Die Straße windet sich immer weiter durch die zerklüftete Landschaft, links und rechts fallen die Felsen steil zum Meer ab. Schließlich ist da nur noch dieser schmale Zipfel Land – und darauf der weiße Leuchtturm. Der Faro de Formentor steht ganz am nördlichen Ende Mallorcas, hoch über dem Mittelmeer. Rundherum: Felsen, Pinien und tiefblaues Wasser. Doch lohnt sich der Ausflug zum Cap?
Lohnt sich der Ausflug zum Faro de Formentor auf Mallorca?






Der Faro de Formentor steht am äußersten Nordende der Halbinsel Formentor und ist einer von 15 aktiven Leuchttürmen Mallorcas. Er wurde zwischen 1860 und 1863 errichtet und ging am 30. April 1863 in Betrieb.
Der Leuchtturm ist 22 Meter hoch, weil er sich aber auf einer erhöhten Steilwand befindet, leuchtet der Faro de Formentor aus rund 210 Metern über das Meer und gehört damit zu den höchsten Leuchttürmen der Balearen. Vom Leuchtturm aus reicht der Blick über das offene Mittelmeer und die zerklüftete Küste. Die gesamte Halbinsel gehört zum UNESCO-Welterbe Serra de Tramuntana.
Fototipp: Das beste Foto entsteht am Mirador mit ein bisschen Abstand zum Leuchtturm, sodass ihr neben den Felsen und dem Meer auch die gewundene Straße mit aufs Bild bekommt. Achtung: In den Sommermonaten, wenn ihr nicht einfach an der Straße anhalten könnt, müsst ihr für dieses Fotomotiv ein wenig laufen.
Anreise zum Far de Formentor
| Höhe des Turms: | 22 m |
| Höhe über dem Meer: | 210 m |
| Bauzeit: | 1860–1863 |
| Anreise: | Bus von Port de Pollença |
| Buslinie: | 334 |
Der Faro de Formentor liegt am Ende der rund 20 Kilometer langen Straße Ma-2210, die von Port de Pollença über die Halbinsel bis zum Leuchtturm führt. Die Strecke selbst ist bereits ein Höhepunkt: Sie schlängelt sich durch die Berge, vorbei an steilen Felswänden, und immer wieder öffnen sich Blicke auf das Meer. Vor Ort gibt es einen leider schnell überfüllten Parkplatz.
In den Sommermonaten ist die Zufahrt für private Fahrzeuge allerdings eingeschränkt. 2026 gilt die Sperrung vom 15. Mai bis 18. Oktober, jeweils von 10 bis 22 Uhr. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte die aktuelle Verkehrsregelung unbedingt vor der Fahrt prüfen.
Zum Leuchtturm kommt man dann unter anderem mit dem öffentlichen Bus der TIB-Linie 334, der während der Sperrzeit bis zum Faro fährt. Startpunkt des Busses ist Alcúdia, er hält in Port de Pollença und am Strand von Formentor. Auch Radfahrer und Wanderer dürfen die Straße nutzen.
Fahrt durch Mallorcas Berge
Schon die Fahrt zum Faro de Formentor fühlt sich wie eine kleine Expedition an. Die Straße windet sich durch die Berge, hinter jeder Kurve verändert sich die Landschaft. Mal stehen Pinien dicht am Straßenrand, mal ragen helle Felswände steil in den Himmel. Immer wieder blitzt zwischen den Bäumen das Meer auf.
Besonders beeindruckend finde ich die Aussicht vom Mirador de sa Creueta: Unter mir fallen die Felsen fast senkrecht zum Wasser ab, draußen im Meer liegt der kleine Felsen Es Colomer. Weiter geht es immer tiefer in die Halbinsel hinein. Die Landschaft wird rauer, die Straße schmaler und die Zivilisation scheint zunehmend weit weg. Schließlich führt sie in weiten Kehren zum Leuchtturm.
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Faro de Formentor über dem Mittelmeer
Dann stehe ich endlich vor dem Faro de Formentor. Der weiße, schlanke Turm wirkt erstaunlich schlicht. Er steht am äußersten Ende der wilden Halbinsel, umgeben von Felsen und Meer. Der Leuchtturm ist bis heute in Betrieb und sendet alle 20 Sekunden vier weiße Lichtblitze aus. Ich laufe ein Stück um das Gebäude herum und lasse erst einmal die Aussicht auf mich wirken. Vor mir liegt nur noch das offene Mittelmeer, hinter mir die zerklüftete Küste Formentors.
Besonders schön finde ich, wie klein der Mensch hier wirkt: Der Turm, die Straße und selbst die Besucher verschwinden fast vor dieser riesigen Kulisse aus Fels, Himmel und Wasser. In den Leuchtturm selbst kann ich allerdings nicht hineingehen. Er ist ein aktives Seezeichen und für Besucher nicht zugänglich. Auch einen klassischen Leuchtturmwärter gibt es hier heute nicht mehr: Die Anlage arbeitet automatisiert.
Kaffee am Ende Mallorcas
In den zum Leuchtturm gehörenden Gebäuden befindet sich eine kleine Cafeteria, die seit 1995 für Besucher geöffnet ist. Auf der Terrasse genieße ich eine ziemlich spektakuläre Kaffeepause – viel weiter kann man auf Mallorca schließlich kaum vom Alltag entfernt sein. Danach schlendere ich noch ein wenig über das Gelände und schaue hinaus aufs Meer. Hier oben ist eigentlich alles da, was ich mir von einem Leuchtturm am Ende der Welt erhofft habe: Wind im Gesicht, Felsen unter den Füßen und nichts als Blau vor mir.
Wer nach dem Leuchtturm noch weiterlaufen möchte, kann von hier aus in die Berglandschaft von Formentor aufbrechen. Die Wege führen durch die karge, von Wind und Wetter geprägte Landschaft und eröffnen immer wieder neue Blicke auf die Küste. Für mich ist aber schon der kurze Spaziergang rund um den Faro ein schöner Abschluss – schließlich möchte ich diesen besonderen Ort nicht gleich wieder verlassen.
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Fazit
Ein Leuchtturm am äußersten Ende Mallorcas, dramatische Felsen und das offene Mittelmeer – der Faro de Formentor ist für mich eines dieser Ziele, bei denen schon die Anfahrt zum Erlebnis wird.
Wer schon bis hierher fährt, sollte aber unbedingt Zeit für die Umgebung einplanen. Auf dem Weg zum Leuchtturm lohnt sich ein Stopp am Mirador Es Colomer mit seinem spektakulären Blick auf den markanten Felsen im Meer. Wer noch etwas wandern möchte, kann zur Talaia d’Albercutx hinaufsteigen und von dem historischen Wachturm über die Bucht von Pollença und die Halbinsel Formentor schauen. Für eine Badepause bietet sich anschließend die Platja de Formentor an. Wer es ruhiger mag, kann zur abgelegenen Cala Murta wandern.
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