahn.
5. Idarkopfturm: Einer der schönsten Aussichtspunkte im Hunsrück
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| Lage: | bei Stipshausen |
| Höhe: | ca. 31 m |
| Must-Do: | 170 Stufen steigen |
Der Idarkopfturm bei Stipshausen ist einer der schönsten Aussichtspunkte und Fotospots im Hunsrück. Der rund 31 Meter hohe Turm wurde 2022 neu errichtet, nachdem der Vorgängerbau 2018 durch einen Brand zerstört worden war.
Von der Plattform, die an ein Vogelnest erinnern soll, genießt ihr weite Ausblicke über die Mittelgebirgslandschaft. Die Konstruktion aus Holz und Stahl umfasst 170 Stufen mit mehreren Ruhepodesten. Ihr könnt den Turm nur zu Fuß erreichen: Vom Wanderparkplatz „Idarwald“ oder „Stipse“ sind es jeweils etwa 2 Kilometer durch den Wald bis zum Aussichtspunkt.
6. Wildenburg: Die höchstgelegene Burg im Hunsrück

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| Höhe: | 22 m |
| Entstanden: | ab 14. Jhd. |
| Must-See: | Aussicht von oben |
Die Wildenburg ist die höchstgelegene Burg im Hunsrück und liegt auf etwa 630 Metern Höhe im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Ihre Ursprünge reichen bis in keltische Zeit zurück. Im 14. Jahrhundert entstand dort eine mittelalterliche Burg, die nach dem Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.
Heute findet ihr Ruinen und einen 22 Meter hohen Aussichtsturm mit Panoramablick über die Region vor. Die bizarren Quarzitfelsen und sogenannten „Rosselhalden“ (Block- und Felsenfelder) lassen sich am besten auf Wanderungen entdecken. Direkt vor Ort liegt zudem ein Wildfreigehege, das Tierbeobachtungen in naturnaher Umgebung ermöglicht.
7. Felsenkirche Idar-Oberstein: Wahrzeichen der Edelsteinregion

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| Höhenlage: | ca. 65 m |
| Erbaut: | 1482-1484 |
| Zutritt: | nur mit Führung |
Die Felsenkirche Idar-Oberstein ist das markanteste Wahrzeichen der Edelsteinregion rund um Idar-Oberstein im Hunsrück, die für ihre lange Tradition der Edelsteinverarbeitung bekannt ist. Die Kirche wurde in rund 65 Metern Höhe spektakulär in den Felsen gebaut und prägt seit dem 15. Jahrhundert das Stadtbild.
Der Zugang erfolgt ausschließlich im Rahmen von Führungen, über einen in den Fels geschlagenen Tunnel und zahlreiche Stufen. Im Inneren erwarten euch unter anderem ein mittelalterlicher Flügelaltar sowie besondere Kunstwerke wie ein Kruzifix aus Bergkristall. Plant für den Besuch etwa eine Stunde ein.
8. Historischer Ortskern Herrstein: Eine der schönsten Altstädte im Hunsrück


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| Lage: | nördl. v. Idar-Oberstein |
| Must-See: | Fachwerkhäuser 15.-18. Jhd. |
| Must-Do: | Schlossbesuch |
Herrstein liegt nördlich von Idar-Oberstein. Der historische Ortskern des Städtchens zählt zu den schönsten Altstadtensembles im Hunsrück und versetzt euch direkt zurück ins Mittelalter. Rund 60 liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert sammeln sich um den Rathausplatz und prägen das Ortsbild.
Darüber wachen das Schloss und die Schlosskirche. Besonders sehenswert ist der Uhrturm, einst das einzige Stadttor, wobei auch Teile der alten Stadtmauer noch heute erhalten sind. Ein Rundgang führt durch enge Gassen zu wunderschönen Brunnen, Türmen und dem Museum Herrstein.
9. Vierseenblick & Bopparder Sesselbahn: Top Panorama-Spot auf den Hunsrückhöhen


| Startpunkt: | Mühltal |
| Sesselbahnfahrt: | 20 Min. |
| Höhe: | ca. 240 m |
Der Vierseenblick zählt zu den bekanntesten Aussichtspunkten auf den Höhen des Hunsrücks. Mit der Bopparder Sesselbahn gelangt ihr vom Mühltal über rund 240 Höhenmeter hinauf zum Gedeonseck.
Schon während der etwa 20-minütigen Fahrt eröffnen sich immer neue Perspektiven auf die Landschaft. Oben angekommen, wartet ein beeindruckendes Panorama auf die große Rheinschleife. Nach wenigen Gehminuten erreicht ihr den Vierseenblick, wo der Rhein durch die umgebenden Höhenzüge optisch in vier einzelne Seen gegliedert erscheint, daher der Name. Dort habt ihr eine Auswahl an Einkehrmöglichkeiten und Wanderwegen.
10. Burg Kastellaun: Ein tolles Burgen- und Altstadtmotiv im Zentralhunsrück

| Erbaut: | 13. Jhd. |
| Höhenlage: | 434 m |
| Must-See: | Castellauner Böck |
Die Burg Kastellaun prägt als markantes Wahrzeichen den Zentralhunsrück und erhebt sich gut sichtbar über dem historischen Ortskern. Ihre Ursprünge gehen auf das frühe 13. Jahrhundert zurück, sie wurde aber Ende des 20. Jahrhunderts nochmals grundlegend renoviert. Heute zeigt sich die Burg als restaurierte Ruine mit eindrucksvollen Mauern und dient als Kulisse für Veranstaltungen. Direkt darunter erstreckt sich die Altstadt mit Fachwerkhäusern, engen Straßen und Relikten der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Beim Spaziergang entdeckt ihr u.a. historische Gebäude, Plätze und die legendäre Skulptur „Castellauner Böck“.
11. Traumschleife Baybachklamm: Einer der Top-Wanderspots

| Strecke: | 10,5 km |
| Dauer: | ca. 4 Std. |
| Höhenmeter: | ca. 400 hm |
Die Traumschleife Baybachklamm zählt zu den anspruchsvollsten Wanderungen im Hunsrück. Auf rund 10,5 km und etwa 4 Stunden führt euch die Premiumtour durch das wildromantische Baybachtal mit steilen Auf- und Abstiegen sowie rund 400 zu überwindenden Höhenmetern.
Schroffe Felsen, enge Pfade und teils seilgesicherte Passagen prägen die Strecke, und immer wieder öffnen sich beeindruckende Ausblicke in die Schlucht. Start- und Endpunkt ist der Wanderparkplatz Heyweiler, erreichbar über die K31. Die Tour erfordert Trittsicherheit und gute Kondition, belohnt euch aber mit intensiven Naturerlebnissen.
12. Ruine Schmidtburg: Toller Abschluss für Burgenfans


| Lage: | bei Bundenbach |
| Must-Do: | Aufstieg zur Anlage |
| Ursprung: | 926 |
Für echte Burgenfans ist sie ein abschließendes Highlight eines Hunsrück-Ausflugs: Die Ruine Schmidtburg ist eine der ältesten und bedeutendsten Burganlagen im Hunsrück. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 926 zurück, als an dieser Stelle eine erste Befestigung zum Schutz der Region entstand.
Heute liegt die weitläufige Ruine abgelegen im Wald und vermittelt mit ihren erhaltenen Grundmauern einen guten Eindruck der einstigen Anlage. Ihr könnt die Burg frei besichtigen und zwischen Unter- und Oberburg umherstreifen. Vom nächsten Ort, Bundenbach, führt ein rund 1,4 Kilometer langer Fußweg zur Anlage.
Weitere Reisetipps in Rheinland-Pfalz
Schon gewusst? Für die Anreise in den Hunsrück und um vor Ort flexibel zu sein, ist ein Auto praktisch. Allerdings lässt sich die Region mit etwas Vorausplanung auch ganz umweltfreundlich ohne Auto erkunden, besonders rund um den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Je nach Saison fahren mehrere Buslinien im Nationalpark, die unter anderem Trier mit Idar-Oberstein verbinden. Auch Ausflugsziele wie Herrstein, der Erbeskopf oder die Wildenburg sind an den Busverkehr angebunden. Ihr solltet euch jedoch vorab informieren, welche Buslinien genau verkehren, vor allem, falls ihr außerhalb der Hauptsaison in den Hunsrück reist. Da viele Sehenswürdigkeiten abgelegen liegen, empfiehlt sich zudem eine gute Planung im Voraus, besonders, wenn ihr mehrere Orte kombinieren möchtet.
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