Ich sitze unter dem Gipfelkreuz des Osterfeuerkopfs, die Sonne im Gesicht und das Panorama weit vor mir. Unter mir erstreckt sich das Loisachtal, und vor mir liegen die Bergketten des Karwendels und des Estergebirges. Es ist still, nur der Wind zieht über den kurzen Grat. Der Weg hierher hat mich abwechslungsreich durch den Wald und über schmalere Pfade geführt, mit einzelnen Ausblicken zwischendurch. Doch lohnt sich der lange Aufstieg durch den Wald?
Lohnt sich die Wanderung auf den Osterfeuerkopf?





Der Osterfeuerkopf liegt bei Eschenlohe im Werdenfelser Land. Mit einer Höhe von etwa 1.368 Metern ist er zwar eher niedrig, aber perfekt geeignet für Wanderungen im Frühling oder Herbst, wenn weiter oben noch oder schon Schnee liegt. Technisch ist die Tour einfach und ohne ausgesetzte Stellen, erfordert jedoch aufgrund ihrer Länge und des stetigen Anstiegs eine gute Grundkondition. Der Aufstieg erfolgt größtenteils durch dichten Wald auf Forstwegen und schmaleren Pfaden.
Erst im oberen Bereich öffnen sich einzelne Ausblicke, bevor man schließlich den freien Gipfel erreicht. Hier erwartet euch eine überraschend schöne Aussicht auf das Loisachtal, das Estergebirge und Teile des Karwendels. Außerdem habt ihr hier oben ein bisschen Ruhe, denn der Osterfeuerkopf gehört nicht zu den bekanntesten Gipfeln der Region. Seinen Namen hat der Berg vermutlich von alten Osterbräuchen. In der Region wurden an Ostern auf erhöhten Punkten Feuer entzündet, die bis ins Tal gut sichtbar waren. So vermutlich auch auf dem Osterfeuerkopf.
Fototipp: Die besten Fotos entstehen am Gipfel mit Blick ins Loisachtal und auf das Estergebirge. Besonders morgens liegt oft noch Nebel im Tal, während die Gipfel bereits in der Sonne liegen.
Anreise nach Eschenlohe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
| Strecke: | 9,4 km |
| Höhenmeter: | 706 hm |
| Gehzeit: | 3:45 h |
| Fotospot: | Heldenkreuz |
| Schwierigkeit: | mittel |
Der Ausgangspunkt für die Wanderung auf den Osterfeuerkopf ist das kleine Dorf Eschenlohe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Von München aus erreichst du den Ort in etwas mehr als einer Stunde mit der Regionalbahn RB6.
Mit dem Auto geht es bei freier Straße nur unwesentlich schneller. Die Route führt über die A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen. Parkmöglichkeiten gibt es direkt im Ort oder an ausgewiesenen Wanderparkplätzen am Ortsrand.
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Langer Aufstieg durch den Wald
Der Gipfel des Osterfeuerkopfs erhebt sich gut sichtbar über Eschenlohe. An einer Ecke sieht man das große, sogenannte „Heldenkreuz“, ein niedrigeres Wanderziel im nördlichen Bereich des Berges, das nicht auf meiner Tour liegt. Der Start der Wanderung ist unspektakulär. Vom Ortsrand von Eschenlohe aus geht es zunächst über einen breiten Forstweg und schon bald in den Wald hinein. Stetig steige ich auf. Mit der Zeit wird der Anstieg spürbarer, auch wenn er nie wirklich steil wird. Die Umgebung bleibt lange gleich: dichter Wald, wenig Abwechslung.
Dann wird der Weg schmaler, der Wald etwas lichter, und erste Ausblicke ins Loisachtal öffnen sich zwischen den Bäumen. Ich merke, dass ich mich dem oberen Bereich nähere. Aus der gleichmäßigen Waldwanderung wird langsam eine klassische Bergtour. Rund um den Weg wächst Gras, dazwischen hält sich der restliche Schnee des Winters. Der Boden ist rutschig. Die letzten Meter führen schließlich aus dem Wald heraus auf den Gipfel des Osterfeuerkopfs.
Gipfel am Osterfeuerkopf und Abstecher zum Heldenkreuz
Hier öffnet sich die Landschaft: Der Blick reicht nach Südwesten, weit über das Loisachtal, auf die Hohe Kiste, den Simetsberg und die markanten Gipfel des Karwendels. Der höchste Punkt wird von einem schlichten Holzkreuz markiert. Darunter sitzen ein paar Wanderer, die den Moment genießen. Auch an einem sonnigen Feiertag begegnet man hier keinen großen Menschenmengen. Ich bleibe eine Weile stehen und lasse den Blick schweifen. Dann mache ich mich auf dem Weg zurück, den ich auch aufgestiegen bin.
Ein kleines Abenteuer muss jetzt aber doch noch sein: Anhand meiner Wander-App mache ich einen kleinen Abstecher Richtung „Heldenkreuz“ aus und schlage ihn kurzerhand ein. Es soll auch einen Weg ganz hinab geben, durch den man die Wanderung zur Rundtour machen kann. Die Strecke ist aber nicht markiert und nur für geübte und sehr schwindelfreie Wanderer geeignet. Ich begnüge mich mit einem weiteren wunderschönen Ausblick nach Nordosten, also in die andere Richtung, und gehe dann zurück zum Ursprungsweg.
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Fazit
Der Osterfeuerkopf punktet zwar nicht mit einem spektakulären Aufstieg, bietet aber ein lohnendes Ziel am Ende, vor allem wegen der Ruhe und des Ausblicks. Wer eine weniger überlaufene Alternative zu bekannten Bergen rund um Garmisch sucht, ist hier richtig. Die Strecke ist technisch einfach, verlangt aber etwas Ausdauer. Am Ende könnt ihr euch im Dorf Eschenlohe mit einem Eis belohnen.
Wer länger in der Umgebung bleibt, sollte unbedingt noch die wildromantische Partnachklamm durchschreiten, zum aussichtsreichen Wank aufsteigen oder einen Abstecher zur Zugspitze machen.
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