Immer wieder bleiben wir stehen, um den Ausblick zu genießen. Wir blicken auf die bekannten Berge rund um Oberstdorf-Kleinwalsertal. Am Anfang ist noch das Nebelhorn sehr imposant im Blickfeld. Gegen Ende ist die Aussicht auf den Hohen Ifen besser. Und zwischendurch gibt es kaum eine Stelle, an der ihr mal nicht den Blick in die Ferne schweifen lassen könnt.

Lohnt sich die Wanderung vom Söllereck nach Riezlern?

Das Söllereck ist einer von sieben Bergen, die rund um Oberstdorf und im Kleinwalsertal mit einer Bergbahn erschlossen sind. Seit Sommer 2021 führt hier sogar – genau wie auch am Nebelhorn – eine neue 10er-Gondel nach oben zur Bergstation.

Von der Bergstation geht es dann vorwiegend bergab nach Riezlern. Nur ganz am Anfang müssen einige Höhenmeter überwunden werden. Die sind aber leicht zu meistern. Anschließend führt der Weg über ca. 5 Kilometer ins Kleinwalsteral. Die Strecke ist so angelegt, dass sie auch für Familien und sogar mit Kinderwagen zu erwandern ist.

Instatipp: Ein toller Ort für ein Foto ist knapp hinter der österreichischen Grenze. Da taucht plötzlich der Hohe Ifen in Fluchtlinie des Weges auf. Und wenn ihr der Forststraße dann folgt & dabei ein Foto macht, wirkt es, als wandert ihr geradewegs auf den markanten Berg zu.

Anreise zum Söllereck bei Oberstdorf

Von München kommend sind es rund zwei Stunden mit dem Auto zur Talstation der Söllereckbahn. Die neue Talstation ist einige Meter weiter unten und es gibt einen großen Parkplatz. Wenn ihr vor Ort in einem Hotel seid, könnt ihr mit der Gästekarte auch kostenlos mit dem Bus von der Unterkunft zur Bergbahn fahren. Der Walserbus pendelt regelmäßig im 10-20 Minuten-Takt

Alternativ ist die Anreise auch mit dem Zug möglich. Vom Hauptbahnhof in München verkehrt ein Regionalexpress in knapp drei Stunden ohne Umstieg bis nach Oberstdorf. Im Anschluss könnt ihr ebenfalls den Bus nehmen.

Mit der nagelneuen Gondel zur Bergstation

Preis Bergbahn:18,50 Euro
Kilometer:5,4 km
Dauer:ca. 3 Stunden
Einkehrtipp:Mittelalp
Beste Reisezeit:Mai – Okt

Die Gondelbahn zum Söllereck wurde zum Sommer 2021 erneuert. Wir sind wenige Tage nach der ersten Inbetriebnahme vor Ort. Das Ticket kostet für einen Erwachsenen 18,50 Euro. Berg- und Talfahrt kosten in Kombination 22,00 Euro. Wir brauchen allerdings nur die Auffahrt, denn wir möchten ja zu Fuß zurückwandern.

Ganz entspannt düsen wir nach oben und machen es uns zu zweit auf den braunen Lederbänken gemütlich, die eigentlich für bis zu 10 Personen ausgelegt sind. So lässt sich das doch gut aushalten. Die Scheiben gehen bis zum Boden. Ich habe also alles im Blick und kann sogleich zum Start der Tour das Panorama genießen.

Bereits kurz darauf erreichen wir die Zwischenstation und schweben anschließend über einen türkisblauen Speicherteich hinweg. Durch eine Waldpassage geht es dann weiter bergauf. Die Blätter sind noch jung und frisch. So leuchten die Bäume in den verschiedensten Grüntönen. Und als ich mich irgendwann umdrehe, blicke ich weit in Richtung Sonthofen und Kempten ins Land hinein. Auch der Grünten ist mit seiner markanten Antenne zu sehen.

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Nur 100 Höhenmeter bergauf

Damit hat uns die Bergbahn bereits die meisten Höhenmeter abgenommen. Bis zum höchsten Punkt der Tour sind es nur knapp 100 Höhenmeter. Dazu geht es über eine breite Forststraße bergan. Rechts und links des Weges hat der Frühling bereits Einzug gehalten. Zahlreiche Krokusse begrüßen uns. Und zwar so viele, dass die weißleuchtende Blütenpracht aus der Ferne so aussieht, als seien die Wiesen frisch angezuckert.

Am höchsten Punkt des Tages wartet ein hölzernen Bildstock gegenüber der Alpe Schrattenwang. Von dort ist die Aussicht schon genial. Wir blicken auf das Riedberger Horn, den Entschenkopf, sehen das Rubihorn und daneben ragt imposant das Nebelhorn auf. Ich sauge den Anblick auf. Denn es bleibt zwar aussichtsreich, aber der Ausblick wird sich im Laufe der Wanderung verändern. Und anstelle des Nebelhorns werden wir auf den Hohen Ifen zuhalten.

Über die Deutsch-Österreichische-Grenze bergab

Bevor wir uns aber an dem Anblick erfreuen dürfen, geht es zuerst über die Grenze. Die ist relativ unspektakulär. Ein Schild am Wegesrand weist uns darauf hin, dass wir nun gleich den Übertritt nach Österreich wagen. Das war’s dann auch schon.

Viel mehr ziehen die urigen Almen, die daraufhin folgen, meine Aufmerksamkeit auf sich. Zuerst geht es an einem rustikalen Bauernhaus und einer urigen, kleinen Kapelle vorbei. Dort könnt ihr auch reinschauen. Zwar ist die Kapelle durch eine große Holztür verschlossen, aber nicht abgesperrt.

Kurz darauf folgt dann eine weitere Alm. Diesmal höre ich schon von Weitem Stimmen. Denn dort ist die Terrasse vor der Tür bereits gut besucht. An der Hütte kehren wir auch ein und lassen uns eine deftige Linsensuppe schmecken. Erst im Nachhinein erfahre ich von Hüttenwirtin Verena, dass das eigentliche Top-Gericht der Karte der gegrillte Bergkäse ist. Der wird nämlich vom Senior Hüttenwirt selbst hergestellt. Nächstes Mal dann.

Zur schönen Aussicht

Doch noch sind wir nicht am Ende der Tour. Bevor es die letzten Gehminuten steiler bergab geht, folgen wir noch einem Wegweiser. „Zur schönen Aussicht“ steht auf dem hölzernen Schild. Der kurze Stichweg endet an einer Koppel. Dahinter erstreckt sich das Kleinwalsertal und wir können richtig weit blicken.

Direkt im Tal liegen gemütliche Ortschaften. Die roten Dächer leuchten hervor und sorgen für eine einladende Atmosphäre. Und direkt darüber erhebt sich der Hohe Ifen. Die Bergflanken sind noch tief verschneit. Das ist ein krasser Kontrast zu den saftigen Blumenwiesen vor meinen Füßen. Doch dadurch wirkt der Berg mit dem felsigen Gipfel noch viel mächtiger. Und irgendwie ist das ja auch eine spannende Zeit, wenn man in den niedrigeren Regionen bereits die Wanderschuhe schnüren kann und weiter oben gefühlt noch Skibetrieb möglich wäre.

Fazit

Zurück geht es dann von Riezlern per Bus. Der Walserbus fährt im 10- bis 20-Minuten-Takt. Ich fand die Tour durch die Seilbahnfahrt zu Beginn und die Rückfahrt per Bus super gemütlich. Da muss man sich nicht eilen, sondern auch Langschläfer haben noch viel Zeit.

Auch Familien mit kleineren Kindern, die bereits 5 km Wegstrecke zurücklegen können, werden die Wanderung gut finden. Für die Kids gibt es am Söllereck übrigens noch mehr zu erleben. Eine hölzerne Pistenraupe lädt zum Klettern ein, im Kletterwald geht es noch viel höher hinaus und mit dem Allgäu-Coaster könnt ihr rasant ins Tal düsen.

Und wenn ihr Zeit habt, lohnt es sich, länger in der Umgebung zu bleiben. Denn auch die Breitachklamm, die tiefste Schlucht Deutschlands, befindet sich ganz in der Nähe. Oder ihr düst mit der nagelneuen Bergbahn aufs Nebelhorn hinauf und genießt den genialen Rundumblick vom schwindelerregenden Nordwandsteig am Gipfel. Wenn ihr richtig wandern möchtet, ist vielleicht die Tour zum Rubihorn was für euch.

Lage

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