Großer Widderstein: Rundwanderung im Kleinwalsertal

Markant und schroff ragt der Große Widderstein in die Höhe. Mit über 2.500 Metern ist er der höchste Berg im Kleinwalsertal. Und wir erkunden ihn über eine aussichtsreiche Rundwanderung von allen Seiten. Bei unserem Aufstieg durch das malerische Bärgunttal haben wir bereits einen tollen Blick über die Allgäuer Alpen. Und die Aussicht wird immer besser. Und als wäre das nicht schon Genuss genug, warten zahlreiche Hütten am Wegesrand.

Lohnt sich die Rundwanderung um den Großen Widderstein?

Der Gipfel des Großen Widdersteins liegt auf 2.533 Metern Höhe. Damit ist er der höchste Berg im Kleinwalsertal. Doch der Aufstieg hat es in sich. Es ist leichte Kraxelei gefordert und zudem herrscht Steinschlaggefahr. Aber wieso muss man auch immer nach ganz oben streben? Es gibt eine wunderschöne Rundtour um den Großen Widderstein, und hier werdet ihr genauso mit richtig tollen Aussichten belohnt.

Insgesamt ist die Runde durch das Bärgunttal hinauf und das Gemsteltal hinab zwar technisch nicht schwierig, aber trotzdem gilt es, insgesamt rund 15 Kilometer zu überwinden und es warten knapp 900 Höhenmeter auf euch. Um zwischendurch die Kraftreserven wieder aufzufüllen, warten allerdings auch zahlreiche Hütten am Wegesrand.

Fototipp: Eines meiner Lieblingsmotive der Tour wartet am höchsten Punkt. Hier könnt ihr einerseits tolle Fotos vor dem Großen Widderstein machen und andererseits ist das Panorama auf die Lechtaler Alpen und das Lechquellengebirge sensationell.

Anreise nach Baad im Kleinwalsertal

Strecke:15,5 km
Höhenmeter:892 m
Gehzeit:6 Std.
Höchster Punkt:2.040 m
Einkehrtipp:Bernhards Gemstelalp
Wanderkarte mit GPS-Track

Obwohl das Kleinwalsertal zu Österreich gehört, ist es sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur über Deutschland erreichbar. Für uns ist das ja kein Problem, wir kommen eh aus München.

Start der Tour ist in Baad. Das Örtchen liegt ganz hinten am Ende des Kleinwalsertals. Vor Ort gibt es ein super Busnetz. Es ist also sehr gut möglich, mit der Regionalbahn ab München bis Oberstdorf zu fahren und dann vor Ort noch rund 40 Minuten mit dem Bus weiterzudüsen. Dann seid ihr insgesamt etwas mehr als drei Stunden unterwegs. Mit der Gästekarte könnt ihr die Busse im Tal auch kostenlos nutzen.

Die Anreise mit dem Auto ist je nach Verkehr etwas kürzer. Direkt am Ausgangspunkt in Baad gibt es einen großen Wanderparkplatz. In der Regel solltet ihr hier auch einen freien Platz finden. Die Parkgebühr könnt ihr per App bezahlen.

Aufstieg durchs Bärgunttal

Ihr könnt die Runde natürlich in beide Richtungen begehen. Wir wählen den Aufstieg über das Bärgunttal. Die ersten Meter sind super zum Reinkommen. Wir folgen einer mäßig ansteigenden Forststraße durch den Wald hindurch. Ich mag solche entspannten Einstiege in Touren immer sehr gerne. So können sich die Muskeln in den Beinen langsam an die Bewegung gewöhnen. Erst ab der Bärgunthütte, nach etwa 2 km, verlassen wir die Forststraße. Jetzt geht es über einen Wanderweg weiter.

Zuerst in vielen kleinen Serpentinen etwas steiler bergauf und dann schon bald über den Bäumen über weitläufige Almwiesen hinweg. An sonnigen Tagen solltet ihr unbedingt an ausreichend Sonnenschutz denken. Auch eine Kappe kann sinnvoll sein, denn jetzt gibt es eigentlich keinen Schatten mehr.

Und es lohnt sich, auf diesem Teilstück der Tour die Augen offen zu halten. Mit etwas Glück seht ihr Murmeltiere oder Gämsen. Und mit noch mehr Glück hüpft euch sogar ein Steinbock ins Sichtfeld, oder ihr könnt dem Widderstein-Adler beim Kreisen zuschauen. Für dieses Erlebnis solltet ihr natürlich entsprechend früh dran sein. Denn die Tour wird gerne begangen, und je mehr Menschen unterwegs sind, desto seltener lassen sich Wildtiere blicken.

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Traumhafter Höhenweg in den Allgäuer Alpen

Nach etwas mehr als fünf Kilometern passieren wir den Hochalppass. Erstmals können wir zur anderen Seite hinabschauen. Kurz darauf stehen wir dann auch am höchsten Punkt unserer Tour. Das Panorama ist phänomenal. Auf den umliegenden Gipfeln liegt noch Schnee. Das ist ein toller Kontrast zu den gefühlten 30 Grad Celsius und den blühenden, saftig grünen Almwiesen, auf denen wir unterwegs sind.

Wir sehen direkt vor uns beispielsweise die Mohnenfluh und das Karhorn im Lechquellengebirge aufragen. Im Tal geht es dann quasi schon nach Warth weiter. Und hinter der Widdersteiner Hütte, die auch ins Blickfeld rückt, erhebt sich der Biberkopf, der südlichste Gipfel Deutschlands.

Obwohl wir noch nicht die Hälfte geschafft haben, gibt es an diesem Punkt trotzdem Grund zum Feiern. Denn ab jetzt geht es eigentlich nur noch bergab. Wir folgen dem aussichtsreichen Höhenweg ein paar Meter weiter zur Widdersteiner Hütte. Tipp für sonnige Tage: Hier gibt es Eis auf die Hand. Das tut gut, sage ich euch.

Spektakulärer Abstieg durchs Gemsteltal

Ich dachte eigentlich, nun ginge es nur noch ins Tal. Aber es wartet noch ein weiteres Highlight, sodass die Wanderung bis zum Ende lohnenswert bleibt. Auf dem Abstieg durch das malerische Gemsteltal kommen wir an einem mächtigen Wasserfall vorbei.

Über drei Fallstufen donnert das Wasser in die Tiefe. Und kurz darauf befinden wir uns in einer Schlucht. Ein schmaler Pfad führt weit über dem Abgrund direkt am Fels entlang. Zu unserer rechten Seite geht es etliche Meter in die Tiefe. Ein Geländer sorgt dafür, dass niemand abstürzen kann.

Ich lehne mich über die Brüstung und versuche, den Grund zu erkennen. Ganz tief unter uns rauscht das Wasser. Um den Fluss auf einem Foto festzuhalten, muss man allerdings ziemlich weit reinzoomen. Das ist mit der Handykamera kaum möglich.

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Fazit

Dann kommt Bernhard’s Gemstelalpe wie gerufen. Hier gibt es super leckeren Kaiserschmarren. Und die Buttermilch mit Erdbeeren hat mir auch richtig gut geschmeckt. Danach ist es noch ein gutes Stündchen zurück zum Ausgangspunkt. Und das ist ähnlich wie am Anfang wieder gut zum Auslaufen.

Insgesamt erfordert die Route zwar etwas Kondition, ist aber ansonsten technisch unschwierig. Abgesehen von den gesicherten Abschnitten in der Klamm, die uns beim Abstieg erwartet haben, geht es auch nirgends steil am Abgrund entlang. Deshalb ist die Tour auch bei Trailrunnern beliebt. Im Sommer findet hier jährlich die Walser Trail Challenge statt. Eine der Strecken führt ebenfalls über den Wanderweg und umrundet den Großen Widderstein.

Und wenn ihr schon im Kleinwalsertal seid, habt ihr natürlich noch viele weitere lohnenswerte Gipfelziele in unmittelbarer Nähe. Zum Beispiel ist der Hohe Ifen ein Berg, den man mal gemacht haben sollte. Auch der Aufstieg vom Heuberg zum Walmendinger Horn ist landschaftlich super schön.

Lage

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