Hoch über dem türkisblauen Brienzersee verbindet der Hardergrat Brienz mit Interlaken und bietet ein unvergessliches Panorama. Die Tour gilt als eine der spektakulärsten Gratwanderungen in der Schweiz. Mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dieses Ausflugsziel ist kein einfacher Abendspaziergang, sondern eine ausgedehnte Wanderung, die mich mit intensivem Gipfelglück auf dem Augstmatthorn belohnt.
Lohnt sich die Wanderung über den Hardergrat?









Der Hardergrat gilt als eine der spektakulärsten Gratwanderungen der Schweiz. Die Route verläuft zwischen Brienz und Interlaken hoch über dem Brienzersee und bietet atemberaubende Ausblicke auf die Berner Alpen. Über den stellenweise schmalen Grat werden viele Gipfel überwunden, der höchste Punkt ist mit 2.137 Metern das Augstmatthorn.
Eine Wanderung über den kompletten Grat ist möglich. Mit der Bergbahn kann man in Interlaken bis hinauf zur Harder Kulm fahren und in Brienz mit der Rothornbahn wieder hinunterfahren. Das Postauto bringt euch anschließend zurück zum Ausgangspunkt. Diese Tour umfasst stolze 20 Kilometer und 1.650 Höhenmeter. Es bietet sich auch an, mit der Bahn zur Harder Kulm hochzufahren und sich dann das Augstmatthorn als Ziel zu setzen.
Fototipp: Die Tour bietet unzählige fotogene Stellen. Die schönsten Möglichkeiten ergeben sich auf dem Augstmatthorn und kurz darunter. Dort liegt der Grat zu beiden Seiten in voller Pracht vor euch. Besonders beeindruckend ist auch der Blick in die Berner Alpen auf bekannte Gipfel wie Eiger, Mönch und Jungfrau.
Anreise nach Interlaken
| Strecke: | 8,6 km |
| Höhenmeter: | 865 hm |
| Gehzeit: | 3-4 Stunden |
| Höchster Punkt: | Augstmatthorn (2.137m) |
| Must-See: | Ausblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau |
Interlaken ist gut mit der Bahn erreichbar. Vom Bahnhof Interlaken Ost sind es zu Fuß nur 500 Meter bis zur Harderbahn, die euch bequem hoch auf den Berg bringt.
Mit dem Auto dauert die Anfahrt aus Bern knapp 50 Minuten, von München aus braucht ihr rund fünf Stunden. Einen Parkplatz gibt es leider nicht direkt an der Bahn, der nächste größere befindet sich am Busterminal.
Mit der Harderbahn auf die Harder Kulm
Die Harderbahn ist schon über 100 Jahre alt und bringt die Besucher alle 30 Minuten nach oben. Die Standseilbahn überwindet 750 Höhenmeter in knapp zehn Minuten. Von der Harder Kulm eröffnet sich bereits der Blick auf den Thunersee und den Brienzersee vom über 1.300 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt.
Das ist wirklich schön, doch im Verlauf der Tour wird es noch eindrucksvoller. Zunächst geht es jedoch durch den Wald, bevor es bei der Balmhütte offener wird.
Auch interessant: Die schönsten Wanderungen der Alpen





Gipfelglück am Hardergrat mit Aussicht auf die Berner Alpen
Der Trail verläuft wie aus dem Bilderbuch meist genau am Grat entlang. Die Aussicht über den Brienzersee ist grandios, und die Berner Alpen kommen immer deutlicher in Sicht, je höher ich steige. Voller Euphorie tragen mich die Füße wie von selbst zum Augstmatthorn hinauf, auch wenn die letzten 50 Höhenmeter noch einmal steil sind. Die Aussicht ist unglaublich schön.
Zurück blicke ich auf den Grat, den ich bereits bewältigt habe, und vor mir liegt der Grat in Richtung Brienz. Den werde ich heute jedoch nicht mehr weitergehen. Es ist komplett windstill und warm an diesem Abend. So lasse ich mich nieder und staune einfach nur. Hinter dem Brienzersee liegen die schneebedeckten Berge Eiger, Mönch, Jungfrau und Schreckhorn sowie einige weitere Viertausender. Zur anderen Seite rollen die Hügel eher flach aus. Das ist echtes Wanderglück.
Auch interessant: Schönste Bergseen in der Schweiz
Fazit
Der Hardergrat ist nichts für einen schnellen Abstecher. Wer sich jedoch auf die langen Gratpassagen einlässt, wird mit einem großartigen Naturerlebnis belohnt. Die Kombination aus dem türkisblauen Brienzersee tief unten und den markanten Gipfeln der Berner Alpen ist schlicht spektakulär. Besonders am Augstmatthorn entfaltet sich die ganze Pracht dieser Landschaft. Man sollte seine eigene Kondition gut einschätzen können, trittsicher sein und keine ausgeprägte Höhenangst haben. Dann wird diese Wanderung zu einer sehr aussichtsreichen, landschaftlich beeindruckenden Tour mit zahlreichen Fotomöglichkeiten.
In der Umgebung lohnt sich außerdem noch die Schifffahrt auf die andere Seite des Brienzersees. Dort gibt es die Giessbachfälle, die in mehreren Stufen in den See stürzen. Dort findet ihr auch das historische Grandhotel Giessbach aus dem Jahr 1875.
Schreibe einen Kommentar