Friedenskirche am Hochgründeck: Wanderung im Pongau

Kennst du diese Wanderungen, bei denen man das Ziel wirklich erst auf den letzten Metern erblickt? Auch wenn die umliegende Bergkulisse mit Hochkönig und Tennengebirge absolut beeindruckend ist, bin ich etwas erleichtert, als ich die Friedenskirche am Hochgründeck mitten in der weiten Naturlandschaft entdecke. Meine Oberschenkel brennen vom steilen Aufstieg und ich freue mich schon auf den Einkehrschwung in der Hütte. Doch vorher wird die baulich interessante Kirche genauer betrachtet, denn sie ist das Highlight unserer Wanderung.

Lohnt sich die Wanderung zur Friedenskirche am Hochgründeck?

Die Wanderung zur Friedenskirche am Hochgründeck im Salzburger Land ist eine mittelschwere Rundtour mit rund 8,7 Kilometern Länge und etwa 880 Höhenmetern. Je nach Tempo sollte man etwa 4 bis 4,5 Stunden einplanen. Der Aufstieg erfolgt größtenteils über steile Waldwege und später über offene Hänge mit zunehmend weiten Panoramaausblicken.

Auf etwa 1.800 Metern Höhe erreicht man das Heinrich-Kiener-Haus und die etwas unterhalb des Gipfels gelegene Friedenskirche. Das Hochgründeck zählt zu den aussichtsreichsten Bergen der Region und bietet ein beeindruckendes 360-Grad-Panorama mit Blick auf Hochkönig, Tennengebirge und die Hohen Tauern. Die Tour eignet sich für geübte Wandererinnen und Wanderer mit guter Grundkondition.

Fototipp: Die Friedenskirche am Hochgründeck fotografiert ihr am besten, wenn ihr bereits Richtung Gipfelkreuz unterwegs seid. Zwischen den einzelnen Bäumen und mit den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund kommen ihre Bauform und ihr besonderer Standort richtig gut zur Geltung. Für stimmungsvolle Bilder eignen sich die Morgen- oder Nachmittagsstunden am besten, wenn die Kirche und die umliegenden Gipfel in warmes Licht getaucht werden.

Anreise nach Bischofshofen im Pongau

Strecke:8,7 km
Höhenmeter:880 hm
Gehzeit:4,5 Std.
Schwierigkeit:mittelschwer
Einkehrtipp:Heinrich-Kiener-Haus

Von München aus erreicht ihr St. Johann im Pongau in etwa 2,5 Stunden mit dem Auto. Die Route führt über die A8 Richtung Salzburg und weiter über die A10 Tauernautobahn (Achtung: Vignettenpflicht) bis zur Ausfahrt Bischofshofen. Gleich bei der nächsten Abzweigung „Kreuzberg“ geht es durch den Ortsteil Buchberg über idyllische Güterwege hinauf zum kostenlosen Parkplatz beim Ronachbauer.

Alternative Aufstiege auf das Hochgründeck und zur Friedenskirche gibt es zum Beispiel von St. Johann, Wagrain oder Hüttau. Alle Wanderungen umfassen ähnliche Höhenmeter und sind teilweise auch als E-Mountainbike-Strecke ausgeschildert. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zu den Ausgangspunkten ist meist schwierig, als Bike-and-Hike-Tour ist es aber eine richtig schöne Kombination.

Wanderausrüstung und etwas Proviant im Rucksack

Der Aufstieg vom Ronachbauer ist durchgehend steil und hat es in sich. Gerade deshalb können Wanderstöcke eine gute Hilfe sein, um die Belastung etwas zu verteilen und sicherer unterwegs zu sein. Auch gutes, festes Bergschuhwerk ist hier wichtig, denn vor allem bei Nässe können die Wege im oberen Bereich rutschig werden.

Wir schnappen unseren Rucksack aus dem Kofferraum und packen noch ein Getränk und eine kleine Stärkung für den Aufstieg ein. Viel Proviant brauchen wir nicht, denn von Anfang Mai bis Ende Oktober lädt das Heinrich-Kiener-Haus zur Einkehr mit regionaler Küche ein. Wir beschließen, die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu gehen und zuerst über den sportlich steilen Laireitersteig zur Kirche aufzusteigen. Nach dem Gipfel wollen wir über den Friedensweg zurück.

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Steiler Aufstieg zum Hochgründeck

Zunächst folgen wir der Forststraße, die in ein paar Kehren bergauf führt. Nach etwa 500 Metern zweigt der beschilderte Steig ab und es geht deutlich steiler durch den Wald weiter. Mit jedem Höhenmeter wird es gefühlt anstrengender und meine Oberschenkel melden sich langsam. Als der Wald etwas lichter wird, blinzeln auch ein paar Sonnenstrahlen zwischen den Wolken hindurch und wir machen eine kurze Verschnaufpause.

Hinter uns liegt das beeindruckende Hochkönigmassiv und die Perspektive ist ganz anders, als ich sie sonst kenne. Es geht natürlich noch weiter, der Steig bleibt steil und führt über einen abgeholzten Hang weiter bergauf. Das Heinrich-Kiener-Haus lässt lange auf sich warten. Ich denke mir schon, dass wir heute wohl nie mehr ankommen, bis wir über die letzte Bergkuppe wandern und es endlich vor uns auftaucht.

Friedenskirche: Ein Kraftplatz am Hochgründeck

Direkt dahinter wartet schon das eigentliche Highlight der Tour: die Friedenskirche am Hochgründeck. Komplett aus Holz gebaut, leicht verwittert und gleichzeitig gut gepflegt, steht sie etwas erhaben auf einem kleinen Hügel mitten in der umliegenden Berglandschaft. Die besondere Bauform mit den vier Seitenausbauten und dem zentralen Turm macht sie zu einem echten Hingucker.

Als wir nach dem Einkehrschwung im Heinrich-Kiener-Haus die letzten Meter zum Gipfelkreuz hinübergehen, eröffnet sich ein noch besserer Blick auf die Kirche. Eingerahmt von einem unglaublich schönen Panorama mit schneebedeckten Gipfeln in der Ferne, wirkt die 2004 eingeweihte Friedenskirche wie ein ganz besonderer Kraftplatz. Vom Hochgründeck genießt man außerdem einen Rundblick auf über 300 Berggipfel, darunter das Dachsteingebirge, den Großglockner, das Tennengebirge und den Hochkönig. Wir würden gerne noch länger hier oben bleiben, aber ein kalter Wind ermuntert uns zum Abstieg.

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Fazit

Der Abstieg über den Friedensweg rundet unsere Wanderung genau richtig ab. Die Tour ist absolut lohnenswert für alle, die sich gerne etwas anstrengen und vielleicht sogar die Friedenskirche als Pilgerziel haben. Auch wenn der durchgehend steile Aufstieg die Kondition fordert, wird man spätestens am Gipfel mit beeindruckenden Ausblicken und natürlich der Hütteneinkehr belohnt.

Wer noch mehr besondere Kraftplätze im Salzburger Pongau erleben möchte, dem empfehle ich die Wanderung auf den Hochkeil zur nostalgischen Gondel, die gemütliche Wanderung zum Almsee in Filzmoos oder einen Besuch der „Schwarzen Lacke“ am 1.728 Meter hohen Gerzkopf.

Lage

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